Inkontinenz: Was den Beckenboden schont - Vom: 07.01.2016

Probleme mit einer schwachen oder gereizten Blase? Dann kann auch die Natur helfen. Pflanzliche Mittel, z.B. mit Arzneikürbis, Hopfen, Gewürzsumach und Goldrute, gibt es in der Apotheke.

Inkontinenz: Was den Beckenboden schont

Ob Getränkekisten, Einkaufstüten oder den eigenen Nachwuchs: Viele Frauen tragen häufig schwere Lasten. Das kann den Beckenboden überfordern und eine schwache Blase zur Folge haben. Beugen Sie vor!

Schon junge Frauen sollten darauf achten, im Alltag nicht allzu schwer zu heben. Sonst könnten sie auf Dauer ihren Beckenboden überlasten. Dieses komplexe Muskelgeflecht schließt den Bauchraum nach unten ab und sorgt so dafür, dass die inneren Organe Halt haben und an ihrem Platz bleiben. Ist die Beckenboden-Muskulatur geschwächt, kann das unangenehme Folgen haben – unter anderem eine Belastungsinkontinenz. Typischerweise geht bei dieser besonderen Form der Blasenschwäche unter Druck ungewollt Urin verloren, etwa beim Niesen, Husten, Lachen oder Treppensteigen.

Nicht den Packesel spielen

Um das Risiko einer Belastungsinkontinenz zu senken, sollten Frauen ihren Alltag beckenbodenfreundlich gestalten. So sollten Mütter sich gut überlegen, ob sie ihren Nachwuchs über längere Strecken tragen – vor allem, wenn er dem Kleinkindalter schon entwachsen ist. Besser als eine vollgepackte Einkaufskiste aus dem Auto ins Haus zu hieven ist es, die Einkäufe auf mehrere kleinere Taschen zu verteilen. Frauen, die beruflich häufig tragen müssen, sollten darauf achten, dass sie die im Arbeitsschutzgesetz vorgeschriebenen Höchstgrenzen nicht überschreiten.

Nur auf Schonung zu setzen, reicht allerdings nicht. Am besten beginnen Frauen schon in jungen Jahren, die Beckenboden-Muskulatur zu trainieren. Zur Vorbeugung genügt es, täglich ein paar einfache, aber gezielte Übungen zu machen, die z.B ein Physiotherapeut erklären kann. Auch sportliche Aktivitäten wie Pilates, Yoga und Walken sind Balsam für den Beckenboden.

Den Beckenboden kräftigen

Ist das Muskelgeflecht geschwächt – etwa nach einer Geburt oder durch hormonelle Umstellungsprozesse in den Wechseljahren – ist es sinnvoll, den Beckenboden unter physiotherapeutischer Anleitung wieder zu kräftigen. Auch Sportstudios und Volkshochschulen bieten Beckenboden-Gymnastik unter fachlicher Anleitung an.

Für Frauen, die aufgrund des geschwächten Beckenbodens bereits unter Harninkontinenz leiden, sind spezielle Inkontinenzhilfen aus der Apotheke wertvolle Helfer. Dazu zählen etwa Vorlagen in verschiedenen Saugstärken und Einmalschlüpfer. Sie können die Ursache der Blasenschwäche zwar nicht beseitigen, aber für mehr Sicherheit im Alltag sorgen.

Blasenschwäche ist behandelbar!

Probleme mit einer schwachen Blase sind immer ein Grund für einen Arztbesuch. Denn nicht immer ist ein schwacher Beckenboden schuld an der Misere. Nur der Mediziner kann den Ursachen auf den Grund gehen und eine Therapie in die Wege leiten. Fast jede Form von Blasenschwäche ist heute gut behandelbar!

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