Parodontitis - Vom: 17.02.2016

Parodontitis

Die Parodontitis, eine Entzündung des Zahnhalteapparates, ist eine weit verbreitete Krankheit. Bei über 35-jährigen ist Parodontitis die häufigste Ursache für einen Zahnverlust. Hierbei ist nicht nur das Zahnfleisch oberflächlich entzündet, sondern das Zahnbett ist erkrankt, das den Zahn im Kieferknochen verankert und ernährt. Der gesamte Zahnhalteapparat wird betroffen, auch der Knochen, der sich langsam abbaut.

Eine Parodontitis sollte unbedingt behandelt werden, da sie nicht nur ein Gebissproblem, sondern auch eine großflächige Entzündung im Körper beinhaltet und das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Frühgeburten erhöhen soll.

Die Erkrankung

Bakterien in der Mundhöhle siedeln sich auf Zahnbelag an, wenn die Keime sich vermehren, entsteht eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Symptome sind ein rötlich bis bläulich verfärbtes Zahnfleisch und Zahnfleischbluten. Dringt die Entzündung vom Zahnfleisch bis zum Zahnbett vor, spricht man von einer Parodontitis. Verhärtet der Zahnbelag und Zahnstein bildet sich, breiten sich die Bakterien noch schneller aus. Das Zahnfleisch und die knöchernen Zahnfächer verlieren an Substanz, die Zähne lockern sich und fallen aus.

Das Risiko für eine Parodontitis ist gesteigert bei schlechter Mundhygiene, Rauchen, Stress, unausgewogener Ernährung und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Die Erkrankung ist gewöhnlich schmerzlos und wird daher oft nicht bemerkt. Regelmäßige Kontrollbesuche bei Ihrem Zahnarzt können vorbeugen und eine rechtzeitige Behandlung eingeleitet werden. Je früher die Parodontitis erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist, die Bakterienmenge zu reduzieren und den Entzündungszustand zu beseitigen. Das Spektrum reicht je nach Schwere der Erkrankung von der Professionellen Zahnreinigung bis zu chirurgischen Eingriffen.

In der Hygienephase werden alle bakteriellen Beläge von den Zähnen und den Wurzeloberflächen entfernt. Der Patient wird zudem in einer effektiven häuslichen Mundhygiene unterwiesen. Die Zahnfleischentzündung geht meist schon deutlich zurück.

In der eigentlichen Parodontaltherapie werden unter lokaler Betäubung die Bakterien in den Zahnfleischtaschen entfernt. Hierzu benutzt der Zahnarzt Hand- oder Ultraschallinstrumente und glättet die Wurzeloberflächen. Bei weit fortgeschrittener Parodontitis kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig werden, um sehr tiefe Zahnfleischtaschen nochmals unter Sicht zu reinigen. In manchen Fällen sind ein Antibiotikum oder eine antibakterielle Behandlung mit Chlorhexidinpräparaten sinnvoll.

Da Parodontitis eine chronische Erkrankung ist, wird eine lebenslange Betreuung durch Zahnarzt und Praxisteam notwendig, um zu verhindern, dass die Erkrankung wieder ausbricht. Zwei bis vier Kontrolltermine im Jahr sind je nach Risiko empfehlenswert.

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