Hohen Blutdruck natürlich senken - Vom: 04.01.2016

Hohen Blutdruck natürlich senken

Etwa 20 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Bluthochdruck. Neben Medikamenten hilft ein gesunder Lebensstil, die Werte zu senken. Wir sagen, worauf es ankommt.

Bluthochdruck, Mediziner sprechen von Hypertonie, ist tückisch: Denn zunächst bereitet er keinerlei Beschwerden oder gar Schmerzen. Deshalb wird die Krankheit häufig erst spät erkannt und selbst nach der Diagnose oft auf die leichte Schulter genommen. Und das kann schwerwiegende Folgen haben: Ein nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck erhöht das Risiko für Folgekrankheiten deutlich – Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden gehören dazu. Der Grund, warum Bluthochdruck auch als „stiller Killer“ bezeichnet wird.

Werte im grünen Bereich?

Von Hypertonie spricht man, wenn die Werte an unterschiedlichen Tagen zu unterschiedlichen Zeiten über 140 mmHg systolisch (oberer Wert) und 90 mmHg diastolisch (unterer Wert) liegen. Diese Grenzen beziehen sich auf Messungen in der Arztpraxis. Bei der Selbstmessung zu Hause liegt die Grenze zum krankhaften Bereich tiefer, bei 135 mmHg systolisch und 85 mmHg diastolisch. Die Blutdruckerhöhung gilt als krankhaft, sobald einer der beiden Grenzwerte überschritten ist.

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die beste Methode, dem „stillen Killer“ rechtzeitig auf die Spur zu kommen. Das gilt auch für normalgewichtige und sportliche Menschen. Den Blutdruck kann man in der Arztpraxis, aber auch in der Apotheke schnell und unkompliziert kontrollieren lassen.

Langzeitcheck bringt Klarheit

Zur Diagnose einer Bluthochdruckerkrankung reicht ein einmaliger Check zwar nicht aus, doch liefert er bereits wichtige Hinweise. Sind die Werte zu hoch, kann der Arzt eine Langzeitmessung vornehmen, bei der man 24 Stunden lang ein Messgerät trägt. Zudem muss er abklären, ob eventuell Funktionsstörungen der Schilddrüse, Nieren oder Nebennieren vorliegen. Ist das der Fall, handelt es sich um eine sekundäre Hypertonie, also einen Bluthochdruck als Folgeerkrankung. Wird die zugrundeliegende Störung kuriert, sinkt auch der Blutdruck wieder.

In den allermeisten Fällen handelt es sich allerdings um eine primäre bzw. essentielle Hypertonie. Hier ist die Ursache für den Bluthochdruck nicht genau bekannt. Doch spielen erbliche Anlagen und häufig auch Übergewicht, insbesondere das Bauchfett, meist eine wichtige Rolle. Bei Frauen ist die Gefahr eines Bluthochdrucks ab den Wechseljahren genauso groß wie bei Männern, weil dann die schützende Funktion des Hormons Östrogen allmählich entfällt.

Gesünder leben tut Not

Steht die Diagnose Hypertonie fest, wird der Arzt blutdrucksenkende Medikamente verordnen. Doch allein damit ist es nicht getan: Zur Therapie gehört unbedingt auch ein gesunder Lebensstil. „Er ist die Grundlage für die Hochdrucktherapie und kann die Zahl der Medikamente oder die Höhe der Dosierung der Arzneimittel verringern“, erklärt Herzspezialist Professor Michael Böhm von der Deutschen Herzstiftung. „Liegt der Blutdruck zwischen 140/90 und 159/99 mmHg, kann ein gesunder Lebensstil sogar oft eine Therapie mit Medikamenten verhindern oder aufschieben.“

Was genau sich hinter „gesundem Lebensstil“ verbirgt, verraten die medizinischen Leitlinien, die zur Blutdrucksenkung unter anderem regelmäßige Ausdauerbewegung empfehlen – fünf Mal pro Woche 30 Minuten lang. Geeignet für Hochdruckpatienten sind zum Beispiel zügiges Gehen und Radfahren. Ein Rauchstopp, wenig Alkohol und eine gesunde Ernährung gehören ebenso zur Basistherapie. Geschlemmt werden sollte nach dem Vorbild der Mittelmeerküche – leicht und frisch. Das bedeutet zum Beispiel: Viel Obst und Gemüse essen, hochwertige pflanzliche Öle verwenden, mit frischen Kräutern würzen und salzreiche Speisen meiden.

Wer zu viel auf die Waage bringt, sollte abnehmen – am besten in Absprache mit dem Arzt. „Abbau von Übergewicht muss behutsam in kleinen Schritten und in Anpassung an die individuelle Situation des Betroffenen erfolgen“, sagt Professor Böhm.

Regelmäßig selbst messen

Zur Behandlung eines Hochdrucks gehört unbedingt auch die regelmäßige Blutdruckmessung zu Hause. Dafür gibt es in der Apotheke eine große Auswahl handlicher und komfortabler Messgeräte. Viele davon sind mittlerweile so schlank im Design, dass sie in jede Jackentasche passen und auch unterwegs ganz diskret zu bedienen sind. Am besten lassen sich Hochdruckpatienten in der Apotheke beraten und die Handhabung der Geräte zeigen und erklären.

Wenn Bluthochdruck das Herz schwächt

Viele wissen, dass unbehandelter Bluthochdruck Spätfolgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall haben kann. Weniger bekannt ist, dass auch behandelter Bluthochdruck das Risiko verdoppelt, an einer Herzschwäche zu erkranken. Denn mit den Jahren verdickt sich die Herzwand und das Herz verliert an Elastizität. Es kann nicht mehr so viel Blut aufnehmen, bei jedem Herzschlag wird weniger Blut in den Organismus gepumpt, die Sauerstoffversorgung der Muskulatur und der inneren Organe leidet.

Auch dieser Zusammenhang zeigt, wie wichtig für Hochdruckpatienten regelmäßige Untersuchungen in der Arztpraxis sind. Um den Herzmuskel zu unterstützen, kann therapiebegleitend eventuell die Einnahme eines ausreichend hoch dosierten Weißdorn-Präparates hilfreich sein. Untersuchungen haben gezeigt: Weißdorn kann dafür sorgen, dass sich der durch Bluthochdruck belastete Herzmuskel wieder besser entspannen kann. Welche Weißdorn-Präparate geeignet sind und was bei der Einnahme zu berücksichtigen ist, kann der Apotheker beurteilen.

Wie klassische Musik die Herzfunktion und damit auch den Blutdruck beeinflussen kann, lesen Sie im Internet unter www.ratgebergesund.de.

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