Neurodermitis besser in Schach halten - Vom: 16.09.2014

Neurodermitiker sollten nur hochwertige und sehr gut verträgliche Pflegeprodukte verwenden, die den besonderen Ansprüchen der kranken Haut gerecht werden.

Neurodermitis besser in Schach halten

Die tägliche Basispflege ist ein wichtiger Bestandteil der Neurodermitis-Therapie – und das auch in beschwerdefreien Phasen.

Jeder Neurodermitis-Patient sollte wissen, wie wichtig eine konsequente und systematische Basistherapie ist. Gemeint ist damit die Behandlung mit geeigneten medizinischen Hautpflegemitteln, in der kranken Haut den richtigen Mix aus Fett und Feuchtigkeit zuführen und ihr so „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben.

Beschwerdefrei, aber nicht gesund

Obwohl Neurodermitis bis heute nicht heilbar ist, werden die Besonderheiten der Neurodermitis-kranken Haut immer besser verstanden und bieten Ansätze für wirksame Basisbehandlungen. „Die Haut von Neurodermitis-Patienten ist auch in beschwerdefreien Phasen nicht gesund. Sie ist viel zu trocken und kann äußere Einflüsse wie Kälte oder Schadstoffe nicht ausreichend abwehren“, erklärt Professor Thomas Bieber, Dermatologe und Allergologe an der Universitätsklinik Bonn.

Der Hautbarriere von Neurodermitis-Patienten fehlen wichtige Substanzen, die normalerweise für einen ausgewogenen Fett- und Feuchtigkeitshaushalt sorgen. „Wir haben heute einen viel tieferen Einblick in diese Vorgänge als früher und können diesen Mangel durch die äußerliche Behandlung mit bestimmten Fett- und Eiweißstoffen ausgleichen“, so Bieber. Eine solche Basistherapie kann die Hautbarriere stabilisieren, das Risiko für Ekzemschübe senken und dadurch oft sogar den Bedarf an Medikamenten reduzieren.

Pflege nach Maß

Neben natürlichen Lipiden und Eiweißstoffen entfalten in dermatologischen Pflegeprodukten für die Basistherapie auch andere wertvolle Inhaltsstoffe Wirkung, zum Beispiel Harnstoff. Die körpereigene Substanz fördert die Wasserspeicherung in der Haut, macht sie widerstandfähiger und lindert Juckreiz – das macht Harnstoff bei Neurodermitis gleich in mehrfacher Hinsicht hilfreich. Auch Pflegekomponenten wie Panthenol und Glycerin kommen in Basispflegemitteln zum Einsatz. Nichts darin zu suchen haben hingegen möglicherweise reizende Substanzen wie Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe.

Damit die Basispflege konsequent und regelmäßig durchgeführt wird, ist es natürlich auch wichtig, dass die Produkte ein angenehmes Gefühl auf der Haut hinterlassen. Welche medizinischen Cremes und Lotionen diesen hohen Ansprüchen gerecht werden, weiß der Apotheker. Er kann Neurodermitis-Patienten die individuell bestmöglichen Hautpflegemittel für die tägliche Basispflege empfehlen.

Neurodermitis: Was ist das?

Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist eine chronisch verlaufende, schubweise auftretende und entzündliche Hautkrankheit, sie oft schon in den ersten Lebensjahren beginnt. Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland darunter. Typische Symptome sind stark juckende Ekzeme, die sehr häufig an Ellenbogenbeugen, Kniekehlen und Handgelenken lokalisiert sind. Die Behandlung gehört in die Hände eines erfahrenen Dermatologen und richtet sich nach der Krankheitsphase und dem Entzündungsgrad der Haut.

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