Krebs+Zähne - Vom: 15.01.2015

Als Krebspatient zum Zahnarzt

Die Diagnose Krebs belastet. In kurzer Zeit stehen viele Entscheidungen an. Warum es sich lohnt, ausgerechnet jetzt auch an die Gesundheit von Mund und Zähnen zu denken.

Trockener Mund, Entzündungen, Geschmacksverlust – die Behandlung einer Krebserkrankung hat häufig auch Auswirkungen auf Mund und Zähne. „Wer die Krebsbehandlung mit gesunden Zähnen und gesundem Zahnfleisch beginnt, leidet weniger unter diesen Nebenwirkungen. Der Termin beim Zahnarzt gehört deshalb in der Regel zur Vorbereitung auf eine Krebstherapie dazu“, erklärt Professor Dietmar Oesterreich, der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.

Nebenwirkungen der Behandlung

Unter einer Chemotherapie leiden die Schleimhäute im Mund: Kleine Wunden verursachen Schmerzen und entzünden sich leicht. Manche Krebsmedikamente beeinträchtigen die Stabilität des Kieferknochens. Besonders belastend für Zähne und Zahnfleisch ist eine Bestrahlung im Kopfbereich. Krebspatienten können einigen Problemen vorbeugen. Sie sollten deshalb auch auf eine gute Kooperation von Zahnarzt und Onkologen achten. „Sie hilft nicht nur, die Mundgesundheit während der Krebs-Therapien zu erhalten. Sie sichert auch ein Stückchen Lebensqualität“, so Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung.

Mundpflege ist wichtig

Gegen Übelkeit bei der Krebstherapie gibt es wirksame Medikamente. Kommt es trotzdem zu Erbrechen, sollte der Mund danach sorgfältig ausgespült werden. Magensäure greift nämlich Zähne und Zahnfleisch an. Eine Chemotherapie wirkt allerdings nicht nur auf Tumore. Oft wird die Mundschleimhaut wund oder brennt. Kleine Verletzungen im Mund heilen schlecht ab oder entzünden sich. Wie lässt sich vorbeugen?

Risiken minimieren

Bei Tumoren in Mund und Rachen ist gute Mundpflege unerlässlich. Denn die Behandlung kann die Mundgesundheit weiter verschlechtern. Kurz nach einer Operation ist normales Zähneputzen meist nur schwer möglich. Eine Bestrahlung führt bei etlichen Patienten zu vorübergehenden Entzündungen der Mundschleimhaut und zu Problemen mit den Speicheldrüsen. Bei manchen Patienten bleibt auf Dauer ein trockener Mund. Deshalb steigt das Risiko für Karies und Zahnfleischschäden. Weniger unter den Nebenwirkungen leidet, wer Zahnprobleme schon vor der Krebsbehandlung hat beheben lassen. Je nach Situation können auch Strahlenschutzschienen zum Abdecken von Zähnen und Zahnfleisch angefertigt und während der Therapie genutzt werden.

Regelmäßig zur Kontrolle

Bisphosphonate greifen in den Knochenstoffwechsel ein. Patienten mit Krebsmetastasen in den Knochen hilft das: Diese Medikamente stabilisieren die Knochen und halten den Mineralhaushalt im Gleichgewicht. Die Mittel können allerdings auch Nebenwirkungen haben, das Risiko für Schäden am Kieferknochen steigt. Bei solchen Kiefernekrosen sind auch die Zähne gefährdet und können wackelig werden. Deshalb vor Behandlungsbeginn lieber zum Zahnarzt: Sind Zähne und Zahnfleisch in Ordnung, sinkt das Risiko. Zahnentfernungen sollten unbedingt vorher durchgeführt werden. Und wenn später ein Zahnproblem auftritt? Patienten sollten ihrem Zahnarzt unbedingt sagen, dass ihnen Bisphosphonate verordnet werden. Dann nimmt der Zahnarzt größere Zahnsanierungen nur mit besonderer Vorsicht vor. Eine Kariesbehandlung und das Austauschen von Füllungen sind dagegen meist unproblematisch.

Rat und Hilfe

· Fragen zum Thema Krebs beantwortet der Krebsinformationsdienst unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr, oder per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de.

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