Heuschnupfen wirksam lindern - Vom: 30.03.2015

Heuschnupfen wirksam lindern

Kaum ist der Frühling da, plagen sich Pollenallergiker wieder mit tränenden Augen und laufender Nase herum. Wirksame Medikamente können quälende Symptome lindern.

Der Frühling ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Doch für alle, die unter Heuschnupfen leiden, hat das Erwachen der Natur auch seine Schattenseiten. Denn sobald es blüht, rufen Pollen bei Allergikern die typischen Heuschnupfen-Beschwerden hervor: Die Augen tränen, die Nase läuft, ein Niesanfall jagt den nächsten, es kribbelt, juckt, nervt!

Anders als viele glauben ist Heuschnupfen keine Bagatelle, sondern eine Krankheit, die unbedingt behandelt werden sollte. Am Arztbesuch führt deshalb kein Weg vorbei. Die schlechte Nachricht: Die einzige Möglichkeit, eine Pollenallergie ursächlich zu behandelt, ist eine Hyposensibilisierung, die aber nicht von heute auf morgen und auch nicht bei allen Patienten wirkt (siehe Kasten). Die gute Nachricht: Es gibt wirksame, gut untersuchte Arzneimittel und natürliche Heilverfahren, um die quälenden Symptome zu lindern.

Wirksame Medikamente

Zuverlässige Hilfe bei Heuschnupfen-Beschwerden versprechen Antihistaminika. Das sind antiallergische Medikamente, die den Botenstoff Histamin, die Ursache der allergischen Symptome, blockieren. Rezeptfrei sind Antihistaminika als Nasensprays und Augentropfen erhältlich. Sie wirken sehr rasch, schon innerhalb von Minuten können sich die Beschwerden bessern. Da Augentropfen und Nasenspray nur lokal, am Ort des Geschehens, wirken, belasten sie den Körper kaum. Wichtig zu wissen: Vor der Anwendung von antiallergischen Augentropfen müssen Kontaktlinsen entfernt werden. Besser ist es bei allergischen Augenbeschwerden ohnehin, eine Brille statt der Linsen zu tragen. Antihistaminika gibt es auch als Tabletten zum Einnehmen. Der Apotheker kann rezeptfreie Präparate empfehlen. Einige Antihistaminika zum Einnehmen können müde machen. Wer fit sein muss, sollte Mittel der neueren Generation bevorzugen, die kaum schläfrig machen und geringeren Einfluss auf das Reaktionsvermögen haben.

Anders als Antihistaminika wirken Mastzellstabilisatoren: Diese Arzneimittel verhindern die Freisetzung von Histamin. Sie wirken allerdings nicht sofort, sind also nicht das Richtige, wenn die Nase schon läuft und die Augen bereits jucken. Empfehlenswert ist es, diese Mittel schon etwa zwei Wochen vor Beginn der Pollensaison regelmäßig anzuwenden. Vorteil von Mastzellstabilisatoren ist ihre allgemein gute Verträglichkeit.

Wenn’s sein muss Kortison

Bei sehr starken allergischen Beschwerden, die mit Antihistaminika & Co. nicht ausreichend gelindert werden können, ist der Einsatz von Kortison oft unverzichtbar. Die meisten dieser Medikamente müssen vom Arzt verschrieben werden. Kortison, ein chemischer Nachbau des körpereigenen Hormons Kortisol, hat eine stark entzündungshemmende Wirkung. Der schlecht Ruf, der Kortison vorauseilt, ist übrigens unbegründet: Moderne Mittel für die örtliche Anwendung, zum Beispiel Kortison-haltige Nasensprays, werden bei ordnungsgemäßer Anwendung in der Regel gut vertragen. Es gibt also keinen Grund, sich davor zu fürchten. Bei allen Fragen rund ums Kortison ist der Apotheker der richtige Ansprechpartner.

Natürliche Helfer

Positive Erfahrungen haben viele Polenallergiker mit Homöopathie gemacht – sowohl, um dem Heuschnupfen vorzubeugen, als auch, um akute Beschwerden zu lindern. Einen Therapieversuch wert sind zum Beispiel homöopathische Komplexmittel, in denen mehrere sich in ihrer Wirkung ergänzende Substanzen stecken. Als Einzelmittel kommen unter anderem Galphimia glauca zur Linderung von Juckreiz und Brennen der Nasenschleimhaut und Euphrasia officinalis bei tränenden Augen infrage. Homöopathische Helfer sind auch Schüssler Salze wie Ferrum phosphoricum und Natrium cholratum.

Um Heuschnupfen-Symptome abzuschwächen, kommt ergänzend auch die Akupunktur infrage. Studien haben gezeigt, dass die feinen Nadelstiche die typischen allergischen Beschwerden lindern und so auch dazu beitragen können, den Bedarf an antiallergischen Medikamenten zu senken. In der Regel wird die Behandlung mit etwa acht bis zwölf Sitzungen während der Pollensaison durchgeführt. Die Kosten müssen gesetzlich Versicherte meist aus eigener Tasche bezahlen.

Sinnvolle Ergänzungen

Was Heuschnupfen-Patienten noch tun können, um besser durch die Pollensaison zu kommen? Hilfreich ist es, die Nase regelmäßig zu spülen, um die allergieauslösenden Pollen aus den Atemwegen zu befördern. Gut geeignet dafür sind eine Nasendusche und entsprechende Salzlösungen. Salzhaltige Nasensprays helfen, die Schleimhäute feucht zu halten. Außerdem sinnvoll: Eine gute Sonnenbrille tragen, um die Pollen von den Augen fern zu halten.

Heuschnupfen ursächlich behandeln

Leider können antiallergische Medikamente den Heuschnupfen nicht ursächlich bekämpfen. Das kann nur eine Spezifische Immuntherapie, kurz SIT. Diese auch als Hyposensibilisierung bekannte Behandlung ist die einzige Möglichkeit, das Übel an der Wurzel zu packen und damit auch dem so genannten Etagenwechsel vorzubeugen: Denn wenn die Allergie der oberen Atemwege nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie auf die unteren Atemwege übergreifen, also „die Etage wechseln“. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Patient im Laufe der Zeit auf immer mehr Substanzen allergisch reagiert.

Die SIT verspricht bei vielen Allergien Erfolg. Die klassische Behandlung dauert mehrere Jahre, in denen der Körper durch regelmäßige Injektionen langsam an die Allergieauslöser gewöhnt wird. Es gibt mittlerweile für einige Allergene aber auch kürzere Therapieformen und solche, bei denen statt Spritzen Medikamente zum Einnehmen eingesetzt werden. Bitte lassen Sie sich von einem Allergologen beraten.

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