Arzneimittel: Vorsicht, Alkohol! - Vom: 16.11.2014

Arzneimittel: Vorsicht, Alkohol!

In geselliger Runde wird gerne mal ein Glas Bier, Wein oder Sekt getrunken. Doch wer Medikamente einnimmt, muss aufpassen und oft sogar ganz auf Alkohol verzichten. Wir sagen, warum.

Jetzt naht wieder die Zeit der Advents- und Weihnachtsfeiern – im Betrieb, im Sportverein und im Freundeskreis. Wenn es hier gemütlich und gesellig zugeht, ist der Alkohol meist mit von der Partie. Meist ist gegen das „Gläschen in Ehren“ nichts einzuwenden, doch wer Arzneimittel einnimmt, sollte Vorsicht walten lassen. Denn: Zwischen Alkohol und einer ganzen Reihe von Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen, mitunter zu sehr gefährlichen.

Alkohol kann die Wirkung von Arzneimitteln verstärken oder auch abschwächen, so dass die Medizin nicht mehr richtig wirken kann. Und umgekehrt können Medikamente dazu führen, dass der Alkohol heftigere Auswirkungen hat als gewöhnlich. Durchaus möglich beispielsweise, dass bereits nach einen kleinen Glas Wein das Reaktionsvermögen stark eingeschränkt ist. Unfälle und Stürze können die schlimmen Folgen sein.

Gefährlicher Mix

Zu den Medikamenten, die sich mit Alkohol absolut nicht vertragen, gehören Präparate, die dämpfend auf das Zentralnervensystem wirken – etwa Schlaf- und Beruhigungsmittel, Antidepressiva und andere Psychopharmaka. Ihre Wirkungen und Nebenwirkungen verstärken sich durch Alkoholkonsum. Der Grund: Alkohol hat bereits in kleinen Mengen eine ähnliche Wirkung wie diese psychoaktiven Arzneien.

Bier & Co. haben nicht nur Einfluss auf das zentrale Nervensystem, sondern auf den gesamten Körper. Unter anderem erweitert Alkohol die Blutgefäße und senkt den Blutdruck. In Kombination mit Medikamenten gegen Bluthochdruck kann es so zu einer ungewollt starken Blutdrucksenkung kommen, unter Umständen sogar zum Kollaps.

Ebenfalls gefährlich: Medikamente werden von der Leber abgebaut. Ist unser Entgiftungsorgan jedoch bereits mit dem Abbau des Alkohols ausgelastet, verweilt der Arzneistoff weiter im Körper und wird nicht ausgeschieden. Folge: Wirkungen und Nebenwirkungen des Arzneimittels verstärken und verlängern sich. Auch Diabetes-Medikamenten, die den Blutzucker senken, kann der Alkohol in die Quere kommen. Und dann gibt es noch Medikamente, die in Verbindung mit Hochprozentigem den Magen-Darm-Trakt verstärkt reizen können.

Rat vom Apotheker

Am besten fragen Sie bei Unsicherheit in der Apotheke gezielt nach, wie die von ihnen eingenommenen Arzneimittel auf Alkohol „reagieren“. Das gilt übrigens nicht nur für vom Arzt verschriebene, sondern auch für selbst gekaufte Medizin. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte besser ganz auf Alkohol verzichten, wenn er Medikamente einnimmt.

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