Wo Allergiker Hilfe finden - Vom: 28.01.2016

Wo Allergiker Hilfe finden

Die Nase läuft, die Haut juckt, die Augen tränen – Allergien gehören weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. Eine exakte Diagnose durch den Facharzt ist wichtig, damit Patienten die bestmögliche Therapie bekommen.

Schätzungen zufolge leidet in Deutschland etwa jeder Dritte an einer Allergie. Besonders weit verbreitet ist der Heuschnupfen, eine allergische Reaktion auf Pollen von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Kräutern. Nicht selten beginnt die Leidenszeit von Heuschnupfen-Patienten schon jetzt im Januar. Denn mitunter fliegen bereits zu Jahresbeginn die Pollen früh blühender Bäume wie Hasel und Erle.

Nüchtern betrachtet handelt es sich bei einer allergischen Reaktion um ein „Missverständnis“: Das körpereigene Immunsystem von Allergikern reagiert übermäßig auf den Kontakt mit an sich völlig harmlosen Substanzen – etwa auf Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder auch Nahrungsmittel. Die Folgen sind äußerst vielfältig, reichen von Niesreiz und allergischem Schnupfen über eine allergische Bindehautentzündung und Hautirritationen wie Rötungen und Juckreiz bis hin zu schwersten allergischen Symptomen wie dem anaphylaktischen Schock.

Diagnose ist Arztsache

Allein diese Auflistung der Beschwerden macht klar: Eine Allergie ist keine harmlose Befindlichkeitsstörung, sondern eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Sie gehört in die Hände des Arztes, denn nur der Mediziner kann eine Allergie zuverlässig diagnostizieren und von anderen Erkrankungen unterscheiden, die mit ähnlichen Beschwerden einhergehen.

Wer von Niesreiz, laufender Nase oder unerklärlichen Hautirritationen geplagt wird, sucht oft zunächst seinen Hausarzt auf. Er wird den Patienten bei Verdacht auf eine allergische Erkrankung zu einem Allergologen schicken. So dürfen sich Ärzte nennen, die eine umfassende Weiterqualifizierung in Sachen Allergie absolviert haben. Bei Allergologen handelt es sich häufig um Haut-, HNO-, Lungen- oder Kinderärzte. Sie kennen sich in Hinblick auf die Entstehung, den Verlauf, die verschiedenen Ausprägungen und die Behandlungsmöglichkeiten von Allergien aus.

Auslösern auf der Spur

Die erste Aufgabe des Allergologen besteht darin, im Patientengespräch und durch spezielle Tests herauszufinden, welche Substanzen (Allergene) die Beschwerden auslösen. Die exakte Identifikation der individuellen Allergieauslöser ist wichtig, da dem Patienten sonst nicht gezielt geholfen werden kann. Abhängig vom Reaktionstyp der vorliegenden Allergie wird der Mediziner zum Beispiel Allergietests auf der Haut, im Blut oder so genannte Provokationstests durchführen.

Ein häufig eingesetztes Testverfahren ist der Prick-Test. Bei diesem Hauttest werden mögliche Allergene auf den Arm des Patienten getropft und vorsichtig in die Haut eingebracht. So gelangen winzige Mengen potentieller Allergieauslöser in den Körper. Eine Rötung an der entsprechenden Hautstelle liefert Hinweise auf eine allergische Reaktion. Eine andere Diagnosemethode ist das Auftragen des möglichen Allergieauslösers auf die Schleimhäute. Vor allem bei Atemwegsallergien kommt zusätzlich die Lungendiagnostik zum Einsatz, mit deren Hilfe schwere Lungenerkrankungen wie Asthma früh erkannt werden können. Mitunter führen Allergologen auch Blutuntersuchungen durch, bei denen nach bestimmten Antikörpern gefahndet wird. Bei einer allergischen Erkrankung können diese Werte deutlich erhöht sein.

Behandlung nach Maß

Steht die Diagnose „Allergie“ fest und weiß der Patient, auf welche Substanzen er mit allergischen Beschwerden reagiert, kann eine maßgeschneiderte Behandlung erfolgen. Gegen Symptome wie Fließschnupfen und juckende Augen kommen antiallergische Medikamente zum Einsatz. Viele dieser Präparate gibt es rezeptfrei in der Apotheke, andere müssen vom Arzt verordnet werden. Richtig ausgewählt, optimal dosiert und regelmäßig angewendet können sie die Beschwerden lindern – die Allergie bekämpfen können sie aber nicht.

Die einzige Möglichkeit, eine Allergie ursächlich zu behandeln, ist eine spezifische Immuntherapie (SIT) oder Hyposensibilisierung. Gute Erfolge verspricht die SIT beispielsweise bei Heuschnupfen. Ziel der meist mehrjährigen Behandlung ist es, das überempfindliche Immunsystem durch Konfrontation mit der allergieauslösenden Substanz ganz allmählich an eben diese Substanz zu gewöhnen. Mit der Zeit zeigt die körpereigene Abwehr dann keine allergischen Reaktionen mehr. Im Idealfall führt die SIT zu einer vollständigen Heilung. Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten der Behandlung, etwa mit Spritzen, Tabletten und Tropfen. Allergiker sollten mit dem behandelnden Allergologen besprechen, welche Form der SIT für sie infrage kommt.

Weitere Informationen dazu, wie Allergien ursächlich behandelt werden können, finden Sie im Internet auf unserer Website www.ratgeber-gesund.de.

Vorsicht, Etagenwechsel!

Unzureichend oder gar nicht behandelte Allergien können zu schweren Erkrankungen wie Asthma oder schmerzhaften chronischen Hauterkrankungen führen. Bleibt zum Beispiel ein Heuschnupfen unbehandelt, kann die allergische Entzündung chronisch werden und von den oberen Atemwegen auf die unteren, also auf die Bronchien und das Lungengewebe, übergreifen. Dann sprechen Mediziner von einem Etagenwechsel, der allergisches Asthma zur Folge haben kann.

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