Besonderheiten bei Weisheitszähnen - Vom: 23.12.2015

Besonderheiten bei Weisheitszähnen

Die Weisheitszähne brechen meist erst im Erwachsenenalter oder bei manchen auch gar nicht durch. Sie werden Achter genannt, da sie zusätzlich zu den sieben regulären Zähnen in jedem Quadranten des Gebisses angelegt sind. Für die Weisheitszähne ist oft kein Platz mehr im Gebiss, da der Kiefer mit der fortschreitenden Evolution kleiner geworden ist. Daher brechen sie meist nur unvollständig durch oder fügen sich nicht regulär in die Zahnreihe ein. Sie wachsen zum Beispiel schräg zum Nachbarzahn und werden deshalb herausgenommen. In Deutschland werden jährlich 1 Million Weisheitszähne entfernt.

Probleme durch Weisheitszähne

Bleiben Weisheitszähne im Kiefer und wachsen nur teilweise heraus, sind diese schwer zu reinigen. Das kann Infektionen verursachen, Karies oder Parodontitis können entstehen oder es ergeben sich Zahnfehlstellungen. Gefürchtet sind auch Zysten, da diese flüssigkeitsgefüllten Hohlräume oft unbemerkt wachsen und das Gewebe und auch den Kieferknochen schädigen.

Brechen die Weisheitszähne nur in einem Kiefer durch, fehlt Ihnen der Gegenspieler und sie stoßen auf den Gegenkiefer. Dies kann zu Zahnschäden, Zähneknirschen und Kiefergelenksbeschwerden führen.

Indikationen für die Entfernung

Es gibt eine aktualisierte Leitlinie zur operativen Weisheitszahnentfernung, an der sich Zahnärzte bei der Behandlung orientieren. Manche Indikationen sprechen für eine Entfernung der Weisheitszähne, wie zum Beispiel Entzündungen in der Umgebung des Weisheitszahns. Bei Karies, Zysten und Wurzelentzündungen bzw. krankhafte Veränderungen am Nachbarzahn erscheint die Entfernung ebenfalls sinnvoll. Ebenso wenn ein Weisheitszahn eine Operation am Kiefer erschwert. Weisheitszähne sollten nicht entfernt werden, wenn diese sich richtig in die Zahnreihe eingliedern würden oder wenn diese tief im Knochen liegen.

Entfernung der Weisheitszähne

Stehen die Weisheitszähne regulär in der Zahnreihe, lassen sie sich wie andere Zähne mit einer Zange herausziehen. Ist eine operative Zahnentfernung erforderlich, erfolgt diese meist ambulant unter örtlicher Betäubung, selten mit einer Vollnarkose. Zwei bis drei Tage müssen die Operierten noch mit Beeinträchtigungen, wie Schmerzen oder Schwellungen, rechnen. Die Wunde sollte 24 Stunden lang gekühlt werden. Die Kosten der Operation übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen.

Mögliche Komplikationen

Bei der Entfernung der Weisheitszähne kann es zu einer Infektion der Wunde oder einer Verletzung an Nerven oder Kiefer kommen. Dies kann zu dauerhaften Gefühlseinschränkungen in der Lippe oder Zunge führen.

Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in der Zahnarztpraxis kontrolliert Ihr Zahnarzt auch den Zustand Ihrer Weisheitszähne. Zögern Sie nicht, ihn bei Fragen darauf anzusprechen, er wird Sie dann beraten.

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