Diabetes! Was nun? - Vom: 28.10.2014

Diabetes! Was nun?

Diabetes – Jahr für Jahr müssen sich bei uns Hunderttausende mit dieser Diagnose auseinandersetzen und lernen, mit der Krankheit zu leben. Wir sagen, worauf es jetzt ankommt.

Für die meisten Menschen ist es zunächst ein Schock, wenn sie erfahren, dass sie unter der Zuckerkrankheit leiden. Und oft geht die Diagnose „Diabetes“ mit großen Sorgen um die gesundheitliche Zukunft einher – denn schließlich kann die Stoffwechselerkrankung zu einer ganzen Reihe schwerwiegender Folgeerkrankungen führen. Daher sollten Diabetiker regelmäßig ihre Augen, Nieren und Nervenfunktionen überprüfen sowie ein EKG durchführen lassen.

Blutzuckerwerte im Blick

Nach der Diagnose bieten Diabetes-Schulungen Betroffenen die Chance, sich über die Krankheit zu informieren und im Alltag besser mit ihr klarzukommen. Die Teilnehmer der Kurse erfahren zum Beispiel, wie sie ihren Blutzucker selbstständig bestimmen, beurteilen und korrigieren. Das ist wichtig, denn eine optimale Blutzuckereinstellung ist das A und O jeder Diabetes-Therapie. Bei schlechter Blutzuckereinstellung können sich schädliche Stoffwechselprodukte bilden, die Blutgefäße und Nerven angreifen und nachhaltig schädigen können.

Regelmäßig zum Check-up

Gerade Typ-2-Diabetiker sollten ihre Füße bereits zum Zeitpunkt der Diagnose vom Arzt kontrollieren lassen. Denn es ist möglich, dass die Krankheit unbemerkt schon seit längerem besteht und die Nerven bereits in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Hinweise darauf können Beschwerden wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen oder Taubheit liefern. Aber auch auf Fehlstellungen und Hautveränderungen wird der Arzt achten. Unabhängig vom Diabetes-Typ sollte die professionelle Fußinspektion regelmäßig wiederholt werden. Sie ergänzt die Bestimmung des Blutzuckers und anderer Laborwerte durch den Hausarzt oder Diabetologen sowie die augenärztliche Untersuchung. Die Ergebnisse werden im Diabetes-Pass festgehalten. Dieses wichtige Dokument informiert den Patienten obendrein über die empfohlenen Vorsorgeintervalle.

Eigeninitiative ist gefragt

Durch eine bewusste Lebensweise können Diabetiker über die medizinische Behandlung hinaus viel dazu beitragen, fit zu bleiben und Folgeschäden zu vermeiden. Dazu gehört etwa, Risikofaktoren wie Rauchen zu meiden und allenfalls geringe Mengen Alkohol zu konsumieren.

Eine Ernährung mit wenig tierischen Fetten, aber vielen frischen und naturbelassenen Lebensmitteln erleichtert die Blutzuckerkontrolle und beugt der Bildung schädlicher Stoffwechselprodukte vor. Außerdem fördert eine ausgewogene, vollwertige Kost eine häufig erforderliche Gewichtsabnahme. Ebenfalls wichtig ist es für Menschen mit Diabetes, sich viel zu bewegen und möglichst regelmäßig Sport zu treiben. Der Grund: Körperliche Aktivität senkt erwiesenermaßen den Blutzuckerspiegel.

Füße hegen und pflegen

Wichtig ist es für Diabetiker zudem, Tag für Tag auf ihre Füße zu achten. Denn schon kleine Fußverletzungen können schwerwiegende Folgen haben – vor allem, wenn sie infolge eines gestörten Schmerzempfindens spät entdeckt werden. Um ihre Füße bestmöglich zu schützen, sollten Diabetes-Patienten nicht barfuß laufen, bequeme Schuhe tragen und keine Heizdecken oder Wärmflaschen verwenden. Tägliche Fußuntersuchungen, am besten mit einem Spiegel, ermöglichen es, schon kleine Veränderungen wie Rötungen, Schwellungen oder Druckstellen auszumachen und zeitnah von einem medizinischen Fußpfleger behandeln zu lassen.

Bei der allabendlichen Fußpflege sollten die Füße schonend gereinigt und anschließend sorgfältig eingecremt werden. Das hält die Haut geschmeidig, verbessert ihre Schutzfunktion und beugt so Hornhaut, Rissen und Wunden vor. Wichtig: Keine spitzen und scharfen Hilfsmittel wie Nagelscheren und Hornhauthobel einsetzen.

Für Diabetiker, die bereits unter ersten Anzeichen für eine Nervenschädigung leiden oder die ihre Nerven schützen möchten, kann therapiebegleitend die Einnahme einer Vitamin-B1-Vorstufe sinnvoll sein. Bitte sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt und Apotheker.

Ein regelmäßiger Blutzucker-Check ist jetzt wichtig.

Foto: ABDA

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