Hämorrhoiden: Problemzone Po - Vom: 23.12.2014

Hämorrhoiden: Problemzone Po

Jucken, Nässen und Brennen in der Poregion: Probleme mit vergrößerten Hämorrhoiden können die Lebensqualität deutlich einschränken. Doch das unangenehme Leiden lässt sind erfolgreich lindern.

Millionen Deutsche haben Probleme mit ihren Hämorrhoiden. Dabei sind diese Gefäßpolster am Ende des Darms eine sehr nützliche Einrichtung der Natur. Die kleinen Schwellkörper haben ihren Sitz direkt hinter dem Schließmuskel des Afters und unterstützen diesen bei der Arbeit. Als eine Art Feinabdichtung sorgen sie dafür, dass Flüssigkeit und Gase nicht unkontrolliert entweichen.

Zu einem Problem werden sie erst, wenn die Hämorrhoiden sich vergrößern. Dann nämlich kann es zu den typischen Beschwerden kommen: Häufig macht ein Hämorrhoidalleiden durch hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier, durch Brennen, Nässen und Juckreiz am After auf sich aufmerksam. Hinzu kommt häufig das unangenehme Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können. Der Po wird zum wunden Punkt, der Stuhlgang zum Problemfall.

Peinlich? Von wegen!

Obwohl vergrößerte Hämorrhoiden sehr viele Menschen plagen und für den Arzt eine ganz alltägliche Angelegenheit sind, ist es vielen Patienten peinlich, über das sehr intime Leiden zu sprechen. Doch genau das sollten Sie tun: Nur der Arzt kann ein lästiges, aber glücklicherweise harmloses Hämorrhoidalleiden zuverlässig von anderen, vielleicht sogar ernsthaften Erkrankungen unterscheiden. Und nur der Mediziner kann – abhängig von der Ausprägung des Leidens – eine maßgeschneiderte Behandlung einleiten. Deshalb gilt: Rasch zum Arzt, wenn der Po Probleme macht.

Schmerz lass‘ nach

Steht die Diagnose fest, ist es wichtig, akute Beschwerden wie Schmerzen und Juckreiz zu lindern. In der Apotheke gibt es ohne Rezept wirksame Salben, Cremes und Zäpfchen. Lokal betäubende Mittel, etwa mit Lidocain, lindern selbst ausgeprägten Juckreiz und helfen gegen die Schmerzen. Hamamelis-Extrakt hat sich ebenfalls bewährt: Die Heilpflanze enthält Gerbstoffe, die adstringierend (zusammenziehend) wirken, den Juckreiz lindern, das Nässen reduzieren und kleinere Blutungen stillen. Sitzbäder mit Extrakten aus Eichenrinde oder Kamillenblüten können die Therapie sinnvoll ergänzen. Bitte lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Reicht die Behandlung mit Arzneimitteln nicht aus, kann der Facharzt für Enddarmbeschwerden (Proktologe) vergrößerte Hämorrhoiden veröden oder abklemmen. Nur selten müssen sehr große Hämorrhoiden operativ entfernt werden.

Wenn es in der Poregion schmerzt, brennt und juckt, ist eine gute Analhygiene doppelt wichtig. Ratsam: Den Po nach dem Stuhlgang vorsichtig mit weichem Toilettenpapier säubern und mit warmen Wasser sorgfältig reinigen, zum Beispiel mit einem hygienischen Einmalwaschlappen. Danach vorsichtig abtrocknen – aber unbedingt ohne Druck, Rubbeln und Reiben!

Berüchtigte Übeltäter

Oft fragen sich Betroffene, wie es überhaupt zu einer schmerzhaften Vergrößerung der Hämorrhoiden kommen konnte. Grundsätzlich ist niemand davor gefeit, aber es gibt bestimmte Risikofaktoren, die einem Hämorrhoidalleiden Vorschub leisten können. Dazu gehören neben einer Bindegewebsschwäche zum Beispiel Übergewicht, der ungünstige Mix aus sitzender Tätigkeit und Bewegungsmangel sowie ein träger Darm. Heftiges Pressen beim Stuhlgang kann nämlich zu einer Gefäßerweiterung und so zu einem Blutstau im hämorrhoidalen Gefäßgeflecht führen.

Vorbeugen kann, wer den Darm gezielt in Schwung bringt. Gesunde Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und viel Bewegung tragen zu einem geregelten Stuhlgang bei. Ebenfalls wichtig: Mahlzeiten in aller Ruhe genießen und sich genug Zeit fürs stille Örtchen nehmen. Bei akuter Verstopfung helfen moderne Medikamente zuverlässig und schonend: Auch hierzu kann Sie das Team in Ihrer Apotheke beraten.

Ballaststoffe, bitte

Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung – fettarm und nicht zu scharf gewürzt – hilft, Verstopfung und Reizungen der Darmschleimhaut zu vermeiden und ist somit auch gut, um einem Hämorrhoidalleiden vorzubeugen. Viele Ballaststoffe liefern zum Beispiel Vollkornbrot, Haferflocken, Müsli, Obst und Gemüse. Gute Verdauungshelfer sind auch Weizenkleie, Lein- und Flohsamen aus der Apotheke. Wichtig: Dazu immer viel trinken!

Besser aktiv bleiben

Viele Menschen vermuten, Sport sei bei Hämorrhoidalbeschwerden tabu. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Regelmäßige Bewegung ist sogar empfehlenswert – insbesondere Ausdauersportarten wie Walking oder Schwimmen. Joggen und Tennis hingegen belasten den Beckenboden und können Beschwerden verstärken.

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