Diabetes: Endlich in Bewegung kommen - Vom: 06.02.2015

Diabetes: Endlich in Bewegung kommen

Gerade Diabetiker können von einem aktiven Lebensstil nach dem Motto „jeder Schritt zählt“ profitieren. Machen Sie mit!

Sportmuffel dürfen aufatmen: Man muss nicht zwangsläufig dreimal pro Woche durch den Park rennen, sich im Fitnessstudio abrackern oder nach Feierabend zum Gymnastikkurs hetzen, um mehr Fitness, Vitalität und Gesundheit ins Leben zu bringen. Zwar sind sportliche Aktivitäten unbestreitbar gut für Körper und Seele. Doch für alle, die sich mit Joggen, Gerätetraining & Co. gar nicht anfreunden können oder keine Zeit dafür finden, bietet der Alltag reichlich Alternativen.

Viel Bewegung über den Tag verteilt kann ein schweißtreibendes Sportprogramm durchaus ersetzen. Dabei heißt die Devise: Jeder Schritt zählt! Für Typ-2-Diabetiker wichtig zu wissen ist, dass jede zusätzliche Bewegungseinheit helfen kann, den Blutzucker zu senken und das Risiko für Gefäßkrankheiten zu reduzieren.

Aktiver Alltag

Zum Glück bietet der Alltag meist jede Menge Möglichkeiten für ein Plus an Bewegung. Hier einige Bewegungs-Tipps, die sich mit wenig Mühe ins Leben integrieren lassen:

· Starten Sie mit einem Mini-Gymnastikprogramm in den Tag: Einfach im Bett die Beine in die Luft strecken und ein wenig „Fahrrad fahren“.

· Stellen Sie sich beim Zähneputzen abwechselnd auf die Zehen und auf die Fersen. Dann kurz auf der Stelle laufen und die Knie dabei möglichst hochziehen.

· Benutzen Sie die Treppe statt den Aufzug, das tut den Beinen gut und trainiert Herz und Kreislauf.

· Steigen Sie eine Haltestelle vor dem Ziel aus– ein kleiner Spaziergang belebt.

· Lassen Sie das Auto stehenund erledigen Sie Einkäufe und andere kleine Besorgungen gemütlich zu Fuß oder mit dem Rad.

· Telefonieren Sie nicht im Sitzen, sondern gehen Sie dabei auf und ab.

· Mehr Spaß macht Hausarbeit, wenn Sie dazu Musik auflegen, mitträllern und dabei schwungvoll Staub wischen.

· Ein kleiner Abendspaziergang lässt den Tag entspannt ausklingen.

· Nutzen Sie das Wochenendefür Ausflüge mit netten Bekannten, für eine Radtour oder einen schönen Spaziergang.

Natürlich: Die Versuchungen, es sich im Alltag bequem zu machen, sind groß – schließlich steht das Auto in der Garage, befördert uns die Rolltreppe ruck-zuck ans Ziel und lockt am Abend ein unterhaltsames Programm im Fernsehen. Ein wenig Überwindung kostet es zunächst meist schon, diesen Verlockungen zu widerstehen – und sich bewusst für zusätzliche Bewegungseinheiten zu entscheiden.

Schritt für Schritt

Die Motivation stärken und die körperliche Aktivität fördern können Schrittzähler, die es mittlerweile in vielen Ausführungen gibt. Neben traditionellen mechanischen Geräten mit eingebautem Pendel gibt es auch Schrittzähler mit digitaler Technologie. Spezielle Armbänder, die oft auch als Fitness-Armbänder bezeichnet werden, errechnen mit Sensoren Schrittzahl, Weglänge und Kalorienverbrauch. Eine gute Sache sind auch Schrittzähler-Apps fürs Smartphone. Diese modernen Fitnesstrainer machen es leichter zu überprüfen, ob man seine eigenen Ziele erreicht hat.

Dass Schritte zählen tatsächlich gut geeignet ist, um den inneren Schweinehund zu überwinden und mehr Bewegung ins Leben zu bringen, haben Untersuchungen schon oft bestätigt. So zeigte beispielsweise eine Übersichtsarbeit, dass Nutzer von Schrittzählern täglich etwa 2500 Schritte mehr gehen als andere Menschen. Das ist schon ein beachtlicher Erfolg!

Lust auf Sport?

Der tägliche Spaziergang und eine insgesamt aktivere Gestaltung des Alltags bringen so manchen langjährigen Bewegungsmuffel auf den Geschmack: Ist die Lust am Gehen, Radeln und an anderen Aktivitäten unter freiem Himmel erst einmal geweckt, trauen sich viele auch an ein moderates, auf den individuellen Gesundheitszustand abgestimmtes Sportprogramm. Eine gute Sache, denn ein regelmäßiges Ausdauertraining kann bei Typ-2-Diabetikern nicht nur helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken, sondern verbessert gleichzeitig die Insulinempfindlichkeit und die Stoffwechseleinstellung.

Und in erster Linie sollte die Sportart Spaß machen, damit man dauerhaft am Ball bleibt. Die Ausdauer fördern Sportarten wie Nordic Walking, Jogging, Radeln, Skilanglauf und Schwimmen, während es bei vielen Ballsportarten vor allem auf Schnellkraft und Reaktionsvermögen ankommt. Gute Alternativen können auch Gymnastik, Tanzen oder gezieltes Kraft- und Konditionstraining sein, am besten unter fachlicher Anleitung im Fitnessstudio oder im zertifizierten Gesundheitsstudio.

Ehe Typ-2-Diabetiker jedoch in die Turnschuhe steigen oder sich zum Sportkurs anmelden, sollten sie sich von ihrem Diabetologen grünes Licht geben lassen. Eine sportmedizinische Untersuchung ist sinnvoll, um sicherzustellen, dass der Patient körperlich ausreichend belastbar ist.

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