Wichtige Fragen zum Rheuma - Vom: 10.01.2016

Viele Rheuma-Patienten haben insbesondere bei Wind und Unterkühlung stärkere Schmerzen. Deshalb: Betroffene Gelenke warmhalten!

Wichtige Fragen zum Rheuma

Starke Schmerzen, entzündete Gelenke: Millionen Menschen leiden unter Rheuma, einer Volkskrankheit, die viele Fragen aufwirft. Hier finden Sie Antworten.

Noch immer glauben viele, rheumatische Erkrankungen seien typische Altersleiden und „halb so schlimm“. Tatsächlich können sie Menschen aller Altersgruppen treffen und die Lebensqualität drastisch mindern. Wie sich Rheuma ankündigt und wie es behandelt werden kann? Dr. Bertram Hölzl, Facharzt für Innere Medizin und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollens, beantwortet wichtige Fragen.

Was genau verbirgt sich hinter Rheuma?

Unter dem Oberbegriff „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“ fassen Mediziner zwischen 200 und 400 Krankheiten zusammen, die zum Teil ähnlich, oft aber auch sehr unterschiedlich in Erscheinung treten. Gemeinsames Merkmal aller Krankheiten sind starke Schmerzen.

Welche Symptome sind sonst noch typisch?

Da es sich um verschiedene Erkrankungen handelt, sind auch die Symptome oft sehr unterschiedlich. Bei der rheumatoiden Arthritis – der häufigsten Form des entzündlichen Rheumas – sind erste Anzeichen manchmal Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder auch leichtes Fieber. Typischerweise treten geschwollene oder gerötete Gelenke auf. Betroffene klagen oft auch über morgendliche Gelenksteifheit. Typisch für Rheuma sind symmetrische Lokalisationen der Beschwerden, also beispielsweise Schmerzen in beiden Händen, Schultern, Knie- oder Fußgelenken. Schreitet die Krankheit weiter fort, verformen sich die Gelenke.

Wie wird Rheuma behandelt?

Die meisten rheumatischen Erkrankungen gelten als nicht heilbar, wenngleich es heute viele moderne medikamentöse Behandlungsformen gibt. Meist wird mit einer Kombination aus entzündungshemmenden und schmerzstillenden Arzneien behandelt. Um betroffene Gelenke beweglich zu erhalten, ist regelmäßige Physiotherapie meist ein wichtiger Teil der Behandlung. Bei manchen Betroffenen ist im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung eine Operation unumgänglich, bei der zerstörte Gelenke durch eine Prothese ersetzt werden.

Gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten?

Bei Rheuma helfen Kuren in warmen Heilstollen gut. Dort herrscht ein Klima, bei dem sich schmerzende Muskeln gut entspannen. Zudem tritt aus dem Berggestein Radon in geringen Mengen aus, das die Aktivität von Entzündungszellen und Schmerzbotenstoffen hemmt. Patienten berichten über anhaltende Schmerzlinderung und deutlich niedrigeren Medikamentenbedarf.

Warum sollten Rheuma-Patienten in Bewegung bleiben?

Bewegung wirkt rheumatischen Gelenkversteifungen entgegen, sie verhindert den muskulären Abbau und stärkt die Knochen. Starke Muskeln wiederum entlasten strapazierte Gelenke. Besonders eignen sich gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Aquagymnastik, Tanzen, Walking oder Funktionstraining.

Der Apotheker rät

Therapiebegleitend können Rheuma-Patienten von ausgesuchten Vitalstoffkombinationen oder pflanzlichen Präparaten wie Teufelskralle oder Weidenrinde profitieren. Bitte besprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt und Apotheker. Die Behandlung unterstützen können auch spezielle Rheumasalben und -gele mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Diclofenac, Ibuprofen oder pflanzlichen Substanzen wie Arnika und Beinwell.

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