Zähneknirschen im Schlaf - Vom: 16.03.2016

Zähneknirschen im Schlaf

Nachts knirschen viele Menschen mit den Zähnen, mindestens ein Drittel aller Erwachsenen ist davon im Laufe des Lebens zeitweise betroffen. Es handelt sich hierbei um individuell verschiedene Bewegungen, die auf Dauer die Kauflächen der gegenüberliegenden Zähne abschleifen. Dies kann zu gravierenden Beschädigungen an den Zähnen, dem Zahnhalteapparat, dem Zahnfleisch und der Kaumuskulatur führen. Weitere Beschwerden sind Verspannungen oder Kopfschmerzen, es kann sich sogar ein Tinnitus entwickeln. Überwiegend sind Frauen betroffen, etwa zehn bis fünfzehn Prozent aller Zähneknirscher entwickeln ein Krankheitsbild mit Schäden am Kauapparat.

Ursachen

Zähneknirschen (Bruxismus) kann viele Ursachen haben, Seelischer Stress ist die häufigste Ursache, oft sind es Menschen, die sich ihren Ärger oder ihre Ängste nicht anmerken lassen wollen. Ein weiterer Grund können zu hoch sitzende Füllungen oder Kronen sowie eine kieferorthopädische Fehlstellung sein.

Untersuchung beim Zahnarzt

Meist bemerkt Ihr Zahnarzt die typischen Beschädigungen schon in der normalen Kontrolluntersuchung. Er sieht sich die Mundhöhle gründlich an und tastet die Kaumuskulatur ab. Abgeflachte Höcker der Zähne und abgeschliffener Zahnschmelz. sind Anhaltspunkte für die Diagnose Zähneknirschen. Hält die Fehlbelastung an, kann es zu feinen Rissen im Zahnschmelz kommen, Zahnstücke können absplittern. Die Kaumuskeln schmerzen und verhärten, auch die Kiefergelenke tun weh. Langfristig wird das Zahnfleisch geschädigt, der hohe Druck erschwert die Durchblutung, das Zahnfleisch geht zurück und Zähne können sich lockern.

Behandlung

Um den richtigen „Biss“ wieder herzustellen, schleift Ihr Zahnarzt gegebenenfalls die Zähne etwas ein. Anschließend wird das Knirschen mit einer Aufbissschiene aus Kunststoff behandelt, um die Zahnreihen auf Abstand zu halten. Damit die Schiene passt, macht Ihr Zahnarzt erst einen Abdruck Ihres Gebisses, woraus der Zahntechniker dann ein Modell erstellt. Die Kunststoffschiene entlastet die Muskulatur, dient in der Nacht als Schutzkappe für den Ober- und Unterkiefer und hält die Zähne fest.

Abklingen der Beschwerden

Die Beschwerden lassen sich durch die Schiene oft erheblich mindern und der negative Kreislauf aus Stress, Verspannung und Knirschen wird meist nach einigen Monaten unterbrochen. Das Zähneknirschen kann auch von selbst wieder verschwinden, wenn die Stressphase überstanden ist. Manche tragen die Schiene allerdings auf Dauer, da sie nur so entspannt schlafen können.

Weitere Maßnahmen

Die Schiene sollte morgens nach dem Aufstehen mit Wasser, Zahnbürste und Zahnpasta gesäubert werden. Man sollte zusätzlich tagsüber auf die Kieferstellung achten, die Zähne sollten nur beim Essen in Kontakt zueinander stehen. Die schädlichen Folgen des Knirschens können mit der Aufbissschiene gestoppt werden, die Ursache des Problems wird so allerdings nicht behoben. Massagen, Sport, Yoga oder Autogenes Training sorgen für Entspannung und helfen beim Stressabbau.

Uhrheberrechtliche Hinweise und Impressum
Diesen Artikel: per E-Mail mailen | Ausdrucken drucken | Ausdrucken vorlesen