Hautwucherungen richtig behandeln - Vom: 31.10.2014

Hautwucherungen richtig behandeln

Obwohl sie gutartig und oft eher unscheinbar sind, kann sie niemand leiden: Geschwülste wie Alterswarzen und Grützbeutel.

Irgendwann tauchen sie irgendwo am Körper auf und wollen einfach nicht mehr verschwinden: kleine Knoten unter der Kopfhaut, weiße Mini-Zysten im Gesicht, bräunliche Warzen am Oberkörper oder ähnlich unliebsame Gebilde. Ein fachgerechter Blick des Dermatologen auf solche Hautwucherungen ist immer wichtig, um harmlose von ansteckenden oder gar bösartigen Veränderungen zu unterscheiden.

Viele Hautwucherungen sind zum Glück gutartig und müssen häufig gar nicht behandelt werden. Empfindet der Patient sie aber als kosmetisch oder mechanisch störend, kann der Hautarzt den Gebilden mit Laser, Messer oder Eis zu Leibe rücken. Bevor sich Betroffene für einen solchen Eingriff entscheiden, sollten sie sich allerdings über die Kosten informieren. Denn: Für medizinisch nicht erforderliche, also rein kosmetische Eingriffe zahlt die gesetzliche Krankenkasse in aller Regel nicht. Zu den bekanntesten gutartigen Hautwucherungen gehören diese:

Stil- und Alterswarzen

Stilwarzen, auch Fibrome genannt, sind millimetergroße, sehr oft stielförmig von der Hautoberfläche abstehende Wärzchen, die sich einzeln oder in Gruppen am Körper breit machen. Häufig sitzen die kleinen Gebilde am Hals und in den Achselhöhlen. Sie sind harmlos, nicht ansteckend und haben mit den klassischen Viruswarzen nichts zu tun. Die Mini-Warzen bitte auf keinen Fall selbst mit der Schere abschneiden – sonst kann es stark bluten und zu Entzündungen kommen. Wer sich von den Wucherungen beeinträchtigt fühlt, kann sie vom Hautarzt fachgerecht kappen lassen.

Auch Alterswarzen werden – anders als „echte“ Warzen – nicht von Viren hervorgerufen und sind völlig harmlos. Alterswarzen entstehen in der Regel nach dem 40. Lebensjahr. Die Farbtöne der etwa erbsen- bis bohnengroßen, erhabenen Gebilde reichen von zartbraun bis braun-schwarz. Die oft zerklüftete Oberfläche fühlt sich fettig an, weshalb Alterswarzen auch als seborrhoische (d. h. Talg absondernde) Warzen bezeichnet werden. Die gutartigen Wucherungen können am ganzen Körper auftreten, sitzen häufig aber im Gesicht, am Oberkörper und an den Handrücken. Achtung: Für den Laien sind Alterswarzen oft nicht von bösartigen Hauttumoren zu unterscheiden, weshalb es immer ratsam ist, die Veränderungen vom Dermatologen begutachten zu lassen. Alterswarzen müssen nicht behandelt werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sie vom Arzt entfernen zu lassen. Danach heißt die Devise: Die Sonne erst einmal meiden, damit es nicht zu Pigmentflecken kommt.

Milien und Grützbeutel

Milien, der Volksmund spricht auch von Hautgrieß oder Grießkörnern, treten spontan im Gesicht auf. Oft zeigen sich die kleinen weißen, knotenartigen Gebilde in Gruppen – bevorzugt auf den Wangen und unter den Augen. Vor allem treten Milien bei jungen Frauen auf. Medizinisch betrachtet handelt es sich bei den „Grießkörnern“ um Mini-Zysten, die aus Hornmaterial bestehen und sich an den Ausführungsgängen der Talgdrüsen bilden. Krankheitswert haben sie nicht. Um Hautgrieß loszuwerden, sollten Betroffene nicht selbst Hand anlegen. Der Dermatologe und die Kosmetikerin können Milien fachgerecht entfernen, ohne dass Narben zurückbleiben.

Grützbeutel bzw. Atherome sitzen nicht auf, sondern unter der Hautoberfläche. Meist befinden sich die gutartigen Zysten in der Kopfhaut und wölben sich deutlich sichtbar halbkugelförmig vor. Grützbeutel sind harmlose, mit Hautzellen und Talg gefüllte Knoten, die die Farbe der umgebenden Haut haben. Sie entstehen durch Verstopfung von Talgdrüsen-Ausführungsgängen. In der Regel werden Atherome ein bis zwei Zentimeter groß, möglich jedoch auch, dass sie auf Hühnerei-, sehr selten sogar bis auf Apfelgröße heranwachsen. Bei sehr schnell wachsenden, entzündeten oder störenden Grützbeuteln wird der Arzt eventuell zu einer Entfernung raten. Wichtig ist dabei, dass die Zyste vollständig herausgeschält wird, sonst kann sich an der gleichen Stelle eine neue bilden.

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