5 Schritte gegen Blasenschwäche

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Unbeschwert durch den Alltag trotz Harninkontinenz? Aber klar! Mit unserem Fahrplan für die schwache Blase gewinnen Sie in kleinen Schritten ein großes Plus an Lebensqualität.

1. Schritt: Besser zum Arzt   

Wenn die Blase Probleme macht, führt kein Weg am Arztbesuch vorbei. Unfreiwilliger Harnverlust kann unterschiedliche Ursachen haben. Mit einfachen Untersuchungen kann der Arzt den individuellen Auslösern auf die Spur kommen und dann eine passgenaue Therapie empfehlen. Falsch ist es, eine Blasenschwäche aus Scham zu verschweigen. Sehr viele Menschen leiden darunter, so dass es für Haus-, Frauenärzte und Urologen völlig normal ist, offen darüber zu sprechen. Blasenschwäche ist gut behandelbar, zum Beispiel mit Medikamenten, die der Arzt verschreiben kann. Auch zu Physiotherapie, Beckenboden- oder Blasentraining kann der Mediziner raten.  

2. Schritt: Infos aus der Apotheke

Freunde besuchen, Sport treiben, ins Theater gehen, aber unterwegs kein Missgeschick riskieren: Für Sicherheit und zuverlässigen Schutz sorgen Inkontinenzhilfen. Das sind spezielle, enorm saugstarke und geruchsneutralisierende Einlagen, Vorlagen und Einmalslips, die es für jede Ausprägung der Blasenschwäche gibt. Bitten Sie in Ihrer Apotheke um ein diskretes Beratungsgespräch abseits des Alltagsgeschäfts. Erkundigen Sie sich dabei auch nach sanften Reinigungs- und Pflegeprodukten für den sensiblen Intimbereich.

3. Schritt: Den Beckenboden kräftigen  

Der Arzt hat bei Ihnen eine Belastungsinkontinenz festgestellt? Sie verlieren beim Lachen, Husten oder Anheben schwere Gegenstände unfreiwillig Urin? Auslöser ist sehr oft eine schwache Beckenbodenmuskulatur. Gezielte Übungen können den Beckenboden trainieren. Auch bei Dranginkontinenz mit plötzlichem starkem Harndrang kann ein solches Training hilfreich sein. Am besten erlernen Sie Beckenbodentraining unter fachlicher Anleitung, etwa bei einem Physiotherapeuten. Auch Sportvereine und Volkshochschulen bieten Kurse an.

4. Schritt: Runter mit den Kilos

Sie haben Probleme mit dem Gewicht und schleppen seit Jahren zu viele Kilos mit sich herum? Steuern Sie gehen – auch, um Ihre Blase zu entlasten. Eine gesunde, kalorienkontrollierte Vollwertkost und mehr Bewegung helfen bei der Gewichtsreduktion. Wer deutliches Übergewicht hat, sollte die individuell geeignete Abnehmstrategie mit dem Arzt besprechen. Effektive, langfristig angelegte Diätprogramme bieten viele Krankenkassen an. Und hochwertige Diätprodukte, die die Gewichtsreduktion vorantreiben, gibt es in Ihrer Apotheke.

5. Schritt: Genug trinken

Hand aufs Herz: Haben Sie sich auch angewöhnt, weniger zu trinken, um nicht so oft müssen zu müssen? Dann tun Sie leider genau das Falsche. Werden Blase und Nieren nämlich nicht ausreichend mit Flüssigkeit durchgespült, steigt das Risiko für Harnwegsinfekte. Zudem kann hochkonzentrierter Urin die Blase erst recht reizen und dadurch den Harndrang weiter verstärken. Vorbeugen heißt, trotz Blasenschwäche auf eine ausreichende Trinkmenge von mindestens anderthalb Litern am Tag zu achten. Trinken Sie viel Wasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Meiden Sie harntreibende Durstlöscher wie Kaffee und schwarzen Tee.  

Wann kommt eine OP infrage?

Wenn Blasen-, Beckenbodentraining und Medikamente nicht den gewünschten Erfolg bringen und konservative Behandlungen ausgeschöpft sind, kann vielen Patienten mit Blasenschwäche nur noch ein operativer Eingriff helfen.

Frauen mit Belastungsinkontinenz kann der Arzt in einem kleinen Eingriff zum Beispiel ein Kunststoffband einsetzen, das die Harnröhre stützt. Bei Dranginkontinenz kommt eine Botox-Therapie infrage. Der Wirkstoff wird in die Blasenmuskulatur gespritzt und sorgt dafür, dass der Harn länger gehalten werden kann.

Männer mit Harninkontinenz können von unterschiedlichen OP-Techniken profitieren. Silikonballons und stützende Haltebänder gehören dazu. Bei schwerer Inkontinenz kann ein künstlicher Schließmuskel in Erwägung gezogen werden.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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