Blasenschwäche? Na und!

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Blasenschwäche ist weit verbreitet, Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Wer den Beckenboden trainiert und Entzündungen der Blase vermeidet, kann vorbeugen. Und mit den richtigen Hilfsmitteln trotz Blasenschwäche das Leben in vollen Zügen genießen.

Den Beckenboden in Schutz nehmen

Die Beckenbodenmuskulatur unterstützt den Verschlussmechanismus der Blase. Ist sie geschwächt, schließt die Blase bei Belastung nicht richtig. Dann kann beim Niesen oder beim Sport ungewollt Urin abgehen. Dieser Belastungsinkontinenz lässt sich vorbeugen, indem man den Beckenboden vor Überlastung schützt. Das bedeutet beispielsweise: häufiges schweres Heben und starkes Übergewicht vermeiden. Eine gesunde, ballaststoffreiche Kost verhindert überflüssige Pfunde und erleichtert dem Beckenboden zuliebe den Stuhlgang. Ebenfalls wichtig: nicht rauchen, denn chronischer Raucherhusten übt starken Druck auf den gesamten Bauchraum aus.

Rückbildung praktizieren

Besondere Herausforderungen für den Beckenboden sind Schwangerschaft und Geburt. Viele Frauen leiden nach der Entbindung zumindest vorübergehend an einer Blasenschwäche. Damit sich daraus keine ausgeprägte Harninkontinenz entwickelt, sollten frischgebackene Mütter so bald wie möglich mit Rückbildungsgymnastik beginnen.

Den Beckenboden trainieren

Schon junge Frauen tun gut daran, ihre Beckenbodenmuskulatur zu stärken, um sie für spätere Belastungen zu wappnen. In manchen Fitnessstudios gibt es spezielle Geräte fürs Beckenbodentraining. Wer es angenehmer findet, zu Hause zu trainieren, findet effektive Übungen zum Beispiel im Internet.

Blasenentzündungen vermeiden

Die mit zunehmendem Alter häufiger werdende Dranginkontinenz kommt durch eine starke Verspannung der Blasenmuskulatur zustande. Eine vermeidbare Ursache sind wiederholte Blasenentzündungen. Um Keimen das Eindringen in den Harntrakt zu erschweren, ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken sowie Füße und Unterleib stets warm zu halten. Für die Intimhygiene gilt: Milde Waschlotionen schützen die Scheidenflora und machen sie widerstandsfähiger gegen Bakterien und Pilze. Luftdurchlässige Unterwäsche ist besonders hygienisch.

Körper und Seele entspannen

Entspannung trägt dazu bei, die Blasenmuskulatur zu lockern. Viele Frauen profitieren von beruhigenden Tees, einem ausgleichenden Hobby oder Entspannungsmethoden wie Yoga oder Tai-Chi. Wenn das nicht ausreicht, können Medikamente die verkrampfte Blasenmuskulatur entspannen und so übermäßigen Harndrang abmildern.

Geeignete Hilfsmittel auswählen

Freunde besuchen, Sport treiben, ins Theater gehen, aber unterwegs kein Missgeschick riskieren: Inkontinenzhilfen aus der Apotheke schenken Sicherheit und bieten zuverlässigen Schutz. Diese speziellen, enorm saugstarken und geruchsneutralisierenden Einlagen, Vorlagen und Einmalslips gibt es für jede Ausprägung der Blasenschwäche. Bitten Sie in Ihrer Apotheke um ein diskretes Beratungsgespräch abseits des Alltagsgeschäfts.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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