Cool bleiben trotz Bullenhitze

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Puh, ist das heiß. Extremtemperaturen können unseren Kreislauf stark belasten. So sorgen Sie für Abkühlung und behalten einen klaren Kopf.

37 Grad Celsius – diese Kerntemperatur will unser Körper in seinem Inneren halten. Um jeden Preis. Denn bei 37 Grad funktionieren Hormone, biochemische Prozesse und Organe am besten. Wird es in unserem Inneren nur ein Grad wärmer, kann die geistige Leistungsfähigkeit bereits nachlassen.  

Damit die Körpertemperatur stets konstant bleibt, verfügt unser Organismus über ein ausgeklügeltes Wärmeregulationssystem: Sensoren auf der Haut und im Körperinneren messen permanent die Temperatur und senden die Informationen  ans Wärmeregulationszentrum im Gehirn. Im sogenannten Hypothalamus, einem Teil des Zwischenhirns, wird der Ist- mit dem Sollwert abgeglichen. 

30 Grad im Schatten – bei hohen Außentemperaturen droht eine Überhitzung. Um sie zu verhindern, setzt unser Körper verschiedene Abkühlungsmechanismen in Gang: Die Blutgefäße weiten sich, damit die Hautdurchblutung angekurbelt und überschüssige Wärme abgegeben werden kann. Zudem beginnen wir zu schwitzen. Eine clevere Strategie, denn wenn Schweiß auf der Hautoberfläche verdunstet, wird dem Körper Wärme entzogen. 

Unser körpereigenes Kühlsystem arbeitet selbstständig, braucht aber dennoch  Unterstützung. Denn schließlich ist Abkühlung für den Kreislauf Schwerstarbeit: Sobald sich die Blutgefäße weiten, muss das Herz stärker pumpen, der Blutdruck sinkt, Organe und Gehirn werden etwas schlechter mit Blut und Sauerstoff versorgt. Hinzu kommt, dass wir beim Schwitzen reichlich Wasser verlieren, zudem wichtige Mineralstoffe. Beides müssen wir unserem Körper wieder zuführen, um keine Austrocknung zu riskieren. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können erste Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels sein. 

1,5 bis 2 Liter – so viel sollten wir normalerweise am Tag trinken. Bei Hitze und starkem Schwitzen ist der Flüssigkeitsbedarf deutlich höher. Deshalb gilt: Trinken, trinken, trinken – je heißer es ist, desto häufiger müssen wir zum Wasserglas greifen. Wer wegen einer Herzkrankheit normalerweise nur begrenzte Mengen trinken darf, sollten mit dem Arzt klären, inwiefern er den Getränkekonsum bei Hitze steigern sollte. Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen sind gute Durstlöscher. Am besten lauwarm genießen, nicht eiskalt. Wasserreiche Obst- und Gemüsesorten, Suppen und Brühen sind zusätzliche Flüssigkeitslieferanten. Alkohol sollte bei Sommerhitze hingegen gemieden werden, weil er die Blutgefäße zusätzlich weitet und dem Körper Wasser entzieht.  

11 bis 16 Uhr – wenn es draußen am heißesten ist, bleibt man besser zu Hause, zumindest aber konsequent im Schatten. Sportliche Aktivitäten sollten auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden vertagt werden. 

Erholsamer Nachtschlaf sorgt dafür, dass Leistungsfähigkeit und Denkvermögen nicht allzu sehr unter der Hitze leiden. Damit es im Schlafzimmer möglichst kühl bleibt, raten Experten, Fenster und Fensterläden am Tag geschlossen zu halten. Am späten Abend dann gut durchlüften. Erfrischend ist es, vor dem Zubettgehen lauwarm zu duschen.   

Kleiner Frische-Kick zwischendurch gefällig? Dann einfach kühles Wasser über die Innenseiten der Handgelenke laufen lassen, einen kalten Waschlappen in den Nacken legen, Gesicht und Dekolleté mit Thermalwasserspray erfrischen. Auf schnelles Abkühlen des erhitzten Körpers, beispielsweise durch einen Sprung in den kalten Gartenpool oder eine eisige Brause, sollte man dem Kreislauf zuliebe aber unbedingt verzichten.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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