Den Kreislauf auf Trab bringen

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Ein niedriger Blutdruck ist eigentlich Grund zur Freude, aber das fühlt sich nicht immer so an. Wenn der Kreislauf in der großen Sommerhitze schwächelt, hilft meist zweierlei: viel Wasser trinken und sich bewegen. 

Der Sommer ist in vollem Gange, die Sonne lockt ins Freie. Doch es gibt ein Aber: Die Hitze wird Menschen mit niedrigem Blutdruck (Hypotonie) schnell zur Last, ihr Kreislauf macht schlapp. Zwar ist ein niedriger Blutdruck generell etwas Positives, verspricht gar ein langes Leben. Doch starke Wärme weitet die Gefäße zusätzlich, das Blut in den Venen wird langsamer zum Herz gepumpt, der Blutdruck sinkt noch mehr ab. Außerdem schwitzt der Mensch gegen die überhöhte Temperatur an. So kühlt er seinen Körper, verliert dabei aber gleichzeitig Salz. Das fährt den Kreislauf in den Keller, was für Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck üble Folgen haben kann. 

Helfen Sie sich selbst

Gemessen wird der Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Optimal, so die Weltgesundheitsorganisation WHO, sind 120/80 mmHg. Bei weiblichen Hypotonikern fällt der obere Wert unter 100 mmHg, bei männlichen unter 110 und bei beiden Geschlechtern sinkt der untere unter 60. 

Niedriger Blutdruck, der einhergeht mit kalten Händen und Füßen, mag im Hochsommer wenig stören. Aber Schwindelgefühle und Müdigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit, Übelkeit oder gar kurze Ohnmachten stören das Wohlbefinden natürlich erheblich. Selbstverständlich müssen Leidende die Symptome ärztlich abklären lassen. Denn sie könnten andere Ursachen haben als den zu niedrigen Blutdruck. Aber sobald die alleinige Diagnose „Hypotonie“ lautet, ist Selbsthilfe die erste Antwort.

Zum einen kann sich jeder gegen das plötzliche Absacken des Blutdrucks wappnen. Akute Hilfe bringt es, sich hinzusetzen und die Beine hochzulegen. Wer kann, legt einen kalten Waschlappen seitlich an den Hals, denn die Kälte erhöht das Tempo des Blutflusses und damit den Druck. Auch Kampfer oder Menthol auf ein Stück Würfelzucker geträufelt, das dann langsam im Mund zergeht, regt den Kreislauf an. Für Freunde des Herzhaften sind ein paar Chips, Salzstangen oder eine schnell angerührte Brühe die Mittel der Wahl. 

Den Kreislauf stimulieren

Diese kleinen Tricks können dem schwachen Kreislauf kurzfristig aufhelfen. Doch längerfristig wirken nur regelmäßige Taten durch die belastend heißen Sommerwochen. Dazu gehört, über den Tag viel Wasser zu trinken. Gemeint sind tatsächlich rund zwei Liter Wasser, denn Flüssigkeit im Blut lastet die Gefäße aus, der Druck erhöht sich. Das gelingt aber nicht mit jeder Flüssigkeit: Alkohol wirkt kontraproduktiv, denn er weitet die Gefäße. Nichts einzuwenden ist wiederum dagegen, mit Kaffee oder schwarzem und grünem Tee in den Tag zu starten. Beides enthält Koffein und fördert den Kreislauf, wobei Tee langsamer wirkt und länger vorhält als Kaffee. Ungünstig wäre es allerdings, sich über den Tag von Kaffee zu Kaffee zu hangeln, das geht womöglich auf den Magen. Da sind kühlende Kräutertees, etwa Minze mit Ingwer und Orange auf Eiswürfeln, empfehlenswerter. 

Die Naturmedizin bietet eine Reihe anregender und kreislaufstimulierender und -stärkender Mittel, darunter einige mit Essenzen aus Rosmarin und Minze, Schafgarbe und Weißdorn. Ihre Apothekerin und Ihr Apotheker klären Sie gerne über die Wirkung auf. Zu Hause bringen Wechselduschen und Bürstenmassagen den Kreislauf in Schwung. Das kann man zum Ganzjahresritual erheben. Und draußen die pralle Sonne zu meiden und sich lieber im Schatten aufzuhalten, das danken Kreislauf und Haut gleichermaßen.

Langfristig hilft Bewegung

Keinesfalls sollte ein hypotonisch veranlagter Mensch in eine „Sommerstarre“ verfallen. Denn Bewegung tut dem Kreislauf gut. Verlegen Sie sportliche Bewegung aber nicht in die Mittagshitze – dafür eignen sich der frischere Morgen oder der kühlere Abend besser. Welche körperliche Betätigung die richtige ist, das hängt von der eigenen Lust ab. Wandern oder Nordic Walking, Radeln oder Schwimmen stabilisieren den Blutdruck. Aber auch jeder Spaziergang zählt: Schon eine kleine, regelmäßige Bewegungseinheit bringt den Kreislauf auf Trab. 

Quelle: www.ratgebergesund.de

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