Die Heilkraft der Mistel

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Unseren Vorfahren sollte sie Glück bringen und Zauberkraft verleihen, uns soll sie im Kampf gegen Krebs zur Seite stehen: Die Mistel ist eine außergewöhnliche Heilpflanze.

Schon optisch unterscheidet sich die Mistel erheblich von gewöhnlichen Pflanzen: Denn der kugelförmige, immergrüne, weißbeerige Halbschmarotzer mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter wächst ohne Bodenkontakt hoch oben in den Bäumen. Ihre senkrechten Wurzeln sendet die Mistel in Rinde und Holz ihrer Wirtspflanze und entnimmt ihr auf diese Weise Wasser und Nährsalze, die sie zum Leben braucht. Je nach Wirt des Halbschmarotzers werden drei Unterarten unterschieden: Die Laubholz-Misteln, die unter anderem auf Pappeln, Apfelbäumen und Birken zu Hause sind, die Tannen-Misteln und die Kiefern-Misteln.

Magisches Gewächs … 

Durch ihre eigenartige, geheimnisvolle Gestalt verschaffte sich die Mistel seit jeher den Respekt der Menschen und regte ihre Fantasie an: So glaubten unsere Vorfahren beispielsweise, dass die Mistel vor Feuer schützen sowie Hexen und böse Geister vertreiben könne. Für die keltischen Druiden war die Mistel die heiligste aller Pflanzen und unverzichtbare Zutat kräftestärkender Zaubertränke. Um die Mistel verarbeiten zu können, wurde das heilige Gewächs Überlieferungen zufolge mit einer goldenen Sichel abgeschnitten und behutsam in einem Tuch aufgefangen.

Doch nicht nur die magischen Fähigkeiten der Mistel, sondern auch ihre Heilkräfte haben sie seit jeher berühmt gemacht: Im Laufe der Jahrhunderte schätzten die Menschen den Halbschmarotzer unter anderem gegen Fallsucht, Milzsucht, Lebererkrankungen, Epilepsie und Geschwüre in den Ohren.

… und modernes Therapeutikum

Die Verwendung der Mistel bei Tumorerkrankungen hat sich erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt und geht auf Rudolf Steiner (1861 – 1925), den Begründer der Anthroposophie, zurück. Mittlerweile wurden ihre Inhaltsstoffe intensiv erforscht. Ergebnis: Bestimmte Eiweißstoffe, die in Mistel-extrakten enthalten sind, sollen das Wachstum von Krebszellen hemmen und diese auflösen können. Zudem wird ihnen eine immunstärkende Wirkung nachgesagt. 

Aus diesen Gründen empfehlen vor allem anthroposophisch und naturheilkundlich orientierte Ärzte die Mistelbehandlung als Ergänzung der klassischen Krebstherapie. Dabei werden die Mistelextrakte in oder unter die Haut gespritzt. Anhänger der Therapie betonen, dass die Lebensqualität von Krebspatienten durch die Behandlung verbessert werden könne. Vor allem, weil Mistelpräparate tumorbedingte Beschwerden und Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie vermindern würden.

Ob bei bösartigen Tumoren eine Misteltherapie durchgeführt werden darf und sollte, müssen Krebspatienten individuell mit dem behandelnden Arzt und der therapierenden Klinik klären. Inwiefern die Kosten für die pflanzliche Therapie übernommen werden, weiß die Krankenkasse.

Eine Misteltherapie sollte immer mit dem behandelnden Onkologen besprochen werden.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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