Fuß- und Nagelpilz: Bitte haben Sie Geduld!

Allgemein Dermatologe
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Fuß- und Nagelpilz: Bitte haben Sie Geduld!

Pilzinfektionen machen sich bevorzugt an den Füßen breit und können auch die Nägel in Mitleidenschaft ziehen. Mit einer konsequenten Behandlung gelingt es, die Erreger wieder loszuwerden. 

Der Sommer tut auch unseren Füßen gut. Endlich kommen sie ans Tageslicht und an die frische Luft, endlich müssen sie nicht mehr in Strümpfen und Schuhen schwitzen. Doch Vorsicht: Wer an den falschen Orten barfuß läuft, riskiert eine Fußpilz-Infektion.

Fußpilz-Erreger sind hartnäckig und leider auch äußerst ansteckend. In Schwimmbädern, Saunaanlagen, Wellnessoasen, Umkleidekabinen und Hotelzimmern können die Erreger lauern und im Vorbeigehen unbemerkt aufgesammelt werden. Einmal auf dem Fuß gelandet, können Fußpilz-Erreger, meist Fadenpilze, eine Infektion auslösen. Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben oder deren Füße schlecht durchblutet sind, haben ein besonders hohes Risiko, sich anzustecken.

Verdächtiges Kribbeln

Häufig macht Fußpilz zuerst durch gerötete, schuppende und juckende Haut zwischen den Zehen auf sich aufmerksam. Dann heißt es: Umgehend handeln, denn der Pilz verschwindet in keinem Fall wieder von selbst! Eine frühzeitige Therapie kann zudem verhindern, dass er auf andere Hautregionen und die Fußnägel übergreift.

Für die Behandlung von Fußpilz gibt es in der Apotheke eine Reihe rezeptfreier Anti-Pilz-Mittel – zum Beispiel Cremes und Sprays. Sie enthalten Wirkstoffe, die das Pilzwachstum hemmen und die Erreger abtöten. Bei großflächigem Fußpilz, zum Beispiel am Fußrücken, bei starkem Juckreiz oder unklaren Beschwerden sollten Betroffene immer zum Hautarzt gehen.

Wichtig ist, dass das Anti-Pilz-Mittel konsequent, regelmäßig und lange genug auf die befallenen Hautstellen aufgetragen wird. Auch wenn Beschwerden wie Juckreiz oft schon nach einigen Tagen nachlassen, muss die Therapie fortgesetzt werden. Wie lange, darüber gibt die Packungsbeilage Auskunft. Wird die Behandlung vorzeitig abgebrochen, besteht die Gefahr, dass der Fußpilz erneut aufflammt oder auf die Zehennägel übergreift.

Angriff auf die Nägel

Das gilt es zu verhindern, denn Nagelpilz ist eine besonders hartnäckige Erkrankung. Bemerkbar macht sich ein Pilzbefall der Zehennägel durch Nagelverfärbungen und -verformungen. Wer sich angesteckt hat, bemerkt häufig zuerst, dass die befallenen Nägel ihren natürlichen Glanz verlieren, sich gelb bis bräunlich verfärben, verdicken und schließlich bröckelig werden. Nagelpilz sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen, denn unbehandelt kann er mit der Zeit die ganze Nagelplatte zerstören. 

Steht die Diagnose „Nagelpilz“ fest, kann das hartnäckige Übel mit speziellen Anti-Pilz-Nagellacken aus der Apotheke therapiert werden. Abhängig vom Wirkstoff und vom jeweiligen Präparat unterscheidet sich die Anwendung. Wasserlösliche Lacke werden einfach regelmäßig aufgepinselt, bei anderen muss die Nagelplatte vorher mit einer Einmalfeile aufgeraut und desinfiziert werden. Am besten ist es, sich in der Apotheke beraten zu lassen und dann zu entscheiden, welches Mittel besonders gut geeignet ist. Sind die Zehennägel bereits großflächig vom Nagelpilz angegriffen, wird der Hautarzt eventuell Tabletten zum Einnehmen verschreiben. 

Unabhängig von der individuellen Behandlungsstrategie gilt: Die Therapie von Nagelpilz ist immer eine langwierige Sache. Bis ein neuer, pilzfreier Nagel nachgewachsen ist, kann mehr als ein Jahr vergehen. Die Behandlung erfordert also eine gehörige Portion Geduld und viel Ausdauer.

Ansteckung verhindern

Am besten ist es natürlich, Fuß- und Nagelpilz erst gar keine Chance zu geben. Um die hartnäckigen Pilzerreger auf Abstand zu halten, sollte man in Schwimmbädern, Hotels und an anderen öffentlichen Orten vorsichtshalber Badeschuhe tragen. Ebenfalls wichtig: Die Haut, vor allem zwischen den Zehen, nach jedem Schwimmen, Duschen und Baden gründlich abtrocknen. Denn vom Wasser aufgeweichte und aufgequollene Haut ist für Pilzerreger eine beliebte Eintrittspforte.

Socken sollten täglich gewechselt und Schuhe, vor allem verschwitzte Sportschuhe, nach jedem Tragen gründlich gelüftet werden. Sinnvoll kann es auch sein, die Schuhe regelmäßig mit einem pilzhemmenden Schuhspray einzusprühen.

Ist ein Familienmitglied an Fuß- oder Nagelpilz erkrankt, hilft gute Hygiene, eine Ansteckung zu verhindern. Das heißt: Handtücher nie teilen und sämtliche Wäsche, vor allem Handtücher, Bettwäsche, Badematten, Socken und Strümpfe, bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Erst bei dieser Temperatur machen Pilzerreger nämlich schlapp. Darf empfindliche Wäsche nicht bei 60 Grad gewaschen werden, kann ein Hygienespüler hilfreich sein. 

Die besten Tipps für schöne Füße

Ob in Sandalen oder Flip-Flops: Gepflegte Füße sind ein Blickfang! Pflegen Sie Ihre Füße sommerschön.

  • Cremen Sie die Füße nach jedem Waschen gründlich ein, am besten mit einer hochwertigen Fußcreme aus der Apotheke. Sie sollte reichlich Feuchtigkeit spenden.
  • Verbinden Sie das Eincreme-Ritual mit einer kleinen Fußmassage. Sie regt die Durchblutung an und ist eine echte Wohltat.
  • Ausgeprägte, störende Hornhaut an den Füßen lässt sich mit einem Bimsstein vorsichtig entfernen. Vorbeugend Anti-Hornhaut-Cremes mit hoher Harnstoff-Konzentration anwenden.
  • Ein duftendes Fußdeo schenkt zusätzlich Frische. 
  • Fußnägel können mit einem Nagelknipser gekürzt und mit einer Feile in Form gebracht werden.

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