Gesunde Ernährung – Regenbogen-Fasten

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Heute grün, morgen rot, übermorgen gelb. Essen Sie bunt! Eine Woche lang kommt jeden Tag eine andere Regenbogenfarbe auf den Teller und bringt Ihre innere Sonne zum Strahlen.

Die Regenbogen-Diät ist eine Modeerscheinung aus den 1980er-Jahren und erlebt derzeit ein Revival. Wer jetzt in allen Farben isst, liegt also voll im Trend. Nicht nur, weil der Regenbogen in Corona-Zeiten für uns zu einem allgegenwärtigen Symbol für Hoffnung und Veränderung geworden ist, sondern auch, weil er uns die bunte Vielfalt des Lebens bewusst macht. Aus dem farben­frohen Vollen zu schöpfen, ist angesagt. Sattes Grün, feuriges Rot und sonniges Gelb – all das hat die Natur zu bieten und sie kredenzt uns das gesamte Farbspektrum in Form von Gemüse, Obst und Kräutern. Ab jetzt jeden Tag.

Sieben Tage, sieben Farben

Sieben Tage hat die Woche, sieben Farben hat der Regenbogen. Da liegt es doch auf der Hand, was wir draus machen: Regenbogen-Fasten! Täglich dominiert ein anderer Farbton den Teller. Heute grün, morgen rot, übermorgen gelb. Von Einheitsbrei kann trotzdem keine Rede sein. Denn mit der vielfarbigen Frischekost bekommt der Körper die kunterbunte Palette sämtlicher sekundärer Pflanzenstoffe aufgetischt. Diese Substanzen sind für die Farbgebung der natürlich-bunten Nahrungsmittel verantwortlich. Sie färben Tomaten feuerrot, Gurken grasgrün und Mais quietschgelb. Sekundäre Pflanzenstoffe im Allgemeinen und all die anderen Vitalstoffe haben den guten Ruf, positive Einflüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden zu haben. Gleichzeitig wirken sie wie ein Hausputz im eigenen Körper. Sie sorgen für mehr Vitalität und geben einen Energieschub. Der Stoffwechsel bekommt neuen Aufschwung. Endprodukte, zu denen der Laie „Schlacken“ sagt, werden ausgeschleust. Angenehmer Nebeneffekt: Auch ein paar Pfunde können purzeln und die Haut strahlt mit der Sonne um die Wette. Dass beim Farben-Fasten der Fokus auf pflanzenbasierter Vollwert-Ernährung liegt und stark industriell verarbeitete Produkte weitgehend tabu sind, muss niemand als Einschränkung empfinden. Die Regenbogen-Woche fördert den bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Obendrein macht sie Spaß und bringt Farbe auf den Teller. Das Auge isst schließlich mit!     

Tag 1: Grün – Glück für die Gesundheit

Grün ist die Farbe des Lebens und wird bestimmt durch Chlorophyll. Der naturgrüne Pflanzensaft gilt als das Blut der Pflanzen, weil mit seiner Hilfe Sonnenenergie in Sauerstoff verwandelt wird. Im menschlichen Körper wirkt Chlorophyll blutbildend und entwässernd. Es reinigt von innen, weil es Schadstoffe bekämpft und so Entzündungen verhindern kann. Besonders viel Chlorophyll ist in Spinat und Grünkohl enthalten, auch in Brokkoli und Erbsen. Beim Obst hat die haarige Kiwi die Nase vorn. Küchenkräuter in Kleeblattgrün gibt’s reichlich: Brennnessel, Löwenzahn, Petersilie und etliche mehr. Übrigens: Je dunkler das Blattgrün, desto mehr Chlorophyll.  

Tag 2: Rot – Power fürs Immunsystem

Rot ist die Farbe der Vitalität und der Tatkraft. Wer mehr Energie im Alltag braucht, der isst feurig-rot. Lycopin ist der blutrote Pflanzenstoff, der als Radikalfänger gilt, weil er die Zellen schützen und das Herz stärken kann. Er heizt dem Immunsystem ordentlich ein und soll helfen, vielen Erkrankungen vorzubeugen. Lycopin ist hauptsächlich in Tomaten enthalten, aber auch Rote Bete, Paprika und Chilis sind gute Lieferanten. Verführerisch und unwiderstehlich wirken rote Früchte wie Erdbeeren, Granatäpfel und Johannisbeeren. 

Das Besondere am Lycopin ist, dass es durch Erhitzen und Verarbeiten erst seine volle Wirkung entfaltet. Das ist der Grund, warum z. B. Dosentomaten eine gute Alternative zur Frischware sind – gerade im Herbst und Winter.

Tag 3+5: Gelb-orange – Sonne für die Seele

Gelb und Orange sind die Farben des Lichts. Wer starke Nerven und geniale Geistesblitze braucht, der holt sich die gute Laune auf den Tisch. Carotinoide heißen die sommerlichen Pflanzenfarbstoffe, die zum einen die Hirnleistungen verbessern, zum anderen die Haut vor sichtbarer Alterung durch UV-Strahlen schützen können. Gelbe und orangefarbene Carotinoide stecken vor allem in Karotte und Kürbis, Mais und Süßkartoffel. Auch sonnenverwöhnte Früchtchen wie Ananas und Aprikose, Mango und Mirabelle machen gesund und glücklich. Übrigens: Carotinoide sind fettlösliche Farbpigmente. Der menschliche Körper kann sie am besten in Zusammenhang mit guten Fetten aufnehmen. Daher Oliven-, Distel- oder Rapsöl hinzufügen. Alternative: Das Gericht mit Avocado-Schiffchen garnieren.

Tag 5+6: Blau-violett – Essen zur Entspannung

Blau und Violett sind die Farben der Harmonie. Wer sich nach innerer Ruhe sehnt, der wendet sich den Gemüse- und Obstsorten in den Nuancen des Nachthimmels zu. Aubergine und Rotkraut, Rote Bete und blauschalige Kartoffeln („Blauer Schwede“) enthalten Anthocyane, die zum einen für die Lilafärbung verantwortlich sind. Zum anderen wirkt diese Art der sekundären Pflanzenstoffe antioxidativ. Das heißt, sie bieten optimalen Zellschutz, indem sie den Körper im Kampf gegen schädliche Umwelteinflüsse unterstützen und dabei helfen, Krankheitserreger fernzuhalten. Außerdem wirken sie antiviral und entzündungshemmend. Der immunstärkende Effekt von schwarzen Holunder- und Johannisbeeren ist in vielen Forschungen erwähnt. Heidelbeeren bringen den zusätzlichen Vorteil mit, dass sie dem Magen guttun, Verdauungsprobleme zuverlässig lösen und zudem den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen können.  

Tag 7: Weiß – Reinigung von innen

Trifft das weiße Sonnenlicht auf einen Regentropfen, entsteht ein Regenbogen. Das ist einer von zwei Gründen, warum weiße Lebensmittel beim Regenbogen-Fasten nicht fehlen dürfen. Nummer zwei lautet: Spargel, Knoblauch und Zwiebel strotzen nur so vor Saponinen. Diese sekundären Pflanzenstoffe reinigen von innen, wirken wassertreibend und antibiotisch, d. h. sie bekämpfen Bakterien. Zudem halten sie das Immunsystem leistungsstark. Übrigens: Besonders in der kühleren Jahreszeit haben viele weiße Gemüsesorten Saison, z. B. Blumenkohl und Fenchel. Enthalten sind viele Mineralstoffe und reichlich Vitamin C – gut fürs Bindegewebe.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sie gelten als gesundheitsfördernd. Man sagt ihnen nach, dass sie das Risiko für die Entstehung verschiedener Erkrankungen senken können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher einen hohen Verzehr von Gemüse und Obst, einschließlich Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten. Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten sekundären Pflanzenstoffen können eine solch pflanzenbasierte Ernährung nicht ersetzen. Ehe Sie sich für ein Präparat entscheiden, sollten Sie sich das Okay Ihres Arztes geben lassen. Bei der Einnahme beachten Sie immer die Herstellerangaben zur Dosierung, besser noch vertrauen Sie auf die kompetente Beratung in Ihrer wohnortnahen 

Sekundäre Pflanzenstoffe gibt es in Form von Kapseln und als flüssiges Energetikum in Ihrer Apotheke. Lassen Sie sich beraten!

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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