Ginkgo fürs Gedächtnis

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In dieser Serie geht’s um »Kopf-Kräuter«. Heilpflanzen, die das Denken anregen, die Stimmung erhellen oder den Schlaf verbessern.

Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist ein solches Gewächs – kein Kraut, sondern ein Baum mit »Gedächtnis«. Tausend Jahre alt kann er werden und wächst bis zu 30 Meter hoch. Auf unsere kleinen grauen Zellen im Gehirn hat dieser überragende Baum mit den fächerförmigen Blättern eine ganz besondere Wirkung.

Leichter Denken

Ginkgo-Blätter enthalten Pflanzenstoffe, die die Durchblutung im Gehirn fördern. Auf diese Weise wird das Oberstübchen optimal mit Sauerstoff versorgt. Der Effekt: Das Denken fällt spürbar leichter, weil sich die Konzentration erhöht. Selbst bei Menschen mit Demenz bessern sich die Gedächtnisleistungen, insbesondere die Merkfähigkeit, wenn sie langfristig Ginkgo-Präparate einnehmen. Die Inhaltsstoffe – vorwiegend Flavonoide und Terpenlactone – schützen die Hirnzellen, können weiteren Schäden vorbeugen und das Fortschreiten dieser gefürchteten Hirnerkrankung verlangsamen. Alzheimer-Patienten gewinnen deutlich an Lebensqualität.

Glücksgefühle

Die Extrakte aus den Ginkgo-Blättern fördern zudem ganz spezielle Botenstoffe im Gehirn: Serotonin, das Glückshormon, und Dopamin. Dieser Neurotransmitter ist für den inneren Antrieb zuständig. Ein hoher Dopamin-Spiegel macht unternehmungslustig und hebt die Stimmung. Ginkgo macht also glücklich – das weiß man an manchen Orten der Welt schon sehr lange.

Sinnbild für langes Leben

Der Ginkgo-Baum gilt als ein lebendes Fossil. Seine Ur-Form gab es schon vor den Dinosauriern. Die buddhistischen Mönche im alten China waren die Ersten, die ihn als Medizin-Baum zu schätzen wussten. Sie setzten ihn gegen Erschöpfung und zur Steigerung der Vitalität ein. Tausend Jahre alte Ginkgo-Bäume zierten ihre Tempelgärten. Daher war der Ginkgo-Baum für die Mönche ein Sinnbild für langes Leben. Bei uns kennt man seine Wirkweise erst seit den 1960er-Jahren. Inzwischen aber gehört er zu den meistverkauften Heilpflanzen in Apotheken überhaupt. Weil seine Extrakte in hochkonzentrierter Form die Hirndurchblutung
anregen, wird er sowohl zur Gedächtnisstärkung eingesetzt, als auch zur Behandlung von Schwindel und Ohrgeräuschen (Tinnitus).

Ginkgo in Ihrer Apotheke

Ginkgo gibt es in Ihrer Apotheke in Form von Tabletten, Tropfen und Tinkturen. Sie sind zur längerfristigen Einnahme gedacht, weil die Wirkung meist nicht sofort spürbar ist. Für Menschen, die Gerinnungshemmer, Antidepressiva oder Medikamente zur Verhinderung von Krampfanfällen einnehmen, sind Ginkgo-Präparate allerdings nicht geeignet. Fragen Sie am besten Ihr Apotheken-Team. Für Alzheimer-Patienten und alle, die ihr Gedächtnis anspornen möchten, ist Ginkgo die Heilpflanze zur geistigen Stärkung.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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