Heilsame Blüten

Allgemein Naturheilkunde
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Blüten sind die Perlen der Natur. Kostbar, duftend und wunderschön. Manche sind sogar essbar und heilsam für Körper und Seele.

Wenn draußen alles blüht, freuen sich nicht nur die Bienen. Sommerblumen sind auch für uns ein Gedicht. Sie sind Augenweiden und Gaumenfreuden zugleich. In der Natur und in der Vase machen sie eine gute Figur, auf dem Teller sind sie mehr als eine farbenfrohe Dekoration. Blumen können viel mehr, als wir sehen und riechen können. Blüten betören unsere Sinne. Manche sind tatsächlich essbar und haben einen feinen Geschmack. Andere verströmen unverkennbare Düfte, die auf unser Wohlbefinden wirken. Wer die Sprache der Blumen kennt, der versteht auch ihren gesundheitlichen Nutzen. Welche Blüten haben heilsame Kräfte? Wir haben fünf Kelche, Stängel und Stempel für Sie gepflückt. 

Wilde Malve

Die Malve ist eine klassische Heilpflanze mit vielen Qualitäten. Ihre roten, blauen oder violetten Blüten sind mild im Geschmack und geben jedem Salat das gewisse Etwas. Ein Genuss für Augen und Gaumen, in dem noch mehr steckt. Mit ihren Inhaltsstoffen ist die Malve eine heilsame Zutat für Hals und Haut.

Die Wilde Malve ist reich an Schleimstoffen, die bei Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen ihre entzündungshemmende Wirkung zeigen. Gurgellösungen mit Malven-Extrakten lindern Reizungen in Mund und Rachen. Bei Sodbrennen trinken Sie Malventee, der beruhigt den Magen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass hochkonzentrierte Malven-Extrakte sogar den gefürchteten Magenkeim Helicobacter pylori in Schach halten können. Um den Erreger in seinem Wachstum zu hemmen, kann Malve eine natürliche Ergänzung zu herkömmlichen Therapien sein. In warmen Ländern, wo Lebensmittel schnell verderben, setzen die Menschen Malven-Extrakte ein, um die Bildung von Schimmelpilzen zu reduzieren.

Die Malve schützt vor vielerlei Schadstoffen – auch die Haut profitiert von den antioxidativen Eigenschaften. Entzündungen können zurückgehen. Aknehaut kann aufatmen. Auch bei Falten haben sich Pflegecremes mit Malven-Extrakten aus der Apotheke bewährt.

Nachtkerze

Die gelben Blüten der Nachtkerze öffnen sich erst am Abend. Dann verströmen sie einen süßen Duft. Ihr Geschmack hingegen ist neutral. In der Blütenküche dient sie der Dekoration. In ihrer Wirkung aber zeigt sich die Nachtkerze von ihrer starken Seite.

Extrakte aus den Nachtkerzen-Samen können es sogar mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis aufnehmen. Die enthaltene Linolsäure pflegt die schuppige Haut, lindert den Juckreiz und hilft, die Entzündungen zu hemmen. In der Apotheke gibt es Kapseln mit Nachtkerzenöl, sie dienen der Langzeiteinnahme. Für Neurodermitis-Patienten bedeutet das: Haben Sie etwas Geduld.

Nachtkerzenöl ist in vielen Hautpflegeprodukten enthalten. Die Inhaltsstoffe pflegen trockene Haut und helfen, Feuchtigkeitsverluste zu verringern. Die Spannkraft soll sich erhöhen und das Hautbild insgesamt glatter erscheinen lassen. Viele Anti-Aging-Produkte enthalten Extrakte aus den Nachtkerzen-Samen.

Ringelblume

Die Ringelblume ist mit ihren orangefarbenen Blütenblättern ein Hingucker im Garten. Auf dem Teller schmückt sie jedes Dessert. Sie ist essbar, hat aber einen leicht bitteren Geschmack. In getrockneter Form kann sie Speisen kräftig gelb färben und gilt als Safran-Ersatz. In der Pflanzenheilkunde hat sich die Ringelblume als zuverlässige Wundheilerin bewährt.

Bei trockener Haut, Ekzemen und Verbrennungen fördern ihre Inhaltsstoffe die Regeneration. Ihre wichtigsten Bestandteile sind Flavonoide, Saponine und Triterpene, die entzündungshemmend wirken und die Bildung von neuem Gewebe anregen. Cremes und Salben mit Ringelblumen-Extrakten pflegen die Haut und machen sie geschmeidig. Erhältlich in der Apotheke. Sie können sich Ihre Ringelblumensalbe auch ganz leicht selbst anrühren. Nicht nur äußerlich leistet die Ringelblume wertvolle Dienste. Als Gurgellösung lindert sie Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Einen Esslöffel Ringelblumen mit heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen und abkühlen lassen. Lauwarm anwenden.

Kapuzinerkresse

Kreative Köche schwören auf die Kapuzinerkresse. Sie gibt jedem Salat den nötigen Pfiff. Ihren scharfen Geschmack hat sie ihren Senfölen zu verdanken. Seit Jahrhunderten sind Senföle für ihre antibiotische Wirkung bekannt. Bei Infektionen der Atemwege und Entzündungen der Blase können sie die Beschwerden lindern, weil sie die Durchblutung fördern und die Erreger ausschwemmen. Kapuzinerkresse gilt als natürliches Antibiotikum im Akutfall oder zur Vorbeugung, um das Immunsystem zu stärken.

Die Senföle der Kapuzinerkresse wärmen von innen und können Schmerzen lindern. Ähnlich wie der Scharfmacher Capsaicin aus der Chilischote helfen sie bei Muskel-verspannungen und Prellungen. Das Gewebe wird gut durchblutet, mit Nährstoffen versorgt und kann sich entspannen.

Kapuzinerkresse ist keine Heilpflanze für sanfte Gemüter. Empfindliche Menschen sollten sparsam mit ihr umgehen, sonst kann es zu Reizungen der Magenschleimhaut kommen. Verträglicher sind z. B. magensaftresistente Präparate mit Kapuzinerkresse-Extrakten aus der Apotheke. Sie wirken antibakteriell und antiviral zur Infektabwehr.

Holunderblüten

Holunderblüten duften unwiderstehlich. In der Küche lassen sich die weißen Blütendolden zu Gelee, Konfitüre und Chutney weiterverarbeiten. In getrockneter Form ergeben sie einen Heiltee mit schweißtreibender Wirkung. Holunderblüten stecken voller guter Pflanzenstoffe und ätherischer Öle, die helfen, eine Erkältung „auszuschwitzen“. Sogenannte Flavonoide bekämpfen Schnupfenviren und lösen festsitzenden Husten. Holunderblüten haben eine ähnliche Wirkung wie Lindenblüten und bilden zusammen ein starkes Team gegen Infekte. Holunderblüten sind ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Viele Studien empfehlen sie in erster Linie zur Linderung von Atemwegserkrankungen. In der Apotheke gibt es Holunderblüten-Extrakte in Form von Tee, Saft und Tinktur. In Gurgellösungen können sie Entzündungen im Mund- und Rachenraum bekämpfen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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