Helfen Ballaststoffe bei Verstopfung?

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„Iss mehr Ballaststoffe!“ Diesen Rat bekommen von Verstopfung Geplagte oft zu hören.

Doch helfen Leinsamen, Vollkornbrot & Co. wirklich, wenn der Darm streikt?

Ballaststoffe sind weitgehend unverdauliche Kohlenhydrate, die vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, etwa in Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten. Anders als ihr Name vermuten lässt, „belasten“ sie den Körper jedoch nicht. Im Gegenteil: Sie sind wichtige und gesunde Bestandteile der Nahrung. Deshalb sollten wir sie reichlich zu uns nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu verzehren. Achten Sie dabei unbedingt darauf, viel zu trinken, etwa zwei Liter täglich, am besten Wasser, Früchte- und Kräutertees. 

Hilfreich bei trägem Darm 

Schon seit langem gelten Ballaststoffe als wahre Darmfreude. Denn sie haben die Eigenschaft, das bis zu 100-fache ihres Eigengewichtes an Wasser zu binden. Dadurch steigt das Volumen des ballaststoffreichen Speisebreis im Darm stark an und übt Druck auf die Darmwand aus. Die Eigenbewegung des Darms, die Peristaltik, wird dadurch angeregt und die Abfallprodukte unserer Nahrung werden besser abtransportiert. 

„Wird die Ballaststoffzufuhr bei einer leichten Verstopfung gesteigert, kann dies unter Umständen einen trägen Darm anregen und die Beschwerden bessern“, erklärt Professor Müller-Lissner,  Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin in der Park-Klinik Weißensee in Berlin und Mitautor der aktuellen Leitlinie zur Behandlung chronischer Verstopfung. 

Behandlung nach Plan 

Diese Leitlinie sieht vor, bei chronischer Verstopfung nach einem Stufenschema vorzugehen. „Auf Stufe eins empfehlen wir, eine Erhöhung der Ballaststoffzufuhr auszuprobieren – in Kombination mit ausreichend Bewegung und Trinken“, so Müller-Lissner. Wenn Ballaststoffe und Bewegung  nicht helfen, rät die Expertenleitlinie auf Stufe zwei zu einer medikamentösen Therapie. Abführmittel mit den Wirkstoffen Bisacodyl, Natriumpicosulfat und Macrogol werden dabei als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Wird mit diesen Wirkstoffen kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt, können Zuckerstoffe (Milchzucker, Lactulose) oder Anthrachinone (etwa aus der Sennespflanze) eingesetzt werden. Der Apotheker kann wirksame Präparate empfehlen.  

Fazit:

Bei Verstopfung mehr Ballaststoffe zu essen, ist durchaus einen Versuch wert. In vielen Fällen ist das aber nicht ausreichend, um eine Verstopfung wirksam zu lösen.

Ballaststoffe satt

Reich an Ballaststoffen sind zum Beispiel …

• Weizenkleie, Flohsamen, Leinsamen, Haferflocken 

• Vollkornbrot, -zwieback, -nudeln  

• Erbsen, Bohnen

• Beerenfrüchte

• getrocknete Pflaumen

Quelle: www.ratgebergesund.de

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