Keine Chance für Rückenschmerzen

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Es zieht, es reißt, es nervt: Die meisten Menschen kennen Rückenschmerzen aus eigener, leidvoller Erfahrung. Sind die Beschwerden erst da, ist schnelles Handeln gefragt. Lesen Sie hier, was bei akutem Kreuzweh hilft – und worauf Sie besser verzichten.   

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden – und die Corona-Krise hat es nicht besser gemacht. Im Gegenteil: Das Arbeiten im Homeoffice hat manch einem Kreuz viel abverlangt. Statt im (hoffentlich!) ergonomisch eingerichteten Büro sitzen viele Menschen Stunde um Stunde auf dem harten Küchenstuhl oder, mit dem Laptop auf dem Schoß, auf der Couch. Ohne Schreibtisch und passenden Bürostuhl in ungünstiger Haltung vor dem Rechner zu hocken, nimmt selbst ein robuster Rücken auf Dauer krumm. Schmerzhafte Muskelverspannungen, Nackenprobleme und Kreuzweh sind typische Folgen.   

Nicht nur provisorische Arbeitsplätze hat uns die Corona-Pandemie beschert. Auch auf das gewohnte Sportprogramm mussten viele Menschen lange Zeit verzichten. Ob Krafttraining im Fitnessstudio oder Gymnastik mit Gleichgesinnten: Zahlreiche Aktivitäten sind dem Lockdown zum Opfer gefallen. Gar nicht gut für den Rücken, der auf eine kräftige Muskulatur und regelmäßiges Training angewiesen ist.  

Fehlhaltungen und Bewegungsmangel gehören zu den Hauptursachen sogenannter unspezifischer Rückenschmerzen. Typisch dafür: Den Beschwerden liegt keine andere ernsthafte Erkrankung, wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall oder ein Nervenschaden, zugrunde. Unspezifische  Rückenschmerzen sind zwar quälend, aber in der Regel nicht gefährlich. Und: Man kann selbst eine Menge dagegen tun. 

Bewegen statt schonen 

Wenn es heftig im Kreuz zieht oder im Nacken reißt, haben viele Menschen das unbändige Verlangen, sich hinzulegen. „Bloß nicht bewegen, um den Schmerzen zu entrinnen“, lautet ihr Motto. Was logisch klingt, hat jedoch einen gewaltigen Haken: Schonung, das weiß man heute, kann die Pein noch schlimmer machen und sogar dazu führen, dass Rückenschmerzen chronisch werden. Hingegen ist Bewegung das A und O, um die Beschwerden wieder loszuwerden. Konkret bedeutet das: Soweit es geht, sollten Rückenschmerz-Geplagte ihre normalen Alltagsaktivitäten beibehalten und, wenn der Arzt grünes Licht gibt, auch sportlich am Ball bleiben. Bewegung und Sport sind übrigens auch unerlässlich, um Rückenproblemen vorzubeugen. Yoga, Pilates, Wirbelsäulengymnastik, Krafttraining – es gibt zahlreiche rückenfreundliche Sportarten.  

Mit Medizin gegen Schmerzen 

Mitunter kann aber akuter Rückenschmerz so schlimm sein, dass selbst an alltägliche Aktivitäten kaum noch zu denken ist. Dann kann es vorübergehend sinnvoll oder sogar erforderlich sein, ein Schmerzmittel einzunehmen. Präparate mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkstoffen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Eine Beratung vor Ort hilft, das individuell passende Medikament zu finden. Wichtig: Schmerztabletten dürfen ohne ärztlichen Rat immer nur kurzzeitig eingenommen werden.   

Wärme oder Kälte? 

Sind die Muskeln vom langen Sitzen oder Arbeiten in ungünstiger Körperhaltung schmerzhaft verspannt, ist Wärme eine Wohltat. Sie kurbelt die Durchblutung an und lockert die Muskulatur. Hilfreich sind spezielle Wärmeumschläge und Wärmepflaster aus der Apotheke nicht zuletzt deshalb, weil sie den Schmerzreiz überlagern. So wirken auch Schmerzpflaster mit Cayennepfeffer-Dickextrakt. Das darin enthaltene Capsaicin schaltet die Schmerzrezeptoren kurzzeitig ab. Auch Kälte verlangsamt die Übertragung von Schmerzsignalen, sodass akute Beschwerden nachlassen. Manche Menschen schwören bei Rückenschmerzen auf Kälteanwendungen, etwa mit gelgefüllten Kühlpacks. Wichtig: Kühlpacks und Eis nie direkt auf die Haut legen, immer in ein dünnes Tuch einschlagen. 

So hilft die Physiotherapie 

Um die Pein mit Nachdruck zu vertreiben, hat sich Physiotherapie bewährt: Anwendungen wie Fangopackungen und Massagen sind eine Wohltat für den schmerzenden Rücken. Und gezielte Bewegungstherapien helfen, die Muskulatur dauerhaft zu kräftigen und Fehlhaltungen entgegenzuwirken. Das Gute: Rückenübungen, die Patienten beim Physiotherapeuten gelernt haben, können sie später auch zu Hause machen, um erneuten Beschwerden vorzubeugen. 

Ergonomisches Homeoffice  

Apropos vorbeugen: Wer mit Akten, Computer und Co. längerfristig, vielleicht sogar dauerhaft ins Homeoffice umzieht, sollte den Arbeitsplatz daheim ergonomisch gestalten. Das heißt vor allem: Sich dem Rücken zuliebe einen höhenverstellbaren Bürostuhl zulegen, möglichst auch einen höhenverstellbaren Tisch, und den Computerbildschirm so platzieren, dass er seitlich zum Fenster steht. Eine gute Beleuchtung verhindert, dass man mit der Nase dicht am Monitor kleben muss. Klar, dass es auch im Homeoffice wichtig ist, den alltäglichen Sitzmarathon durch regelmäßige Pausen zu unterbrechen. Tätigkeiten wie Telefonieren lassen sich gut im Stehen erledigen; und in der Mittagspause entlastet ein kleiner Spaziergang den Rücken.

Besser zum Arzt! 

Sie leiden zum ersten Mal unter Rückenschmerzen? Die Beschwerden halten längere Zeit an oder werden schlimmer? Dann vereinbaren Sie bitte einen Arzttermin. Umgehend ist medizinische Hilfe vonnöten, wenn Ihre Rückenschmerzen von Warnsignalen wie beispielsweise Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, einem Verlust der Blasenkontrolle, Fieber oder Schüttelfrost begleitet werden.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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