Kopfschmerzen: Mit den Jahren seltener

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Kopfschmerzen: Mit den Jahren seltener

Es pocht, hämmert, dröhnt im Schädel: Kopfschmerzen sind eine Qual, vor allem die gefürchtete Migräne. Doch zum Glück lässt dieses tückische Leiden mit zunehmendem Lebensalter häufig nach.  

Es gibt wohl kaum jemanden, dem nicht hin und wieder akute Kopfschmerzen zu schaffen machen – sei es durch Stress, Schlafmangel oder Hormonumstellung. Besonders weit verbreitet sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Während Spannungskopfschmerzen oft noch gut auszuhalten sind, fesselt die Migräne Betroffene nicht selten für Tage ans Bett.

Migräne wird meist milder

Doch für Migränegeplagte gibt es auch eine positive Nachricht: Eine Studie mit Patienten zwischen 65 und 95 Jahren deutet darauf hin, dass die gefürchteten Schmerzattacken, die meist in einer Kopfhälfte auftreten, mit dem Alter milder verlaufen. „Für einen langjährigen Kopfschmerzpatienten ist es meist gut, wenn er in die Jahre kommt“, bestätigt Privatdozentin Dr. Stefanie Förderreuther von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Denn insgesamt werden die primären Kopfschmerzen im Alter meist leichter. Auch das Verhältnis von Spannungskopfschmerzen und Migräne ändert sind: Relativ betrachtet nimmt der Spannungskopfschmerz eher zu, die Migräne eher ab.

Interessant ist, dass sich auch die Charakteristik der Migräne mit zunehmendem Alter verändert. „Jenseits des 55. bis 65. Lebensjahres – um eine ungefähre Altersgrenze zu nennen – kommt es bei den meisten Patienten zu einem Rückgang der vegetativen Begleitsymptome der Migräne, also zu weniger Übelkeit und Erbrechen und auch zu einer Abnahme der Lärm-, Licht- und Geruchsempfindlichkeit“, erklärt Förderreuther. „Auch die Schmerzintensität geht eher zurück.“ Das heißt: Zwar werden Migräne-Patienten ihre Erkrankung im Laufe des Lebens nicht los, aber sie zeigt sich doch gnädiger.

Schmerztherapie nach Maß 

Doch egal ob jung oder alt, ob Spannungskopfschmerz oder Migräne: Die Pein im Kopf muss niemand einfach hinnehmen. Denn gegen beide Kopfschmerzarten gibt es in der Apotheke wirksame Schmerzmittel. Bewährt hat sich unter anderem die Dreierkombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein, die auch von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft als ein Mittel der ersten Wahl bewertet wird. Erhältlich sind außerdem Präparate, die nur einen Wirkstoff enthalten, etwa Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure. Bei schweren Verlaufsformen der Migräne wird der Arzt wahrscheinlich Triptane verordnen. Wie Kopfschmerzmittel richtig eingenommen werden und was bei der Selbstbehandlung zu beachten ist, weiß der Apotheker.   

Migräne & Hormone  

Frauen leiden häufiger unter Migräne als Männer. Ein Grund: Schwankungen im Östrogenspiegel können Migräneattacken auslösen. Das erklärt auch, warum bei vielen Frauen vor der Menstruation gehäuft Attacken auftreten und sich die Migräne in der Schwangerschaft häufig bessert. „Mit dem Einsetzen der Menopause nehmen nicht nur die zyklusbedingten Schwankungen des Östrogenspiegels, sondern auch die Östrogenspiegel selbst ab“, erklärt Dr. Stefanie Förderreuther. „Damit erklärt man sich den oft sehr deutlichen Rückgang oder das völlige Ausbleiben von Migräneattacken bei Frauen nach Erreichen der Menopause.“

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