Kräuter für Geist und Gemüt – Safran für die Seele

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In dieser Serie geht’s um »Kopf-Kräuter«. Heilpflanzen, die das Denken anregen, den Schlaf verbessern oder die Stimmung erhellen. Safran ist eine davon.   

Safran (Crocus sativus) kennen die meisten von uns aus einem Kinderlied von früher. »Backe, backe Kuchen« deutet in einer seiner Textzeilen auf eine markante Eigenschaft dieses erlesenen Gewürzes hin. Mit Safran macht den Kuchen gehl« ist die sagenhafte Färbekraft gemeint. Enthalten ist nämlich Crocin, ein Carotinoid, das nicht nur gelb macht, sondern auch glücklich. 

Gold des Orients

Inzwischen gibt es viele Studien, die das Gleiche sagen: Safran hat eine stimmungsaufhellende Wirkung. Wenn Crocin im menschlichen Körper zum Nährstoff Crocetin umgewandelt wird, passiert es: Der Serotoninspiegel steigt. Der Volksmund würde sagen, Glückshormone überfluten uns. Positive Gefühle, gute Laune und neuen Tatendrang bringt uns Dopamin. Dies ist der Botenstoff im Gehirn, der unseren inneren Antrieb steigert und der vom Safran ebenfalls angefeuert wird. Dass wir uns besser konzentrieren können und uns geistig fit fühlen, soll genauso am »Gold des Orients« liegen. Denn man sagt ihm nach, auf jene Rezeptoren im Gehirn einen Einfluss zu haben, die dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen und das klare Denken erleichtern.

Teuerstes Gewürz der Welt

In seinen Herkunftsgebieten von Marokko bis Pakistan wird Safran seit jeher zur Unterstützung von Psyche und Nerven eingesetzt, um den Schlaf zu verbessern und Kraft für den Tag zu geben. Bei uns gibt es die Extrakte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in der Apotheke. Sie sollen das Stressempfinden reduzieren, die kognitive Leistungsfähigkeit erhöhen und der mentalen Er-schöpfung entgegenwirken. Safran ist also kostbar für Geist und Seele – und gilt als das teuerste Gewürz der Welt.

Gelbes Glück

Die begehrten Safranfäden sind nichts anderes als die blutroten Staubblätter einer ganz speziellen Krokusart. Drei an der Zahl stecken in jeder einzelnen Blüte. Während ihrer kurzen Blütezeit im Herbst müssen sie handverlesen werden. 200.000 Krokusblüten benötigt man übrigens für ein Kilo Safrangewürz. Diese schwierige Ernte erklärt den hohen Preis, der sich wiederum lohnt. Denn schon kleinste Mengen sind höchst ergiebig. Bereits ein Hauch von rotem Safran färbt intensiv gelb und verleiht dabei Gebäck, Kuchen und anderen Speisen ein verführerisch-bittersüßes Aroma, das an Honig erinnert mit einer leicht rosigen Note.

Zur Stimmungsaufhellung

Der Geschmack ist köstlich und der Gesundheitswert enorm. Die vielen B-Vitamine fördern die Durchblutung und geben dem Stoffwechsel Aufschwung, sie tragen zur Blutbildung bei und sorgen für starke Nerven. Als natürliches Heilmittel erzielt Safran positive Effekte auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. Mit seiner stimmungsaufhellen- den Wirkung hat er möglicherweise das Zeug zum pflanzlichen Antidepressivum – ähnlich wie das gut erforschte Johanniskraut.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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