Medizin oder Mythos?

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Jeder kennt sie seit Kindertagen: die alten Weisheiten, die sich um unsere Gesundheit ranken. Sind sie wahr oder falsch?

Lässt sich Schlaf nachholen?

Sonntags lange im Bett bleiben, herrlich! So können wir das Schlafdefizit einer ganzen Woche ausgleichen. Stimmt das?

Jojo-Schlaf

Endlich Wochenende. Kein Wecker, der gnadenlos die Träume unterbricht. Ausschlafen – da-rauf freuen sich viele Menschen von Montag bis Freitag. Leider ist das keine gute Idee. Denn der sogenannte Jojo-Schlaf, der zwischen wenigen Schlummerstunden und ausgiebigem Matratzen-horch-Dienst hin und her pendelt, tut Körper und Seele gar nicht gut. Die innere Uhr gerät aus dem Takt und man riskiert Schlafstörungen mit all ihren Folgen.

Murmeltier-Sonntag

Wer erst Sonntagmittag aufsteht, ist am Abend hellwach und hat gewöhnlich keine Lust, zeitig ins Bett zu gehen. Kurzfristig haben wir also Schlaf „nachgeholt“, nehmen dann aber schon die nächste kurze Nacht in Kauf und bekommen dafür schon am Montagmorgen die Quittung. Mit einer bleiernen Müdigkeit schleppen wir uns zur Arbeit – und sehnen den nächsten Murmeltier-Sonntag herbei. So entsteht ein Kreislauf, der auf Dauer die Gesundheit belastet. Ein gestörter Schlafrhythmus hat die gleichen Auswirkungen wie Schlafmangel: Dem Körper fehlt Energie, die er sich auf anderem Weg zurückholen will. Er meldet Heißhunger. Langfristig nehmen wir also an Gewicht zu. Und damit nicht genug: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Diabetes und Demenz stehen ebenfalls mit schlechtem Schlaf in Zusammenhang. Auch die Stimmung leidet. Zu wenig Schlaf macht die einen aggressiv, die anderen depressiv. Schlaf „nachholen“ am Wochenende hat also einen hohen Preis – wenn ansonsten die Ruhe überwiegend fehlt.

Jede Nacht

Es nützt also nichts, nur ab und zu genug zu schlafen. Viel wichtiger ist, regelmäßig – am besten jede Nacht – so lange im Reich der Träume zu weilen, dass wir wirklich ausgeruht sind. Als Richtwert gilt: 7,5 Stunden sollten es sein. Damit das gelingt, ist die richtige Schlafhygiene von entscheidender Bedeutung: Abends immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und morgens wie gewohnt aufstehen – sowohl werktags als auch am Wochenende, auch wenn’s schwerfällt. Und besonders dann, wenn bald wieder die Uhrumstellung bevorsteht. Am Sonntag, 25. Oktober, beginnt offiziell die Winterzeit.

Besser schlafen – so geht’s:

Entspannung in den Abendstunden ist das A und O. Zur Ruhe kommen, keine nervenaufreibenden Aktivitäten mehr ausführen. Das letzte Essen des Tages sollte nicht zu üppig ausfallen. Auch für die Bettlektüre wählen Sie lieber leichte Kost. Ob Sie ein Nachtlicht brauchen oder absolute Dunkelheit bevorzugen, ist Geschmackssache. Fakt ist jedoch, dass uns das Schlafhormon Melatonin bei Dämmerung leichter in Morpheus‘ Arme schickt. Auch die Schlafzimmertemperatur spielt eine Rolle: angenehme 18 Grad sind ideal. Wenn all das nicht hilft, gibt es sanfte Schlummerhilfen auf Naturbasis in Ihrer Apotheke. Baldrian, Lavendel und Melisse sind die bekanntesten Schlafkräuter.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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