Neue Viren, alte Bekannte

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Erst MERS, dann Ebola, jetzt SARS-CoV-2: Woher kommen solche neuen Viren? Und müssen wir künftig immer wieder mit Pandemien rechnen? 

Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Corona zur länder- und kontinentübergreifenden Epidemie (Pandemie) erklärt hat, sind alle aufgerufen, strenge Hygiene- und Verhaltensregeln einzuhalten, um Ansteckungen zu vermeiden. Experten gehen davon aus, dass uns das Virus noch für längere Zeit beschäftigen wird. Was ist das nun für ein Erreger, der den Namen »neuartiger SARS-CoV-2« trägt und zur Erkrankung COVID-19 führt?

Vom Tier zum Menschen 

Viren gab es schon, bevor sich menschliches Leben entwickelte und Coronaviren als solche hat man bereits in den 1960er-Jahren identifiziert. Anfangs galten sie als eher harmlose Schnupfenviren. Neuartig ist SARS-CoV-2, weil es sich um eine genetische Veränderung, eine Mutation, handelt. Coronaviren sind oft zoonotisch, das heißt: Sie zirkulieren in Tieren und mutieren dann so, dass sie vom Tier auf den Menschen überspringen und von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Virologen nehmen an, dass SARS-CoV-2 von Fledermäusen stammt und die erste Ansteckung auf einem Tiermarkt in China erfolgte.

Eine Familie

Fledermäuse sind sehr wahrscheinlich auch die ursprünglichen Überträger von Ebola, SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) und MERS (Middle East Respiratory Syndrome), die in den letzten 20 Jahren
ganze Kontinente in Atem gehalten haben. SARS und MERS gehören ebenfalls zur Familie der Coronaviren und stellen Mutationen dar. Obwohl es sich um alte Bekannte handelt, geben die genetischen Veränderungen den Forschern Rätsel auf.

Beim neuartigen SARS-CoV-2 ist ein Eiweißmolekül so verändert, dass sich das Virus schneller an Wirtszellen im menschlichen Körper binden kann. Dabei wird es unterstützt durch das Enzym Furin, das beim Menschen in Lunge, Leber und im Darm vorkommt. So erklärt sich, warum bei einer Corona-Infektion neben schwerer Atemnot ab und zu auch Symptome wie Durchfall auftreten. 

Zeit gewinnen

Breiten sich Viren weltweit so rasch aus wie SARS-CoV-2, ist es unerlässlich, die Ansteckungskurve mit geeigneten Maßnahmen wie Handhygiene und notfalls häuslicher Quarantäne zu senken. Vor allem Risikogruppen, wie Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen, müssen geschützt werden. Zudem gilt es, Zeit zu gewinnen – unter anderem, um das Gesundheitssystem zu entlasten und benötigte medizinische Schutzartikel zu fertigen. Mit jedem Tag, jeder Woche steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass es Forschern gelingt, ein wirksames Therapeutikum zu entwickeln.

Hygiene schützt

Die Vergangenheit hat gezeigt: Es ist durchaus möglich, dass neue Viren allein durch strenge Schutz- und Hygienemaßnahmen wieder zurückgedrängt werden können. Das war beispielsweise bei der SARS-Pandemie 2002/2003 der Fall: Obwohl kein Impfstoff zur Verfügung stand, war das Virus nach rund sieben Monaten wieder verschwunden. Das macht Hoffnung, zeigt aber auch, dass Pandemien immer wieder auftreten können.            

Richtig Hände waschen – so geht’s:

  • Hände unter fließendes Wasser halten, die Temperatur spielt keine Rolle.
  • Gründlich einseifen: Handrücken und -innenfläche bis kurz unters Handgelenk, an Daumen, Fingerkuppen und –zwischenräume denken.
  • Seife 20 bis 30 Sekunden gleichmäßig verteilen und sanft einreiben.
  • Unter fließendem Wasser abwaschen (in öffentlichen Toiletten den Wasserhahn möglichst mit Unterarm oder Ellenbogen schließen).
  • Hände gründlich abtrocknen, auch in den Fingerzwischenräumen (in öffentlichen Toiletten lieber Papierhandtücher statt Trockenlüfter benutzen).

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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