Neurodermitis: Was die Haut jetzt braucht

Allgemein Dermatologe
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Sonnenlicht in Maßen tut der empfindlichen Haut von Neurodermitikern gut. Ein geeignetes Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor ist aber unverzichtbar.

Neurodermitis: Was die Haut jetzt braucht

In der warmen Jahreszeit geht es Menschen mit Neurodermitis meist besser. Doch zu viel Sonne, Hitze und Chlorwasser können den Hautzustand auch verschlechtern. Beugen Sie vor!   

Urlaubsstimmung und leichte Kleidung, Meeresluft und Sonnenschein: Der Sommer ist für viele Menschen mit Neurodermitis eine Wohltat. Ihre Haut atmet regelrecht auf, entzündliche Ekzeme verblassen und der Juckreiz lässt nach. Voraussetzung für diese positiven Effekte: Neurodermitis-Geplagte übertreiben es nicht mit sommerlichen Vergnügen und denken auch bei 30 Grad im Schatten an eine konsequente Hautpflege.

Sommerliche Reize

Genetisch bedingt ist die Haut von Neurodermitikern zu trocken: Ihr fehlen wichtige Stoffe, die bei gesunder Haut für einen stabilen Fett- und Feuchtigkeitshaushalt sogen. Im Sommer kann sich dieses Problem verschärfen, wenn intensive Sonnenbäder, ausgiebiges Duschen und Schwimmen die Haut zusätzlich austrocknen, ihr Fett und Feuchtigkeit entziehen. Reize wie Chlorwasser, ein Sonnenbrand oder starkes Schwitzen können zudem einen Neurodermitis-Schub auslösen, wissen die Experten der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Damit die Haut möglichst wenig schwitzt, ist lockere, atmungsaktive Kleidung aus Seide, Mikrofaser, feinem Leinen oder glatter Baumwolle ideal. Vor allem an Kniekehlen und Rücken läuft schnell der Schweiß: Röcke und leichte Hosen sind daher besser als körperbetonte Leggings und Jeans.

Schweiß, aber auch Chlorwasser reizt die Haut und kann zu einem Neurodermitis-Schub führen. Nach dem Sport oder Schwimmen im Pool ist daher kurzes, lauwarmes Duschen angesagt. Und danach gilt: Die Haut gründlich mit einer Körperlotion speziell für empfindliche Neurodermitis-Haut eincremen. Damit sich unter der Creme kein Hitzestau bildet, der die Hautbarriere weiter schwächt, ist eine leichte Lotion im Sommer besser als eine Creme. Aufgrund des höheren Wasseranteils zieht sie schneller ein kühlt gleichzeitig. Tipp: Lotion im Kühlschrank aufbewahren, um den Kühleffekt zu verstärken.  

Ein absolutes Muss ist konsequenter Sonnenschutz: Unbedeckte Hautstellen brauchen unbedingt ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. In der Apotheke gibt es hochwertige Präparate, die speziell für die empfindliche Haut geeignet sind. Sie verzichten auf Inhaltsstoffe, die die Haut zusätzlich reizen können. Wichtig: Zuerst die Basishautpflege und dann das Sonnenschutzmittel auftragen.

Prima Klima  

Ein Urlaub an der Nord- oder Ostsee gehört zu den schönsten Seiten des Sommers und ist für Neurodermitis-Patienten gleich doppelt gut: Der Salzgehalt von Luft und Wasser und der Einfluss der UV-Strahlung führen häufig zu einer deutlichen Verbesserung des Hautzustands.Auch ein Aufenthalt im allergenarmen Hochgebirge ab 1.500 Metern kann Neurodermitiker sehr gut tun. 

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