Nur geträumt?

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Vom Schönheitsschlaf bis zum Schäfchen zählen. Um unsere Nachtruhe ranken sich viele Mythen. Welche davon gehören tatsächlich ins Reich der Fantasie und in welchen steckt doch ein Fünkchen Wahrheit?

Mythos 1:
Acht Stunden Nachtruhe müssen sein

So pauschal kann man das nicht behaupten. Der Schlafbedarf ist individuell verschieden. Während der eine schon nach sechs Schlummerstunden topfit ist, dreht sich der andere nach neun Stunden nochmal um. Wie viel Ruhe wir Nacht für Nacht benötigen, hängt von vielen Faktoren ab: von den Genen, dem Alter, dem persönlichen Biorhythmus und dem momentanen Gesundheitszustand. Für die Mehrheit – rund 90 Prozent der Erwachsenen – sind aber tatsächlich sieben bis acht Stunden im Land der Träume wünschenswert.

Mythos 2:
Im Schlafzimmer muss es kalt sein

Kühl, ja. Aber nicht zu kalt. Denn wer im Bett friert, schläft schlecht. Die Muskelentspannung wird gebremst, die für eine erholsame Nacht aber notwendig ist. Außerdem haben Schlafforscher festgestellt: Bei Kälte können uns heftige Träume heimsuchen. Die optimale Raumtemperatur im Schlafgemach beträgt etwa 18 Grad. Viel wärmer sollte es nicht sein, weil Schwitzen den Schlaf genauso stört wie Bibbern. Eine gewisse Frischluftzufuhr in der Nacht tut gut, Durchzug hingegen nicht. Besser ist: Vor dem Zubettgehen einmal kräftig durchlüften.

Mythos 3:
Bei Vollmond schläft es sich schlecht

Viele Menschen glauben das. Zu Unrecht. Es gibt keinerlei Beweise, dass die Mondphase unsere Schlafqualität beeinträchtigt. Vielleicht liegt es am Lichtschein da draußen, der nachts hellwach hält? Straßenlaternen vor dem Schlafzimmerfenster leuchten jedoch oft noch greller als der Mond und können den gleichen Effekt haben. In beiden Fällen soll helfen: Jalousien runter. Denn im Dunkeln wird unser Schlafhormon Melatonin geweckt und zeigt uns zuverlässig den Weg in Morpheus’ Arme. Fachleute raten außerdem: Nicht an den Vollmond denken. Oft ist die Schlaflosigkeit in solchen Nächten nämlich reine Kopfsache.

Mythos 4:
Wir brauchen unseren Schönheitsschlaf

Ja, den Schönheitsschlaf gibt es wirklich. Während wir schlummern, repariert sich der Körper selbst, das Immunsystem läuft auf Hochtouren, auch die Haut regeneriert sich. Wunden können im Schlaf heilen und die Zellen erneuern sich. Glatte Haut, rosiger Teint, wache Augen – so sehen ausgeschlafene Gesichter aus. Schlafmangel hingegen macht blass und begünstigt Falten. Ob Gesundheit oder Schönheit – an der Redewendung ist etwas dran: Schlaf ist die beste Medizin.

Mythos 5:
Ein Schlummertrunk führt ins Reich der Träume

Abends ein Gläschen Wein, dann schläft man leichter ein. So ein Schlummertrunk gehört für viele am Ende des Tages einfach dazu. Es stimmt zwar: Alkohol macht müde. Er greift jedoch so in den Hirnstoffwechsel ein, dass die erholsame Tiefschlafphase blockiert wird. Insofern kann Hochprozentiges als Einschlafhilfe dienen, verschlechtert allerdings spürbar die Schlafqualität. Morgens fühlt man sich matt und unausgeruht. Besser als der Schnaps ist sicherlich die warme Milch mit Honig, wenn Schäfchen zählen nicht genügt. Auch der Apotheker weiß Alternativen: Baldrian, Lavendel, Hopfen und Melisse sind Arzneipflanzen mit beruhigender und schlaffördernder Wirkung. Sie sind in Form von Tabletten, Tropfen und Tinkturen erhältlich.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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