Pflanze des Monats -Löwenzahn (Taraxacum officinale)

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Was grünt so grün und blüht so gelb? – Der Löwenzahn erobert im April die Welt.

Ob Wiese, Weide oder Wegesrand – überall sprießt Löwenzahn. Leuchtend-gelbe Blütenköpfe, wohin man nur schaut. Ein Zufall? Es ist mehr als eine Laune der Natur, dass sich ausgerechnet jetzt diese honigartig duftende Wildpflanze verbreitet „wie Unkraut“. Mit seiner robusten Stärke sprengt Löwenzahn sogar Beton. Der Korbblütler wächst, wo er will – selbst durch die Ritzen im Asphalt. Von so übergroßem Lebenswillen können wir uns eine Scheibe abschneiden. Also nutzen wir Taraxacum officinale in seiner ganzen Pracht. Von der Wurzel bis zum Blütenblatt enthält die Heilpflanze all die nützlichen Inhaltsstoffe, die wir brauchen, um mit voller Kraft in den Frühling zu starten.

Weckt Lebensgeister

Löwenzahn weckt unsere Lebensgeister. Er macht munter und mobil, wenn wir frühjahrsmüde sind und sich die Beine schwer wie Blei anfühlen. Bei träger Verdauung, fahler Haut und „knirschenden“ Gelenken brauchen wir eine gründliche Reinigung von innen. Löwenzahn hilft dabei.

Gut in Form

In den gezähnten, lanzettartigen Blättern steckt viel Kalium. Dieser Mineralstoff reguliert den Wasserhaushalt im Körper. Er regt die Funktion der Nieren an, hat folglich eine harntreibende Wirkung und tut der Blase gut. Löwenzahnblätter als Salat oder Tee unterstützen sanft die Ausscheidung von Säuren und anderen Abbauprodukten, die sich sonst in einem schlechten Hautbild oder mit rheumatischen Beschwerden zeigen können. Werden diese ausgespült, kann die Haut aufatmen. Sie wirkt rosig und erfrischt. Wer sich nach dem langen Winter wie eingerostet fühlt, kann mit Löwenzahnblätter-Tee zu seiner gewohnten Form zurückfinden. Regelmäßig davon trinken, dann verbessert sich die Stoffwechsellage, die Durchblutung nimmt Fahrt auf, davon profitieren auch die Gelenke. Gut zur Vorbeugung von Schmerzen in Muskeln und Knochen. Ein Gefühl von innerer Leichtigkeit kann sich einstellen, dass noch mehr Lust auf Frühling macht.

Ginseng des Westens

Noch wertvoller als das Kraut sind die Substanzen in den unterirdischen Pflanzenteilen. Denn in der Wurzel liegt die Kraft. Die Rede ist von Bitterstoffen. Diese gelten als allgemeine Stärkungsmittel für den gesamten Organismus. Insofern ist Löwenzahn auch als „Ginseng des Westens“ bekannt. Mit seiner Bitterkeit kann er den Gallenfluss fördern, die Leber als unser wichtigstes Entgiftungsorgan kräftigen und die Verdauung auf Vordermann bringen. Der Darm ist bekanntlich einer der Hauptsitze unseres Immunsystems. Bitter ist also gesund. Im Frühjahr ist der Bitterwert in der Löwenzahnwurzel übrigens so hoch wie zu keiner anderen Zeit im Jahr.

In der Wurzel liegt die Kraft

Ob frisch, getrocknet oder gepresst – Löwenzahn ist in jeder Form ein bekömmlicher Genuss mit vielen heilungsfördernden Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Das Kraut selbst ernten ist zwar der Gipfel der Gefühle, aber bitte nicht auf Kuhweiden oder an Gassi-Wegen entlang, höchstens im eigenen Bio-Garten. Auf der sicheren Seite ist, wer in die Apotheke geht. Dort gibt es die Blätter in bester Qualität als Arzneitee. Aus dem ganzen Kraut wird Frischpflanzen-Presssaft hergestellt, der – ebenso wie der Tee – den pharmazeutischen Ansprüchen entspricht. Apotheken-Produkte mit Löwenzahn eignen sich hervorragend für eine Trinkkur zu Beginn eines beschwingten Frühlings. Zwei bis drei Tassen Tee oder verdünnter Presssaft am Tag sind eine gute Ergänzung zu einem gesunden Lebensstil. Ausgewogene Ernährung, genug Schlaf und reichlich Bewegung an der frischen Luft steigern das Wohlgefühl und machen fit für die schöne Jahreszeit.

Worauf warten Sie noch? Raus in die Natur, den Anblick der sonnengelben Löwenzahnblüten genießen, ehe sie zu Pusteblumen werden.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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