Raupenalarm

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Juckreiz, Augentränen,Ausschlag: Mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners ist nicht zu spaßen. So schützen Sie sich vor ihren Gifthärchen. 

Im letzten Sommer sorgten die Raupen des Eichenprozessionsspinners in weiten Teilen Deutschlands für großen Wirbel. Der warme, trockene Sommer bescherte den Tierchen ideale Lebensbedingungen. Auch in diesem Jahr ist wieder mit Raupenalarm zu rechnen, der Klimawandel scheint den Vormarsch der Insekten zu begünstigen.  

Gefürchtete Gifthärchen

Der Eichenprozessionsspinner, ein unscheinbarer, heimischer Nachtfalter, ist eigentlich ein harmloser Geselle. Doch seine Raupen machen Mensch und Umwelt schwer zu schaffen. Gefürchtet werden sie wegen ihrer Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Eine Raupe hat bis zu 600.000 dieser winzigen Härchen, die leicht abbrechen und mit dem Wind davongetragen werden können. Wer damit in Kontakt kommt, muss sich auf juckende Hautreaktionen gefasst machen, die oft erst Stunden später auftreten. Auch Bindehautentzündungen und Atembeschwerden können die Gifthaare hervorrufen.

Im Frühling schlüpfen die Jungraupen und begeben sich in Gruppen – daher der Name Prozessionsspinner – auf Nahrungssuche. Bevorzugt vertilgen die gefräßigen Insekten Eichenblätter und fegen die Äste der Laubbäume ruckzuck kahl. Bis zu ihrer Verpuppung im Spätsommer machen die Raupen mehrere Entwicklungsstadien durch. Ab dem dritten, das je nach Wetterlage im Mai oder Juni beginnt, entwickeln sie die giftigen Brennhärchen. Mit ihren kleinen Widerhaken können sie mühelos in Haut und Schleimhaut eindringen.

Es juckt und brennt 

Allergieähnliche Beschwerden wie juckende Quaddeln oder heftiger Hautausschlag sind die klassischen Symptome der sogenannten Raupendermatitis. Ein Arztbesuch ist ratsam. Für Linderung sorgen Kühlung und antiallergische, juckreizstillende Salben oder Gele aus der Apotheke. Bei ausgeprägten Hautreaktionen kommen für die örtliche Behandlung Hydrocortison-Präparate infrage, zum Einnehmen antiallergische Tabletten. Der Apotheker weiß, für wen diese Arzneimittel geeignet sind – und für wen nicht. Probleme am Auge oder beim Atmen werden vom Arzt behandelt, bei Verdacht auf einen allergischen Schock muss der Rettungsdienst gerufen werden. 

Finger weg!

Um den Kontakt mit den giftigen Brennhaaren zu vermeiden, ist es sinnvoll, um befallene Eichen einen weiten Bogen zu machen. Dass Raupen in der Eiche siedeln, erkennt man an kahl gefressenen Ästen und den silbrig-weißen Raupennestern, den sogenannten Gespinsten. Auf der sicheren Seite sind Naturfreude, wenn sie Nacken, Hals, Arme und Beine durch Kleidung schützen. Von selbst versteht sich, dass weder Raupen noch Gespinste berührt werden dürfen. Wer ein Nest im eigenen Garten entdeckt, muss die Entfernung einem Profi überlassen. 

Doch mit den Raupenhärchen in Berührung gekommen? Dann heißt es: Ab unter die Dusche, Haare waschen und die getragene Kleidung gleich bei 60 Grad waschen.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

Bildnachweis: ©ImagESine – stock.adobe.com