Raus aus der Stressfalle

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Er schlägt uns auf den Magen, raubt den Schlaf, macht uns krank: Stress ist quälend – und ein gesellschaftliches Phänomen, das seit der Corona-Pandemie zugenommen hat. Woran liegt das? Und was kann helfen? 

Schon seit Jahren ist klar: Stress gehört zu den größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Doch seit Corona hat Stress eine neue Dimension angenommen; das Gefühl der Überforderung ist für viele Menschen zum ständigen Begleiter geworden. Nicht wirklich verwunderlich, bedenkt man, dass uns die Pandemie vor bislang ungeahnte Herausforderungen gestellt und nicht selten an die psychische Belastungsgrenze gebracht hat: Ob Angst vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 oder langes Warten auf den ersehnten Impftermin; ob Furcht vor immer neuen Virusvarianten oder Dreifachbelastung durch Homeschooling, Homeoffice und Haushalt – vieles hat das Nervenkostüm der Menschen immens strapaziert. Existenz- und Zukunftsängste, aber auch soziale Isolation haben bei vielen massiven Stress, Nervosität und innere Unruhe hervorgerufen.  

Unter Dauerdruck 

Jeder Zweite in Deutschland fühlte sich durch die Krise gestresst, hat eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse ergeben. Als besondere Belastungsfaktoren nannten die Befragten an erster Stelle den fehlenden Kontakt zu Familie und Freunden gefolgt von der Angst vor einer Corona-Erkrankung. Eltern machten Schul- und Kitaschließungen das Leben oft besonders schwer. 

Und heute? Bei vielen hat der Dauerdruck der letzten gut anderthalb Jahre deutliche Spuren auf der Seele hinterlassen. Corona hat viele Menschen dünnhäutig gemacht, ihre Stressresistenz geschwächt und sie um den gesunden Schlaf gebracht. Ein Jahr nach Beginn der Pandemie gaben 64 Prozent der Bundesbürger an, dass die Krise ihr Schlafverhalten verändert habe, so eine repräsentative Studie der mhplus Betriebskrankenkasse. Mehr als jeder Zweite klagte über Einschlafstörungen, 53 Prozent berichteten von nächtlicher Unruhe.  

Warnsignale ernst nehmen 

Anhaltendes Stressempfinden, kreisende Gedanken, durchwachte Nächte: Diese Alarmsignale des Körpers sollte man ernst nehmen. Denn Schlafmangel und permanenter Stress können ernsthafte Folgen für die geistige und körperliche Gesundheit haben – verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsmangel und tiefe Erschöpfung gehören dazu. Langfristig drohen möglicherweise sogar Folgeerkrankungen wie Depressionen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Störungen.  

Warum Stress so großen Schaden anrichten kann? Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Hormon Cortisol, das unser Körper in turbulenten Lebensphasen vermehrt produziert. „Hauptaufgabe des Cortisols ist es, dem Körper schnell Energie bereitzustellen, dafür werden zum Beispiel auch die Schlagkraft des Herzens, der Blutdruck und die Atemfrequenz erhöht“, erklärt der Allgemeinarzt und Sportmediziner Dr. Stefan Pecher. Als natürlicher Gegenspieler des Insulins hebt Cortisol zudem den Blutzuckerspiegel an, sodass mehr Glukose als Energielieferant zu den Körperzellen gelangen kann. Gleichzeitig werden andere Körperfunktionen und die Reaktion des Immunsystems verlangsamt. Kurzfristig macht uns das Stresshormon Cortisol also leistungsfähiger. Aber: „Auf Dauer betrachtet, verbraucht ein erhöhter Cortisolspiegel sehr viel Energie, und ein hoher Blutzuckerspiegel und Bluthochdruck können sich gesundheitsschädlich auswirken“, so Pecher.  

Zurück zur Ruhe 

Diese Zusammenhänge machen klar, warum es wichtig ist, Stress nicht als unabdingbar hinzunehmen, sondern sich ihm zu stellen und individuelle Strategien zu entwickeln, um künftig besser mit belastenden Situationen klarzukommen. Ein geregelter Tagesrhythmus, ausreichende Erholungspausen im hektischen Alltag, kräftiges Auspowern beim Sport, kreative Hobbys, Entspannungsübungen, ein achtsamer Umgang mit sich und den eigenen Kräften – vieles kann dazu beitragen, zurück zur inneren Balance zu finden. 

Hilfe aus der Apotheke

Natürlich wirksame Medizin aus der Apotheke kann ebenfalls dabei helfen, innere Anspannung abzubauen und wieder zur Ruhe zu kommen. Unter anderem können pflanzliche Arzneimittel beruhigend wirken, Angst lösen und Verstimmungen mindern. In pflanzlichen Fertigpräparaten entfalten Heilpflanzen wie beispielsweise Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Rosenwurz und Lavendel ihre Wirkung; homöopathische Mittel enthalten potenzierte Substanzen, etwa aus Passiflora incarnata und Avena sativa. Auch Schüßler-Salze wie Kalium phosphoricum, Magnesium phosphoricum und Calcium phosphoricum kommen zur Behandlung von Stresssymptomen infrage. Lassen Sie sich bitte in Ihrer Apotheke beraten.  

Quelle: www.ratgebergesund.de

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