Selbstmedikation: Guter Rat aus der Apotheke

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Nicht bei jedem „Wehwehchen“ muss man gleich zum Arzt. Oft lassen sich die Beschwerden gut mit rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke kurieren.

Ein banaler Schnupfen, ein leichter Kopfschmerz, eine kleine Wunde: Leichtere gesundheitliche Beeinträchtigungen und „alltägliche“ Beschwerden sind für viele Menschen kein Grund, zum Hausarzt zu gehen. Vielmehr versuchen sie, sich selbst zu helfen. Zum Glück gibt es gegen fast jede leichtere gesundheitliche Störung wirksame und sichere Medikamente, die man rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. Dazu zählen etwa Mittel gegen Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Erkältungssymptome. In vielen Fällen ist es tatsächlich gut möglich, sich mit diesen Arzneimitteln selbst zu therapieren. Und nach ein paar Tagen ist man dann wieder fit.

Rezeptfrei, aber nicht harmlos

Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Auch die Eigentherapie mit rezeptfreien Arzneimitteln, Fachleute sprechen von „Selbstmedikation“, hat ihre Tücken. So ist beispielsweise längst nicht jedes Medikament, das ohne ärztliche Verordnung in der Apotheke gekauft werden kann, für jeden Patienten geeignet. Was dem einen hilft, kann für den anderen unverträglich sein. Da gibt es beispielsweise Mittel, die Senioren nicht einnehmen dürfen – etwa weil sie müde machen und das Sturzrisiko erhöhen. Und andere Präparate, die für Säuglinge und Kleinkinder tabu sind – etwa weil sie bei den Jüngsten lebensgefährliche Atemnot hervorrufen könnten. Besonders aufpassen müssen schwangere und stillende Frauen, die ohne Rücksprache mit dem Arzt und Apotheker keine Medizin einnehmen dürfen. Auch chronisch Kranke müssen vorsichtig sein: Durchaus möglich, dass sich die selbst gekaufte Medizin nicht mit vom Arzt verordneten Präparaten verträgt. Dann kann es zu mitunter gefährlichen Wechselwirkungen kommen.

All das gilt übrigens nicht nur für synthetisch hergestellte Arzneimittel, sondern auch für pflanzliche.
Die Risiken und Nebenwirkungen dieser natürlichen Heilmittel werden häufig unterschätzt. Dabei kann gerade auch Pflanzenmedizin unerwünschte Wirkungen hervorrufen, über die Patienten Bescheid wissen müssen.

Erst informieren, dann einnehmen

Aus diesen Gründen gilt auch bei leichteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Grundsatz: Lassen Sie sich in der Apotheke beraten! Ob Hustensaft, Schmerztablette oder Wundsalbe: Der Apotheker kann aufgrund seiner Ausbildung und seines Fachwissens beurteilen, ob das gewünschte Arznei-mittel im Einzelfall geeignet ist oder nicht. Im Zweifelsfall wird er zu einem anderen Mittel raten oder dem Kunden ans Herz legen, von der Selbstmedikation abzusehen und besser gleich zum Arzt zu gehen.  

Keine Selbstmedikation …

• bei starken, erstmals auftretenden oder wiederkehrenden Beschwerden.

• bei Beschwerden unklarer Ursache.

• in der Schwangerschaft und Stillzeit.

• bei Kindern in den ersten Lebensjahren.

• mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln.

• ohne vorherige Beratung in der Apotheke.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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