So schön ist Schmuddelwetter

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Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur falsche Kleidung. Dieser Spruch ist so alt wie weise. Denn gerade im Spätherbst und Winter, wenn der Himmel trüb und die Luft feucht ist, bringt nichts so viel Energie zurück wie eine Runde an der frischen Luft. 

Der Blick aus dem Fenster treibt aufs Sofa. Wenn es draußen trübe aussieht, ist ein Spaziergang nicht gerade das, was einem als erstes einfällt. Aber manchmal lohnt ein zweiter Gedanke. Kann Bewegung nicht ein Abenteuer sein in der dunklen Jahreszeit? Ein Weckruf gegen die trübe Stimmung im Winterhalbjahr? Wer’s ausprobiert, wird sich wundern: Ein schwungvoller Spaziergang macht müde Muskeln munter. 

Einfach rausgehen

  • Gehen Sie einfach raus aus dem Haus, fordern aber nicht gleich die persönliche Höchstleistung von sich. Starten Sie eher sanft, freuen Sie sich an der Bewegung. Gemütliches Gehen, Walken oder Radeln wärmt den Körper auf. Sehnen und Bänder werden elastischer, die Muskeln lockern sich, Stoffwechsel und Durchblutung werden angeregt. Im Laufe des Ausflugs können die Schritte zügiger und länger werden, der Tritt in die Pedale fester. 
  • Verabreden Sie sich mit Freunden zu einem sportlich-unterhaltsamen Spaziergang und laufen Sie gemeinsam gegen das nasskalte Wetter an.
  • Wie lange der Spaziergang, die Radtour oder die Nordic-Walking-Runde dauern, hängt mehr von der Form als vom herbstlichen Wetter ab. Und die kann man mit Lust steigern, denn Bewegung befreit von müden und miesen Gedanken. Wenn man erst mal anfängt, ist eine Stunde schnell geschafft. 
  • Öffnen Sie die Augen und Ohren für die Natur: Auch bei Schmuddelwetter gibt es im Wald oder im Park Tannengrün oder letzte bunte Blätter zu entdecken, und die Luft riecht erdig, bevor der nächste Regenguss kommt.

Richtige Kleidung ist das A und O

  • Wenn Sie beim Start leicht frösteln, sind Sie richtig angezogen. Mit dem Zwiebellook variieren Sie nach Körperempfinden: lange, eng am Körper anliegende Unterwäsche, als Zwischenschicht ein wärmender Pullover und eine lange Sporthose, darüber eine Jacke, die Feuchtigkeit abweist. Die Kleidung soll wärmen, darf aber nicht einengen. Bewegungsfreiheit ist das oberste Gebot.
  • Eine Mütze oder wenigstens ein Stirnband hält die Ohren warm und verhindert, dass der Kopf Wärme verliert. Ein Schal schließt die Lücke zwischen Mütze und Jacke. 
  • Handschuhe schützen die Finger vor kühler Nässe in der Luft, sie dürfen aber selbst keine Feuchtigkeit sammeln. Denn nasse Handschuhe kühlen extrem aus. Ist es nicht ganz so frisch, sollten Sie die Hände nicht bedecken, sondern mit einer fetthaltigen Creme schützen – wie auch das Gesicht. Das tut gut, denn wenn die Sonne scheint, wird über die Haut Licht gespeichert und daraus Vitamin D gebildet – etwas, woran es dem Körper in den Herbst- und Wintermonaten häufig mangelt.
  • Nehmen Sie einen leichten Rucksack mit auf Ihren längeren Spaziergang oder die Radelrunde, damit Sie sich schichtweise entkleiden können, wenn die Bewegung Sie nach und nach auf Temperatur bringt.  
  • Profilsohlen geben bei Nässe und Glätte den richtigen Halt, verhindern einen Ausrutscher oder Sturz. Auch das Reifenprofil ihres Fahrrads sollten Sie überprüfen.
  • Für die eigene Sicherheit sind reflektierende Streifen an Jacke und Hose oder Blinklichter am Fahrradhelm oder an der Mütze empfehlenswert.

Anschließend wird’s gemütlich

  • Gehen Sie sich nach dem Bewegungserlebnis an der frischen Luft rasch ins Warme und gönnen sich ein warmes Getränk ganz nach Ihrem Geschmack.
  • Steigen Sie nach der Tour in ein Wannenbad mit duftenden Ölen, Heilsalzen oder Kräuterzusätzen aus der Apotheke.
  • Regelmäßig rauszugehen stärkt Herz-Kreislauf- und Immunsystem gleichermaßen. Die Lungen werden gelüftet und sogar der vorweihnachtlich-winterliche Heißhunger auf Süßes wird gedämpft. 
  • Auch ein kleiner Schnupfen spricht nicht gegen Bewegung im Freien – sie sollte nur nicht schweißtreibend werden. Mit Gliederschmerzen und Fieber allerdings gehört man aufs Sofa oder ins Bett. 
  • Vor oder während der Bewegung draußen sollten Sie genug trinken. Diese Regel gilt auch jetzt, bei kaltem Wetter.  
  • Chronisch Kranke, z.B. Herzkranke, sollten ihre Bewegungsaktivitäten einmal vorab mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt absprechen. 

Ein möglicher Einklinker, je nach Platz

Schlagen Sie dem Winterblues ein Schnippchen: Atmen Sie tief durch und nehmen Ihren Spaziergang als kleines Abenteuer gegen alle Unbill der Jahreszeit.

Quelle: www.ratgebergesund.de

Bildnachweis:  sanderforsberg – stock.adobe.com