Spitzwegerich [Plantago lanceolata]

Allgemein Naturheilkunde
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Eines der besten Hustenkräuter überhaupt: Der „Herrscher des Weges“ gilt als grünes Antibiotikum für Hals und Rachen. 

Auf Wiesen, am Wegrand und im Wald – überall wächst Spitzwegerich. Manche halten ihn für Unkraut. Von wegen! Dieses unscheinbare Gewächs gehört zu unseren wichtigsten Heilpflanzen und hat eine antibiotische Wirkung – vor allem bei Husten und ähnlichen Erkältungsbeschwerden. 

Pflanzliches Penicillin

In seinen lanzettlichen Blättern steckt nämlich eine ideale Wirkstoff-Kombination. Enthalten sind Gerb- und Schleimstoffe, die sich wie Balsam auf die entzündeten Atemwege legen. Sie hemmen den Hustenreiz und lindern den Schmerz. Auch vorhanden ist Kieselsäure, sie festigt das Gewebe. Zink stärkt die Abwehr und fördert gleichzeitig die Wundheilung. Die bedeutungsvollste Substanz ist jedoch Aucubin. Dieser Stoff wirkt stark antibakteriell. Besonders wenn die Blätter noch frisch sind, ist ihre Wirkung mit Penicillin durchaus vergleichbar. Spitzwegerich ist in der Lage, das Bakterienwachstum zu verhindern, und kann sich daher „natürliches Antibiotikum“ nennen. Obendrein sind die Pflanzenextrakte so gut verträglich, dass sie sogar für Kinder geeignet sind.   

Wildes Wiesenpflaster

Als Wundheilmittel ist Spitzwegerich übrigens bereits seit der Antike bekannt. Der griechische Arzt Dioskurides, der im 1. Jahrhundert zu Zeiten Kaiser Neros lebte, empfahl, die Blätter als blutstillenden und abschwellenden Umschlag zu verwenden. Unter Wanderern ist Spitzwegerich bis heute als „Wiesenpflaster“ bekannt, das wild in der Natur wächst und als Erste-Hilfe-Pflanze bei Blessuren aller Art dienen kann, ebenso bei Insektenstichen und leichten Verbrennungen. 

Plantago auf allen Pfaden

Plantago, so die botanische Bezeichnung, heißt übersetzt „Fußsohle“. Denn die klebrigen Spitzwegerich-Samen aus den ährenförmigen Blüten heften sich an die Fersen und werden so von Mensch und Tier durch das ganze Land getragen. Auf diese Weise hat die heilsame Pflanze selbst für ihre weite Verbreitung gesorgt und sich den Beinamen verdient: „Herrscher aller Wege“.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

Bildnachweis: ©Schlierner – stock.adobe.com