Sympathisch frischt rotz Sommerhitze

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Natürlich möchten wir gut riechen, auch bei 30 Grad im Schatten. Denn üble Körperausdünstungen sind Sympathiekiller. Warum unsere Nase so empfindlich darauf reagiert? Und wie sich Schweißgeruch verhindern lässt? Hier kommen die Fakten.

Das Aroma von gerösteten Kaffeebohnen und frischen Brötchen, der Duft von Wald und Wiesenblumen … angenehme Gerüche lösen instinktiv Wohlbehagen, schöne Erinnerungen oder auch Appetit aus. Aber auch unangenehme Gerüche von verdorbenen Lebensmitteln oder Schweißfüßen lassen uns nicht kalt: Heftige Abscheu macht sich breit, wenn uns ein derartiger Mief in die Nase steigt. 

Unser Alltag ist voller Geruchssignale: chemische Botschaften aus unserem Umfeld, die über die Riechschleimhaut in der oberen Nasenhöhle direkt auf das limbische System einwirken. Das ist die „Gefühlszentrale“ im Gehirn, die spontane Reaktionen steuert, bevor bewusste Denkprozesse die Lage analysieren. Als urzeitliches Überlebensprogramm sorgt sie dafür, dass etwa der Duft sonnenreifer Früchte uns das Wasser im Mund zusammenfließen lässt, Fäulnisgeruch, der auf einen möglichen Krankheitsherd aufmerksam macht, hingegen Widerwillen erregt und Brandgeruch einen Fluchtreflex auslöst – da ist Gefahr im Verzug. 

Multitalent Nase 

Entwicklungsgeschichtlich gilt unser Geruchssinn als der älteste unserer Sinne, und er ist besonders komplex: Während die Zunge nur eine Handvoll Geschmacksrichtungen kennt, ist die Nase in der Lage, mehr als 10.000 Duftnoten zu unterscheiden. Und was das sensible Sinnesorgan einmal gerochen hat, vergisst es nicht so schnell: Noch Jahrzehnte später kann ein Duft vermeintlich längst vergessene Erinnerungen wecken – an die Seife der geliebten Oma, an die knarrende Holztreppe im Elternhaus, an die erste Liebe… 

Eine besondere Rolle spielt der Geruch bei der Entstehung von Sympathie und Antipathie. Jeder kennt es aus Erfahrung: Wenn uns in der Straßenbahn der stechende Schweißgeruch eines anderen Fahrgastes in die Nase steigt, gehen wir automatisch auf Abstand. Üble Körperausdünstungen gelten als peinlich und werden als abstoßend empfunden. 

Duften, nicht riechen

Im Zeitalter von Duschgels, Deos und Co. sollte ein Mensch höchstens duften, aber nicht mehr riechen. Und das bedeutet auch: Gerade jetzt im Sommer ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um Körpergeruch zu verhindern. 

Dass wir bei Hitze verstärkt ins Schwitzen kommen, ist völlig normal und für die Regulation der Körpertemperatur wichtig. Denn Schweiß schützt uns vor Überhitzung, kühlt die Haut und sorgt so dafür, dass der Körper seine Idealtemperatur von 37 Grad Celsius halten kann. Zum Glück ist frischer Schweiß, der zu etwa 99 Prozent aus Wasser besteht, völlig geruchlos. Anschließend sorgen Mikroorganismen auf der Hautoberfläche für die Zersetzung des Sekretes. Und dann beginnt es, unangenehm zu müffeln. 

Damit Schweißgeruch keine Chance hat, sollte man im Sommer täglich lauwarm duschen und geruchsanfällige Körperregionen wie Achselhöhlen, Genitalbereich und Füße mit einem milden Duschgel oder Syndet reinigen. Ebenfalls gut: Achselhaare entfernen, denn durch die Behaarung hält sich ein feuchteres Klima, in dem geruchsbildende Bakterien einen idealen Lebensraum finden.   

Deo ist Pflicht 

Auch am Deo führt meist kein Weg vorbei. Eine besonders intensive und langanhaltende Wirkung haben Antitranspirantien (Apotheke). Diese Powerdeos enthalten Aluminiumsalze, die die Schweißproduktion verringern. Obwohl ihre Wirkung gut ist, sind die Mittel umstritten: Lange Zeit warnten Experten vor möglichen Gesundheitsrisiken durch die enthaltenen Aluminiumsalze. Doch aktuelle Studienergebnisse haben das Bundesinstitut für Risikobewertung im letzten Jahr dazu veranlasst, vorsichtig Entwarnung zu geben: Aluminiumhaltige Deos seien weniger riskant für den Körper, als lange angenommen wurde. Durch die Haut werde weit weniger Aluminium aufgenommen, als bislang befürchtet. 

Wer dennoch lieber ein Deo ohne Aluminium verwenden möchte, bekommt in der Apotheke gute Alternativen: Auch „normale“ Deodorants in Form von Rollern, Sprays oder Cremes können Schweißgeruch zuverlässig verhindern und für ein langanhaltendes Frischegefühl sorgen. Wer zu schwitzenden Füßen neigt, kann mit einem speziellen Fußdeo Abhilfe schaffen – besonders dann, wenn die Füße tagsüber in geschlossenen Schuhen stecken müssen. Das Team in Ihrer Apotheke berät Sie gern zu geeigneten Produkten. Was bei Hitze sonst noch für ein herrliches Frischegefühl sorgt und die Nasen der Mitmenschen erfreut? Tragen Sie am besten leichte, weite Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle und Leinen. Baumwollsocken und leichte Lederschuhe wirken Fußgeruch entgegen.

Leichte, weite Kleidung verhindert übermäßiges Schwitzen. Besonders atmungsaktiv sind alle Naturfasern wie Baumwolle, Leinen und Seide.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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