Telemedizin – Arztbesuch 2.0

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Diagnose am Bildschirm, Therapie per Smartphone: Die digitale Medizin hat Zukunft.

Zum Arzt gehen, ohne das Haus zu verlassen: Videosprechstunden machen es möglich. Telemedizin spart Zeit, reduziert Kontakte zu kranken Mitmenschen und erleichtert in vielen Fällen die medizinische Betreuung. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung deutlich vorangetrieben. Und das Konzept kommt gut an: Nachfrage und Akzeptanz für die moderne Patientenbetreuung steigen stetig.

Chance bei chronischen Erkrankungen

Studien ergaben, dass Online-Sprechstunden genauso effektiv sind wie persönliche Arztgespräche in der Praxis. Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Rheuma oder Diabetes können auf diesem Weg unkompliziert und regelmäßig mit ihrem betreuenden Arzt in Kontakt bleiben. Mehr noch: Apps und spezielle Geräte können Blutzuckerwerte und andere Messdaten direkt an den Mediziner übermitteln. Das vereinfacht engmaschige Kontrollen und Beobachtungen zu Krankheitsverläufen, schafft Gelegenheiten für aktuelle Fragen und schnellen Informationsaustausch. Immer mehr Krankenkassen bieten zudem eigene Kurse an, etwa für Menschen mit Epilepsie, Schlafstörungen oder Tinnitus. Selbst Psychotherapie und Reha-Maßnahmen vor dem Bildschirm sind längst etabliert. Auch weiterführende Maßnahmen wie Online-Verordnungen oder ein schneller Austausch verschiedener Fachärzte sowie das E-Rezept verkürzen die Wege und haben Vorteile für Ärzte und Patienten.

Pro und Kontra

Für Erstgespräche, Blutwerte und eingehende Untersuchungen ist nach wie vor der Gang in die Praxis angezeigt. Zudem lässt sich das persönliche Verhältnis zwischen Arzt und Patient leichter aufbauen, wenn beide leibhaftig zusammensitzen. Mediziner wie Patienten sind digitalen Angeboten aber grundsätzlich aufgeschlossen, so das Fazit im »Praxisbarometer Digitalisierung 2020« von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zu den größten Hürden, die es in der Telemedizin zu überwinden gilt, zählen Fragen rund um die Datensicherheit sowie technische Probleme. Beratungen in Online-Portalen, die den Patienten nicht kennen und allein mit Fragebögen arbeiten, sind eher kritisch zu bewerten.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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