Vitamine gegen Gebrechlichkeit?

Allgemein Senioren
mailenmailen druckendruckenvorlesen vorlesen

Menschen mit Altersgebrechlichkeit haben oft zu wenig Vitamin D, Vitamin E und Carotinoide im Blut. Das hat eine aktuelle Studie gezeigt.

In Deutschland leben immer mehr ältere Menschen. Statistiken zufolge gehört mittlerweile etwa jeder Fünfte zur Generation 65-plus. Mit den Lebensjahren steigt das Risiko, eine Altersgebrechlichkeit zu entwickeln. Frailty-Syndrom nennen Mediziner das Phänomen, das oft mit Stürzen, Krankenhausaufenthalten und körperlichen Einschränkungen einhergeht. Typisch dafür sind: verlangsamte Bewegung, niedriger Energieumsatz, ungewollter Gewichtsverlust, Schwäche und Erschöpfung.

Schwierige Diagnose

Aktuell wird das klassische Altersleiden anhand verschiedener Fragebögen und Untersuchungen diagnostiziert. »Abgefragte Parameter wie die Handkraft und langsames Gehen hängen stark davon ab, wie gut die Betroffenen mitmachen«, erklärt Dr. Daniela Weber, Projektleiterin in der Abteilung Molekulare Toxikologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). »Somit ist es schwierig, Altersgebrechlichkeit zuverlässig und rechtzeitig festzustellen.«

Vitamine von Bedeutung  

Um die Diagnostik künftig zu erleichtern, suchten Dr. Weber und ihr Team nun nach sogenannten Biomarkern im Blut. Für die aktuelle Studie analysierten die Wissenschaftler Blutproben von 1.450 Menschen zwischen 65 und 104 Jahren mit und ohne Altersgebrechlichkeit. Erstaunliches Ergebnis: Die Studie konnte zeigten, dass die Probanden mit Frailty-Syndrom im Vergleich zu denen ohne Gebrechlichkeit eindeutig weniger Vitamin D, Vitamin E und Carotinoide im Blut hatten, dafür aber erhöhte Werte von oxidierten Proteinen aufwiesen. Letztere werden mit Krankheiten wie Diabetes in Verbindung gebracht.

Künftig besser vorbeugen

Die Ergebnisse weisen u. a. auf die Bedeutung wichtiger Mikronährstoffe zur Verhinderung des Frailty-Syndroms hin. »Wir hoffen, dass unsere Biomarker irgendwann Einzug in den klinischen Alltag finden«, so Weber. »Sie könnten dann genutzt werden, um das Risiko für das Frailty-Syndrom zu ermitteln und um vorbeugende und therapeutische Ernährungsempfehlungen zu geben.«

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

Bildnachweis: ©oneinchpunch – stock.adobe.com