Volkskrankheit Osteoporose – Starke Knochen, ein Leben lang

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Wer schon in jungen Jahren an seine Gesundheit denkt, kann Osteoporose vorbeugen. Und wenn die Knochensubstanz im Alter bereits porös ist, schützt eine gezielte Therapie vor Stürzen, Schmerzen und Brüchen.

Unsere Knochen sind starre, leblose Materie? Weit gefehlt! In unserem Skelett wird unentwegt fleißig gearbeitet. Spezialisierte Zellen, sogenannte Osteoklasten, bauen altes Knochenmaterial ab. Ihre Gegenspieler, die Osteoblasten, übernehmen anschließend den Wiederaufbau und bilden neues Knochengewebe. Normalerweise arbeiten die beiden Knochenbaumeister Hand in Hand, sodass sich Ab- und Aufbauprozesse die Waage halten.

Aus der Balance

Bei Menschen, die an Osteoporose leiden, ist dieses Gleichgewicht gestört. Es wird übermäßig Knochensubstanz abgebaut, wodurch die Knochen porös und fragil werden. Die Folgen sind vermehrte Knochenbrüche, etwa ausgelöst durch einen Sturz oder eine unachtsame Bewegung. Bei schwerer Osteoporose können bereits alltägliche Aktivitäten eine schmerzhafte Fraktur nach sich ziehen.

Einige Risikofaktoren, die den Knochenabbau begünstigen, können wir leider nicht beeinflussen. Dazu gehören Alter und Geschlecht. Ältere Menschen leiden häufiger unter Osteoporose als junge, Frauen öfter als Männer. Ab den Wechseljahren, wenn die Produktion des knochenschützenden Hormons Östrogen nachlässt, steigt das Risiko.

Knochenfreundlich leben   

Daneben hat aber auch unser Lebensstil Einfluss auf das persönliche Osteoporose-Risiko. Und darauf können wir sehr wohl Einfluss nehmen! Knochenfeinde sind Bewegungsmangel, Alkohol, Nikotin, übermäßige Diäten und Untergewicht. Zu den Knochenfreuden und Schutzfaktoren gehören regelmäßige sportliche Aktivitäten, vor allem Krafttraining fördert den Knochenstoffwechsel, sowie gesundes, vollwertiges Essen. 

Unsere Knochen sind insbesondere auf eine gute Versorgung mit Kalzium und Vitamin D angewiesen. Der Mineralstoff und Knochenbaustein Kalzium steckt reichlich in Milch und Milchprodukten wie Jogurt, Quark und Käse. Aber auch einige grüne Gemüsesorten und kalziumreiche Mineralwässer sind gute Quellen. Vitamin D, das für die Einlagerung von Kalzium in die Knochen gebraucht wird, kann unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet werden und ist zudem in einigen Lebensmitteln enthalten. Seefisch und Eier gehören zu den Lieferanten. Eventuelle Versorgungslücken können Kalzium- und Vitamin-D-Präparate aus der Apotheke schließen. Gesunde Lebensgewohnheiten sind übrigens nicht nur wichtig, um Knochenschwund vorzubeugen, sondern auch für alle, die bereits darunter leiden.

Warnzeichen ernst nehmen

Leider wird Osteoporose oft sehr spät erkannt, nicht selten erst, wenn Betroffene mit einem schweren, schmerzhaften Knochenbruch ins Krankenhaus kommen. Um die Krankheit möglichst frühzeitig zu entdecken und sie besser behandeln zu können, sollte jeder auf mögliche Warnzeichen achten: Dazu gehören beispielsweise Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die durch einen Wirbelkörperbruch ausgelöst werden können. Auch eine Abnahme der Körpergröße von einigen Zentimetern ist möglicherweise ein Indiz für Osteoporose und sollte vom Arzt abgeklärt werden.

Um Osteoporose festzustellen, wird der Mediziner unter anderem die Knochendichte messen. Osteodensitometrie heißt diese schmerzfreie, strahlungsarme Untersuchung.

Den Abbau stoppen 

Steht die Diagnose fest, kann der Arzt Medikamente einsetzen, die den erhöhten Knochenabbau bremsen, zum Beispiel Bisphosphonate. Möglicherweise verordnet er auch Wirkstoffe, die den Knochenaufbau stimulieren, Schmerzmittel sowie geeignete Kalzium- und Vitamin-D-Tabletten. Allein mit Medikamenten ist es bei Osteoporose allerdings nicht getan: Auch eine Bewegungstherapie ist wichtig, um Knochen und Muskulatur zu kräftigen und Schmerzen zu lindern. Als effektiv hat sich beispielsweise gerätegestütztes Krafttraining unter fachlicher Anleitung bewährt.  

Ein weiterer Therapiebaustein ist Balancetraining. Es zielt darauf ab, Stürze – und somit die Gefahr für weitere Knochenbrüche – zu verhindern. Schon einfache Übungen können das Gleichgewicht fördern, zum Beispiel Zähneputzen auf einem Bein. Flache Schuhe mit rutschfesten Sohlen und Gehhilfen wie Stock oder Rollator verhindern folgenschwere Stürze. Und in der eigenen vier Wänden gilt: Den Knochen zuliebe Stolperfallen wie Telefonkabel und Teppichkanten entfernen.  

Quelle: www.ratgebergesund.de

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