Was Sie über Zecken wissen sollten

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Endlich Frühling! Leider sind jetzt auch die Zecken wieder aktiv. Nicht unproblematisch, denn schließlich können die kleinen Blutsauger gefährliche Krankheiten übertragen.

Zecken sind nur wenige Millimeter groß, ihre Stiche schmerzen nicht. Und trotzdem sind die kleinen Spinnentierchen gefürchtet. Denn sie können zwei ernsthafte Krankheiten auf den Menschen übertragen: die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion, an der in Deutschland Jahr für Jahr etwa 80.000 Menschen erkranken. Sie kann, rechtzeitig erkannt, mit Antibiotika therapiert werden. Hinter FSME verbirgt sich eine Hirnhautentzündung, die nicht ursächlich mit Medikamenten behandelt werden kann. Sie ist recht selten, aber lebensbedrohlich.

Zecken sind allgegenwärtig und alles andere als harmlos — gleichwohl ranken sich viele Mythen um die kleinen Blutsauger. Hartnäckige Irrtümer können jedoch leicht dazu führen, dass sich Naturliebhaber in falscher Sicherheit wägen und sich unzureichend vor Zeckenstichen schützen. Grund genug, mit typischen Zecken-Irrtümern aufzuräumen.

Irrtum 1: Zecken gibt es nur im Wald. Falsch: Man findet Zecken überall in der freien Natur — auf Wiesen, Feldern, auf Sport- und Spielplätzen und natürlich auch im eigenen Garten.

Irrtum 2: Zecken lassen sich von Bäumen fallen. Stimmt nicht, denn Zecken leben nicht auf Bäumen, sondern halten sich an Gräsern und Pflanzen in Höhen bis zu maximal anderthalb Metern auf. Sie sitzen im Gras, im Unterholz und in Büschen, bis Mensch oder Tier sie im Vorbeigehen abstreifen.

Irrtum 3: Zecken sind nur in Süddeutschland gefährlich. Falsch: Überall in Deutschland können Zecken Borreliose übertragen. Für FSME besteht bei uns hingegen in den Risikogebieten südlich des Mains eine erhöhte Ansteckungsgefahr — vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, aber auch in Teilen von Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz.

Irrtum 4: Die FSME tritt nur zu Beginn des Sommers auf. Nicht richtig, zwar treten FSME-Infektionen tatsächlich gehäuft im Frühsommer auf, doch beginnt die Zeckensaison bereits im März, bei milden Temperaturen auch schon im Februar. Von diesem Zeitpunkt an bis in den Herbst hinein gibt es Krankheitsfälle.

Irrtum 5: Insektenabwehrmittel gehören nur auf die nackte Haut. Das stimmt so nicht: Sicherer ist es, die Haut auch unter der Bekleidung möglichst großflächig mit einem Zeckenabwehrmittel einzureiben oder einzusprühen. Der Grund: Gelangen die Tierchen durch Abstreifen von Pflanzen auf den Körper und suchen hier nach einer Stichstelle, finden sie keinen für sie „angenehmen“ Ort. Oft lassen sie sich dann wieder fallen.

Irrtum 6: Frühes Entfernen der Zecke schützt vor Krankheiten. Dies ist nur teilweise richtig, denn FSME-Viren können schon unmittelbar nach dem Stich übertragen werden, da sie sich im Speichel der Tiere befinden. Im Gegensatz dazu gilt für Borreliose: Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko zu erkranken. Hier kann frühes Entfernen also tatsächlich das Schlimmste verhindern.

Irrtum 7: Gegen Zecken kann man sich impfen lassen Dies ist nur bedingt richtig: Zwar gibt es gegen die FSME eine Schutzimpfung, nicht jedoch gegen die viel häufigere Borreliose.

Überlebenskünstler Zecke

Zecken sind zäh: Im Labor konnten Parasiten, die vorher Blut gesaugt hatten, bis zu zehn Jahre ohne weitere Nahrung überleben. In der Natur lebt der Holzbock, eine Schildzeckenart, die auch in Deutschland verbreitet ist, jedoch nur drei bis fünf Jahre. Hat die Zecke ihren Wirt gefunden, kann sie binnen fünf bis sieben Tagen bis zum 200-Fachen ihres ursprünglichen Gewichts an Blut saugen.

Überall im Grünen warten Zecken auf ihre menschlichen Opfer.

Quelle: www.ratgebergesund.de