Was wissen Sie über Husten?

Allgemein HNO-Arzt
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Sicherlich haben Sie in Ihrem Leben schon unzählige Male gehustet.

Aber warum eigentlich? Und was passiert dabei?

Mal husten wir, weil wir etwas in den falschen Hals bekommen haben. Mal, weil wir erkältet sind. Das macht klar: Husten ist nicht gleich Husten. Es gibt viele verschiedene Arten. Husten ist eines der häufigsten Krankheitszeichen und das Hauptsymptom vieler Atemwegserkrankungen.

Husten kommt oft gewaltig daher: Bei jedem Hustenstoß wird die Luft mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1.000 Stundenkilometern durch die Lunge gepresst! Daher könnte man annehmen, er sei unser Feind. Zu Unrecht, denn Husten ist lebenswichtig. Als unverzichtbarer Schutzreflex wird er immer dann ausgelöst, wenn starke mechanische oder chemische Reize unsere Atemwege irritieren. Solche Reize sind z.B. eingeatmeter Rauch, Staub oder Fremdkörper.

Alarm in den Atemwegen

Eine Erkältung ist die häufigste Hustenursache. In diesem Fall entzünden sich die Schleimhäute in den Atemwegen. Dabei werden bestimmte Botenstoffe freigesetzt, die als chemische Reize wirken.

Typischerweise hat Erkältungshusten zwei Gesichter: Kurz nachdem sich Erkältungsviren in der Bronchialschleimhaut festgesetzt und dort zu einer Entzündung geführt haben, quält uns ein trockener Reizhusten, bei dem kein Schleim abgehustet wird. Er ist hart, manchmal sogar regelrecht schmerzhaft und darf mit hustenstillenden Medikamenten unterdrückt werden. Nach etwa drei Tagen geht der Reizhusten in einen verschleimten Husten über. Bei diesem „produktiven Husten“ bilden sich in den Bronchien große Mengen an zähem Hustenschleim und setzen sich dort fest. Sie stellen einen mechanischen Reiz dar. Rezeptoren in unseren Schleimhäuten registrieren derartige Störungen und setzen sie in elektrische Impulse um. Über aufsteigende Nervenbahnen wird dann das Hustenzentrum alarmiert.

Abhusten, bitte!

Wenn im Hustenzentrum ankommende Warnsignal eine gewisse Schwelle überschreiten, fällt dort die Entscheidung: „Dringend abhusten!“. Dieser Befehl wird über absteigende Nervenbahnen an die Atemmuskulatur übermittelt. Die Folge: Sie zieht sich zusammen, der Druck in den Atemwegen steigt. Bis sich schließlich der Kehlkopf öffnet und die Luft explosionsartig entweicht. Wir husten!

Um bei produktivem Husten das zähe Sekret zu verflüssigen und das Abhusten zu erleichtern, kommen Hustenlöser zum Einsatz. Sie enthalten Wirkstoffe wie Ambroxol und Acetylcystein oder Heilpflanzenextrakte wie Thymiankraut, Efeublätter und Primelwurzeln.

Erkältungshusten vorbeugen: 

• Bewegung an der Luft

• Frisches Obst und Gemüse

• Pausen einlegen und ausreichend schlafen

• Regelmäßig in die Sauna gehen

• Hände oft und gründlich mit Seife waschen

Das schadet:

• Rauchen

• Auskühlung des Körpers

• Erkälteten Mitmenschen die Hand schütteln

• Taschentücher mehrfach verwenden

Quelle: www.ratgebergesund.de

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