Wie sich die Haarpracht erhalten lässt

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Lichtes Haar sorgt für Frust, denn wenn die Haare schwinden, schwindet oft auch das Selbstbewusstsein. Zum Glück gibt es Hilfe – für Männer wie Frauen. Die wichtigsten Fakten finden Sie in unserem kleinen ABC des Haarausfalls.

Androgenetische Alopezie 

Ist der Fachbegriff für genetisch bedingten Haarausfall. Die androgenetische Alopezie beruht auf einer Überempfindlichkeit der Haarwurzeln im oberen Kopfbereich gegenüber dem männlichen Hormon Dihydrotestosteron (DHT), das, wenn auch in sehr geringen Mengen, auch bei Frauen vorkommt. Diese Überempfindlichkeit kann sich – unabhängig vom Geschlecht – negativ auf das Haarwachstum auswirken. Die Blutgefäße auf der Kopfhaut können die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgen. Die Wurzeln werden kleiner, bis das Haar schließlich ausfällt. Gegen diese häufige Form des Haarausfalls gibt es wirksame Medikamente in der Apotheke. Sie enthalten Wirkstoffe wie Finasterid oder Minoxidil

Diffuser Haarausfall

Ursachen für diese seltene Form des Haarausfalls können Erkrankungen wie Schilddrüsenstörungen oder Infektionen sein. Auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente, durch Essstörungen, eine ungesunde Ernährung oder eine Strahlentherapie nach Krebs kann es zu diffusem Haarausfall kommen. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung.

Finasterid 

Kommt in verschreibungspflichtigen Tabletten gegen 
androgenetische Alopezie zum Einsatz und ist nur für Männer zugelassen. Der Wirkstoff hemmt die Bildung von Dihydrotestosteron (DHT), gegen das die Haarwurzeln überempfindlich reagieren. Finasterid kann Haarausfall stoppen und die Haardichte verbessern. 

Hautarzt

Der Dermatologe ist der erste Ansprechpartner bei Haarausfall. Nach einem Anamnese-Gespräch kann er mithilfe eines Bluttests (möglicher Nährstoffmangel, Hormonstatus) und eines Trichogramms die Diagnose stellen und eine maßgeschneiderte Therapie vorschlagen. Da erblich bedingter Haarausfall als kosmetisches Problem bewertet wird, erstatten die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel weder die Kosten der Diagnose noch die der Therapie.

Hormon-Tinkturen

Manche Haarwuchs-Tinkturen zum Auftragen auf die Kopfhaut enthalten Östrogene wie Alfatradiol oder Alpha-Estradiol. Diese Wirkstoffe verhindern die Umwandlung des Testosterons in DHT, wodurch der Haarausfall gestoppt werden soll.  

Kreisrunder Haarausfall 

Zeigt sich mit kreisrunden, kahlen Flächen am Kopf. Die Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Haarfollikel richtet. Die oft schwierige Behandlung gehört in die Hände eines erfahrenen Spezialisten. 

Mikronährstoffe

Die regelmäßige Einnahme ausgesuchter Vitamine, Mineralstoffe, Pflanzenextrakte und Eiweißbausteine kann die Haarwurzeln stärken und das Nachwachsen der Haare anregen. Dazu zählen beispielsweise Eisen, Zink, Biotin und Folsäure. Über Mikronährstoff-Präparate lassen Sie sich am besten in Ihrer Apotheke beraten.

Minoxidil

Dieser Wirkstoff ist ursprünglich ein Blutdrucksenker. Bei Patienten, die ihn einnahmen, wurde jedoch als „Nebenwirkung“ vermehrtes Haarwachstum beobachtet. Der Grund, warum Minoxidil auch gegen androgenetische Alopezie zum Einsatz kommt. Sowohl für Männer als auch – geringer dosiert – für Frauen gibt es in der Apotheke rezeptfreie Minoxidil-Lösungen zum Auftragen auf die Kopfhaut. 

Trichogramm

Mithilfe einer lichtmikroskopischen Haaranalyse kann der Dermatologe die Wurzeln ausgezupfter Haare genau untersuchen. Das Trichogramm gibt unter anderem Aufschluss über das zahlenmäßige Verhältnis von wachsenden Haaren, Haaren in der Ruhe- und solchen in der Übergangsphase. Anhand der Ergebnisse kann der Mediziner feststellen, wie dramatisch der Haarausfall ist. Eine Modifikation des klassischen Trichogramms ist das Trichoscan, eine fotografische Untersuchung. 

Wachstumszyklus

Haare unterliegen einem eigenen Lebenszyklus. Etwa zwei bis sechs Jahre wächst ein Haar – pro Tag etwa 0,3 Millimeter, im Monat also etwa einen Zentimeter. Diese Wachstumsphase heißt auch Anagenphase. An sie schließt sich eine etwa zweiwöchige Umbauphase (katagene Phase) an, in der das Haar das Wachstum einstellt. Schließlich kommt es in der dritten, sogenannten Telogenphase nach zwei bis vier Monaten zum Ausfall des Haares. Aufgrund des natürlichen Wachstumszyklus ist es vollkommen normal, dass jedem Menschen Tag für Tag zwischen 60 und 100 Haare ausgehen. Normal ist es auch, wenn im Frühjahr und Herbst mehr Haare ausfallen. Dauert der Haarausfall jedoch mehrere Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus, sollte das durch Ärztin oder Arzt abgeklärt werden. 

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern

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