Wirksame Hilfe für die Prostata

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Der Harndrang ist groß, der Harnstrahl jedoch schwächer als gewohnt: typisch für eine gutartige Prostatavergrößerung. Sie ist ungefährlich und kann gut behandelt werden.

Viele Männer über 50 kennen es aus Erfahrung: Das Wasserlassen funktioniert nicht mehr so reibungslos und selbstverständlich wie bisher. Der Harndrang tritt häufiger und stärker auf. Sogar mitten in der Nacht macht sich die Blase mehrfach bemerkbar und unterbricht den Schlaf auf unsanfte Weise. Auf der Toilette angekommen, dauert es erst eine Weile, bis der Urin läuft. Der Harnstrahl ist womöglich schwächer als gewohnt, so dass das Wasserlassen insgesamt mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ist die Prozedur beendet, tropft der Urin nicht selten nach und die Blase fühlt sich an, als sei sie nicht richtig leer. Verständlicherweise sind betroffene Männer ziemlich genervt …

Gutartig, aber lästig

Ursache von Beschwerden beim Wasserlassen ist oft eine gutartige Prostatavergrößerung, im medizinischen Fachjargon ist die Rede von benigner Prostatahyperplasie, kurz BPH. Dabei handelt es sich um eine eher harmlose Erkrankung, die nichts mit Prostatakrebs zu tun hat. Trotzdem gilt: Wenn erstmals Beschwerden beim Wasserlassen auftreten, sollten Männer unbedingt einen Urologen aufsuchen. Denn nur der Fachmann kann das lästige, aber gutartige Leiden von ernsthaften Krankheiten unterscheiden. Der Arztbesuch bringt rasch Klarheit und zudem die Chance, die Beschwerden gezielt zu lindern.

Abwarten und kontrollieren

Wie eine BPH behandelt wird, hängt maßgeblich von
der Ausprägung der individuellen Beschwerden und davon ab, wie sehr diese die Lebensqualität beeinträchtigen.
Bei leichten Problemen, die im Alltag kaum belasten, reicht es oft, die Prostatavergrößerung zu beobachten und regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen zu gehen. „Kontrolliertes Abwarten“ nennen Mediziner diese Strategie.

Zudem können verschiedene pflanzliche Arzneimittel, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, leichtere Symptome lindern. Hierin wirken zum Beispiel Arzneikürbissamen, Sägepalmenfrüchte, Rogenpollen und Brennnesselwurzel. Auch eine homöopathische Behandlung ist möglich, etwa mit Sabal D2 oder Conium D6. Apothekerin und Apotheker helfen kompetent dabei, ein individuell geeignetes Präparat zu finden.

Therapie nach Maß

Die Beschwerden sind stärker und trüben die Lebensfreude? Dann kann der Arzt unterschiedliche Medikamente verordnen: zum Beispiel Präparate, die die Muskulatur in der Prostata entspannen, so dass die Blasenentleerung erleichtert wird. Oder Arzneimittel, die das Prostatawachstum bremsen und sogar bewirken können, dass die Drüse wieder schrumpft. 

Reichen Arzneimittel nicht aus, um heftige Beschwerden beim Wasserlassen zu lindern, oder kommt es zu Komplikationen wie wiederkehrenden Harnwegsinfekten, kann eine Operation erforderlich sein. Ziel des Eingriffs ist es, das überschüssige Prostatagewebe zu entfernen. Mittlerweile stehen unterschiedliche Operationstechniken zur Verfügung. Welche am besten geeignet ist, hängt unter anderem von Größe und Gewicht des Organs und vom Alter des Patienten ab.

Auch Männer, die keine Beschwerden haben, sollten ihre Prostata ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr untersuchen lassen. Die Früherkennungsuntersuchung ist für gesetzlich Krankenversicherte kostenlos.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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