Lästige Warzen
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Bei der »bösen Hexe« im Märchen sitzt sie mitten auf der Nase. Im wahren Leben können wir sehr gut auf sie verzichten: Warzen. In der Regel sind sie harmlos, aber mitunter unschön. Wie Sie die kleinen Hautwucherungen richtig behandeln und schnell wieder loswerden.
Warzen haben ein Imageproblem. Sie gelten als unansehnlich, gerade im Gesicht und an den Händen fallen sie unangenehm auf. Aber keine Sorge: Warzen sind weit verbreitet und keineswegs ein Zeichen mangelnder Hygiene. Fast jeder macht irgendwann mit der einen oder anderen Form Bekanntschaft.
Ausgelöst werden sie von Viren, genauer gesagt von Humanen Papillomviren (HP-Viren), von denen es mehr als 100 verschiedene Typen gibt. Durch kleine Risse oder Verletzungen dringen die Erreger in die Haut ein und regen dort das Zellwachstum an.
Warzen entwickeln sich an verschiedenen Körperstellen und sehen ganz unterschiedlich aus. Hier einige häufige Formen.
- Gewöhnliche Warzen: Stecknadelkopf- bis erbsengroße, rundliche Erhebungen mit rauer, schuppiger Oberfläche. Sie zeigen sich meist an Fingern, Handrücken, Nagelrändern und Füßen.
- Flach- oder Planwarzen: Kleine, nur leicht erhabene, glatte Warzen, meist im Gesicht (Stirn und Wangen), auch an den Händen oder Unterarmen.
- Mosaikwarzen: Stecknadelkopfgroße, weiße Warzen unter den Zehen oder an den Fußballen. Sie treten oft in Gruppen auf.
- Dornwarzen: Wachsen vorwiegend an den Fußsohlen und Fersen und können relativ groß werden. Durch das Körpergewicht werden sie nach innen gedrückt, was beim Gehen schmerzt.
- Pinselwarzen: Dünne, faden- beziehungsweise stachelartige Warzen. Sie bilden sich oft im Gesicht und werden als besonders störend empfunden.
Häufig verschwinden Warzen von selbst wieder, weil das körpereigene Immunsystem die Viren bekämpft. Wie lange das dauert, hängt vom Virus- und Warzentyp und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Behandeln lassen sich Warzen oft in Eigenregie, manchmal sind sie aber auch ein Fall für den Hautarzt (Dermatologen).
- Lösungen und Pflaster aus der Apotheke weichen die Haut beispielsweise mit Salicylsäure und Milchsäure auf und tragen die Warze so nach und nach ab.
- Mittels Vereisung (Kryotherapie) können Hautärzte Warzen entfernen; dazu verwenden sie flüssigen Stickstoff. Es gibt auch Vereisungspräparate für den Hausgebrauch – bitte lassen Sie sich zur richtigen Anwendung in Ihrer Apotheke beraten.
- Laserbehandlungen oder chirurgisches Entfernen sind vor allem für hartnäckige oder besonders störende Warzen geeignet.
Warzen als Zeichen der Hautalterung
Anders als Viruswarzen entstehen Alterswarzen nicht durch eine Infektion und sind auch nicht ansteckend. Diese Hautveränderungen treten meist ab dem 40. Lebensjahr auf. Die Ursachen sind nicht eindeutig geklärt. Oft wirken Alterswarzen, als seien sie auf die Haut »geklebt«, ihre Oberfläche kann fettig glänzen oder krustig sein. Die Farbe reicht von hellbraun über grau bis fast schwarz. Sie entstehen bevorzugt am Oberkörper, im Gesicht, auf dem Handrücken oder an Armen und Beinen, nie an Handflächen oder Fußsohlen.
Besser zum Hautarzt
Alterswarzen sind harmlos und müssen aus medizinischer Sicht nicht entfernt werden. Wer sich jedoch an ihnen stört, sollte mit Dermatologen sprechen. Sie können die Hautwucherungen mit dem Laser, einem speziellen Schabinstrument oder auch mit einer elektrischen Schlinge schonend entfernen. Für die Kosten dieser Behandlung kommen die gesetzlichen Kassen in der Regel nicht auf.
Viruswarzen vorbeugen: 3 Tipps
Viren vermehren sich gut in feuchtwarmem Klima und verbreiten sich über direkten Hautkontakt. Deshalb gilt:
- In Schwimmbädern, öffentlichen Duschen oder Saunen Badeschlappen tragen; Handtücher, Schuhe oder Rasierer nicht teilen.
- Nach dem Anfassen einer Warze die Hände waschen.
- Warzen niemals aufkratzen, denn das verteilt die Viren auf der Haut.
Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de
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