Antwort auf brennende Fragen

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Sodbrennen ist eine Pein. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Und was hilft im Akutfall? Wir beantworten wichtige Fragen.

Was ist Sodbrennen?

Sodbrennen entsteht, wenn mit ätzender Säure versetzter Nahrungsbrei aus dem Magen zurück in die Speiseröhre fließt und dort die empfindliche Schleimhaut reizt. Neben fett- und volumenreichen Mahlzeiten steigern beispielsweise Alkohol- und Nikotinkonsum, bestimmte Medikamente, Stress und eine Schwangerschaft das Risiko. „Der allerwichtigste Faktor jedoch ist Übergewicht“, sagt Privatdozent Dr. Sebastian Haag, Facharzt für Innere Medizin und Gastro­enterologie. Typische Symptome sind ein schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen und ein beißender Geschmack im Mund. Manche Patienten werden infolge des Sodbrennens auch heiser, müssen sich oft räuspern oder – insbesondere morgens nach dem Aufstehen – häufig husten.

Welche Folgen hat Sodbrennen?

Sodbrennen kann die Lebensqualität er­heblich mindern. Viele Betroffene haben das Gefühl, dass sie keine Kontrolle über ihr Leiden haben. Sie müssen sich Ess- und Trinkwünsche versagen, um Beschwerden vorzubeugen, werden im Schlaf gestört, sind frustriert. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung entwickeln infolge wiederkehrenden Sodbrennens irgendwann eine Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre, eine Refluxösophagitis. Die Gefahr, durch Sodbrennen Krebs zu bekommen, ist zum Glück jedoch recht gering. „Lediglich 0,01 Prozent erkranken infolge chronischer Säureattacken irgendwann an Speiseröhrenkrebs“, so Haag. Dennoch sollte wiederkehrendes Sodbrennen immer Anlass sein, den Arzt aufzusuchen.  

Was kann man selbst tun?

Inwieweit Verhaltensänderungen Sodbrennen bessern können, ist nicht umfassend erforscht. Bei Übergewicht sollte man jedoch unbedingt abnehmen. Zudem wird geraten, nicht zu viel auf einmal oder zu fett zu essen. Denn Fette werden recht langsam verdaut, sodass sich der Magen verzögert entleert. Bleibt Speisebrei länger im Magen, begünstigt dies seinen Rückfluss (Reflux) in die Speiseröhre und somit Sodbrennen. Genussmittel wie Alkohol und Nikotin erhöhen die Säureproduktion und bewirken teilweise, dass der Speiseröhrenschließmuskel schlaffer wird. Besser meiden! Auch konsequente Stress-Reduktion kann Sodbrennen bessern.

Welche Medikamente helfen? 

Wer gelegentlich unter Sodbrennen leidet, kann bei Bedarf sogenannte Antazida einnehmen. Diese Medikamente binden überschüssige Magensäure. „Sie helfen jedoch nur kurz und reichen meist nicht aus, um häufiges Sodbrennen erfolgreich in den Griff zu bekommen“, sagt Dr. Sebastian Haag. Eine weitere Arzneimittelgruppe sind die H2-Blocker, die die Andockstelle für den Botenstoff Histamin im Magen blockieren und so die Säureausschüttung aus dessen Drüsenzellen hemmen. „Die sicherste und effektivste Therapie, um häufiges Sodbrennen zu stoppen, bieten Protonenpumpenhemmer, kurz PPI“, sagt der Mediziner. Rezeptfrei sind in der Apotheke PPI mit den Wirkstoffen Omeprazol, Pantoprazol und Esomeprazol erhältlich. 

Bitte beachten Sie, dass diese Arzneimittel ohne ärztlichen Rat nur für kurze Zeit eingenommen werden dürfen.

Quelle: www.ratgebergesund.de

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