Eine Frau praktiziert morgendliches Yoga, findet innere Balance und Wohlbefinden und meditiert zu Hause im Sonnenlicht.

Atmen: Tief ein und aus

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Zehn Mal pro Minute atmen wir ein und wieder aus – mindestens. Insgesamt kom­men wir so beinah auf 20.000 Atemzüge am Tag. Mit jedem Luftholen gelangt etwa ein halber Liter Sauerstoff über die Lungen ins Blut und beeinflusst unser Gehirn und unse­re Gesundheit auf besondere Weise. Wenn wir richtig atmen, dann haben wir eine Superkraft gegen Stress, Ängste, Schmer­zen und viele andere Probleme von Natur aus immer bei uns. Im Umkehrschluss heißt das: Falsche, meist zu flache Atmung kann zu Kopfweh führen, die Konzentration blockieren, Müdigkeit fördern und vieles mehr. Aus Studien geht hervor: Fast 80 Prozent aller Menschen bleibt sozusagen die Luft weg – sie atmen zu kurz und nehmen sich selbst viel Lebenskraft. Wie können wir also besser atmen?

Im Idealfall fließt unser Atem gleichmäßig ein und aus. Wir können allerdings auch gezielt atmen, um damit gewisse Wirkungen zu erzeugen, zum Beispiel zur Nervenberuhigung oder als Einschlafhilfe. Vor allem in anstrengenden Zeiten ist eine bewusste Atmung ein wichtiges Mittel, um Herausforderungen besser meistern zu können. Die Rede ist von Pranayama. Darunter verstehen wir yogische Atemübungen, die die Verbindung zwischen Körper und Geist wieder herstellen und das Wohlbefinden steigern sollen. Der Begriff setzt sich nicht zufällig aus „Prana“ für Lebensenergie und „ayama“, das für Erweiterung steht, zusammen. Indem wir unsere Atmung steuern, tanken wir entspannt neue Kraft. Einfach ausprobieren – alles, was Sie tun müssen, ist tief ein- und wieder auszuatmen.  

Drei tiefe Atemzüge, bei der Sie Ihre ge­samte Lungenkapazität ausschöpfen – dies steckt hinter der Purna-Atmung, auch dreistufige Atmung oder yogische Vollatmung genannt. Denn „Purna“ bedeutet Fülle. 

Lassen Sie Ihren Atem nacheinander in diese drei Bereiche fließen: Bauch, Brust, Schlüsselbein. Nehmen Sie bewusst wahr, wie sich der jeweilige Bereich beim Einströmen der Luft weitet und wieder nach innen zieht. Diese intensive Atmung kann den Herzschlag beruhigen und Energieblockaden lösen. 

Vier Sekunden einatmen, sieben Sekun­den Luft anhalten und acht Sekunden lang ausatmen. Dies ist eine beliebte Atemübung, die Ihre Achtsamkeit fördert, bei Stress und Überforderung helfen kann. Auch als sanfte Einschlafhilfe hat sie sich bewährt. 

Zu Deutsch: Wechselatmung. Sie ist ideal, um neue Energie zu tanken. Und so geht’s: Sitzen Sie bequem. Führen Sie Ihre rechte Hand zur Nase und verschließen Sie mit dem Daumen Ihr rech­tes Nasenloch. Atmen Sie nun durch das linke Nasenloch ein. Schließen Sie jetzt mit dem Ring- und/oder Zeigefinger das linke Nasenloch, öffnen Sie das rechte Nasenloch und atmen dort aus. Danach durch das rechte Nasenloch wieder ein und links ausatmen. Mehrmals wiederholen, danach fühlen Sie sich bestimmt erfrischt und startklar für den Tag. 

Dies ist eine Atemübung aus dem Pranayama, die klingt wie eine Biene. Denn das Ausatmen verbinden Sie mit einem Summ-Ton. Dieses tiefe Brummen erreicht alle Resonanzräume des Körpers. Vor allem im Kopf, Nacken und im Brustraum ist es als Vibration spürbar. All diese Bereiche werden besser durch­blutet. Daher beruhigt Bhramarin den Geist und das Nervensystem und sorgt so zusätzlich für Entspannung. Durch die Nase einatmen, mit dem Mund summend ausatmen und eine innere Wärme genießen – wie entspannend.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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