Blutspende: Jeder kann Leben retten

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Bevor Sie überhaupt zum Spender wer­den, muss sichergestellt sein, dass Sie gesund sind. Daher erfolgt zunächst ein Check-up: Das Fachpersonal misst Ihre Körpertemperatur und Ihren Blutdruck. Anhand einer kleinen Blutprobe vorab werden außerdem Leber- und Nierenwerte bestimmt, Ihr Cholesterin und ­Eisen im Blut. Ein Test auf Infek­tionskrankheiten gehört ebenfalls da­zu. Ist alles in Ordnung, dürfen Sie spenden und wissen zudem mehr über Ihren »Ist-Zustand«. Noch dazu bekommt jeder ab der ersten »guten Tat« einen Ausweis, darin ist Ihre Blutgruppe vermerkt – wichtig für den Notfall, falls Sie selbst einmal Hilfe brauchen …

Herausgefunden haben dies Forscher der Charité Berlin. Allerdings bezieht sich diese Erkenntnis hauptsächlich auf Men­schen mit Hypertonie. Bei denjeni­gen, die unter leichtem Bluthochdruck litten, sank sowohl der systolische als auch der diastolische Wert schon nach dem ersten »Aderlass«. Der Effekt hielt  meh­rere Wochen an. Regelmäßige Blut­spen­den sollen den Blutdruck sogar dauerhaft stabilisieren. Warum, weiß man nicht genau. Eine Theorie besagt, die Blutentnahme habe positiven Einfluss auf die Elastizität der Blutgefäße. Als Ersatz für eine Bluthochdruck-Behandlung gilt Blutspenden jedoch nicht, höchstens als ergänzende Maßnahme.

Jede Blutspende verbraucht etwa 800 Kalorien. Warum? Bei jeder Vollblutspen­de geben wir 500 Milliliter unseres Lebenssaftes her – also circa zehn Prozent unseres gesamten Blutvolumens. Den Verlust gleicht der Körper von allein wieder aus. Blutplasma ist innerhalb von nur 24 Stunden vollständig ersetzt. Um alle roten Blutkörperchen neu zu bilden, brauchen wir etwas länger. Insgesamt ist dies Schwerst­arbeit für den Organismus, kostet ihn also jede Menge Energie.  

Den meisten Blutspendern ist dies sogar anzusehen. Die Rede ist vom »Warm-­Glow«. Dieses »warme Leuchten« in den Augen spiegelt das gute Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben und vielleicht Leben retten zu kön­nen. Noch dazu schafft Blutspenden ein neues Bewusst­sein für den eigenen Körper. Bei der Vor­untersuchung erfah­ren wir mehr über ihn. Und hinterher gibt es eine Stärkung – gratis. Bei Kaffee, Kuchen und ein paar Leckereien kommen wir mit anderen Menschen zusammen. Soziale Kontakte können entstehen – so viel Glück auf einmal mit nur einer Blutspende …!

Mit nur einer einzigen Blutspende kön­nen Sie drei Leben retten. Wie geht das? Meistens benötigen Ärzte für die Behandlung eines Menschen nur einzelne Bestandteile des gespendeten Blu­tes. Daher wird zunächst das Blut in seine Hauptkomponenten zerlegt, und zwar in rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Plasma und Blutplättchen (Thrombozyten). So entstehen drei Blut­präparate, die bis zu drei Patienten Hoffnung schenken – und ihren Liebsten, den Angehörigen und Freun­den, gleich mit.

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Info:

Blutspenden kann jeder ab 18 Jahren. Seit 2023 gibt es keine Altersbegrenzung mehr nach oben. Nur für Erstspender gilt: Nicht älter als 60.

Quelle: S&D Verlag GmbH, Geldern – leserservice.sud-verlag.de

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